Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

477
Magnoliaceen - Magnusson (Arni)
In Teutschland wird der Baum nicht über 6 in
hoch und erreicht auch kein hohes Alter. Alle diese
und andere amerik. Arten werfen mit Ausnahme
von N. Ai-Hliäiüoi'a im Herbst die Blätter ab.
Die asiat. Arten unterscheiden sich von den ameri-
kanischen durch zwei die Knospen einschließende
Blätter und sind deshalb von manchen Botanikern
als eine besondere Gattung ((^illiinili) betrachtet
worden. Von ihnen sind die wichtigsten folgende:
>VI. couLpicna ,3ttli'sb. (N. ^ulaii ^es/.), ein präch-
tiger Baum Chinas, dessen weiße Blumen schon
vom Febrnar bis April vor dem Ausschlagen der
Blätter erscheinen; N. puipui-63. >Ni?l6. (N. odo
vHta. 2V;b.), eine japan. Art, die nur einen etwa
3 in hohen Strauch darstellt, mit Blumen innen
weiß, außen purpurrot. Zahlreiche Blendlinge sind
zwischen N. conspicua. und N. purpurea. in den
Gärten gezogen, wie z.B.8ouIln^6lu^ I^nueau. a.
Die asiat. Arten und Varietäten werden mit Vor-
liebe als Einzelpflanzen auf Rasenplätze gepflanzt.
In Norddeutschland verlangen sie namentlich in der
Jugend und in freier Lage einen Winterschutz. Die
Anzucht geschieht meistens durch Ableger.
Magnoliaceen (N^iwiiac^e), Pflanzen-
samilie aus der Ordnung der Polycarpen mit gegen
70 im tropischen Afrika, Asien und Nord- und Süd-
amerika wachfenden Arten, bäum- oder strauch-
artigen Gewächsen mit ansehnlichen Blüten. Die
letztcrn sind bei den meisten Arten zwitterig und
bestehen aus einem vielblätterigen Perigon, zahl-
reichen Staubgefäßen und Griffeln. Zu den M. ge-
boren Gartengewächse, wie der Tulpenbaum (s. d.)
und eine Anzahl Arten N^nolia (s. d.).
Magnolie, s. N^nolia.
NLaSnus (lat.), der Große, Beiname von Herr-
schern; z. B. ^lexanäLr N., Alexander d. Gr.
Magnus, Herzog von Sachsen (1071-1106), der
letzte aus dem Geschlecht der Billunger, beteiligte
sich schon bei Lebzeiten seines Vaters, des Herzogs
Ordulf, eifrigst an den Fehden gegen den Erzbischof
Adalbert von Bremen und kam dadurch in eine
feindliche Stellung zu König Heinrich IV. Weil
M. den geächteten Otto von Nordheim schützte,
nabm Heinrich ihn nach seiner Unterwerfung 1071
in strenge Haft. Durch den Aufstand der Sachsen
1073 befreit, stellte M. sich als ihr Herzog an die
Spitze der mit Heinrich Unzufriedenen, wurde aber
1075 an der Unstrut besiegt und muhte sich noch-
mals ergeben. Nach mehrjähriger Haft freigelassen,
erneuerte er den Kampf, trat auf die Seite des
Gegenkönigs Rudolf von Schwaben und ward mit
diesem 1078 bei Mellrichstadt besiegt. Seitdem ver-
bielt er sich dem Könige freundlicher. Im Bunde
mit dem Erzbischof Liemar von Bremen förderte er
nun die Mifsion bei den Slawen, und durch seine
Unterstützung gelang es dem christenfreundlichen
Heinrich, dem Sohne des 1066 von den Wenden
erschlagenen Fürsten Gottschalk, die Herrschaft des
Vaters wieder aufzurichten. Bald danach starb M.
23. Aug. 1106, ohne Söhne zu hinterlassen; die
Herzogswürdc in Sachsen erhielt Graf Lothar von
Supplinburg, der spätere Kaiser Lothar III.
Magnus, Eduard, Maler, geb. 7. Jan. 1799
zu Berlin, besuchte zuerst die Bauakademie daselbst
und wandte sich dann, wesentlich als Autodidakt,
der Malerei zu. Den bedeutendsten Eindruck machte
Italien und namentlich Rom auf ihn, wo er 1826
- 31 sich zweimal aushielt. Von seinen damals
oMandcnen Genrebildern sind zu nennen: Zwei
im Sonnenschein spielende Kinder, Das Landmäd-
chen und Der Fischcrknabe von Nizza, Heimkehr des
Palikarcn (1836; Berlin, Nationalgalerie). M.
wurde 1837 Mitglied der Akademie, 1844 Professor.
Erst in den vierziger Jahren trat er als Porträt-
maler in Berlin auf; so malte er die Porträte von
Jenny Lind (in der Berliner Nationalgalerie),
Henriettc Sontag, von der nachmaligen Kaiserin
Augusta und vieler Mitglieder des königl. Hauses.
Er schrieb: "über Einrichtung und Beleuchtung von
Räumen zur Aufstellung von Gemälden und Skulp-
turen" (Berl. 1864) und "Die Polychromie vom
künstlerischen Standpunkt" (Bonn 1872). M. starb
8. Aug. 1872 zu Berlin.
Magnus, Heinr. Gust., Chemiker und Physiker,
geb. 2. Mai 1802 in Berlin, studierte daselbst und
brachte nach seiner Promotion ein Jahr zu Stock-
holm bei Berzelius zu und habilitierte sich 1831
zu Berlin, wo er 1834 eine auherord., 1845 eine
ord. Professur der Physik und Technologie erhielt.
Im Febr. 1869 gab er seine Lehrthätigkeit auf und
starb 4. April 1870 zu Berlin. M. schrieb 1825
eine Abhandlung "über die Selbstentzündlichkeit
des feinzerteilten Eisens". Die Ergebnisse seiner
spätern Untersuchungen auf chem. und Physik.
Gebiete legte er in den "Annalen der Physik und
Cbemie" und den "Schriften der Berliner Akademie
der Wissenschaften" nieder. Dahin gehören die
Entdeckungen der Äthionsäure, der Isäthionsäure
und der Überjodsäure (letztere in Gemeinschaft mit
Ammermüller); ferner die Untersuchungen über die
Dichtigkcitsabnahme durch Schmelzen beim Granat
nnd Vesuvian, über die Eigenschaft des Blutes,
Kohlensäure und Sauerstoff zu absorbieren (worauf
M. die Absorvtionstheorie des Blutes gründete).
Hieran reiben sich die Bestimmung der Ausdehnungs-
koeffizienten der atmosphärischen Luft und der ver-
schiedenen andern Gase, die Bestimmung der Spann-
krast der Wasserdämpfe, sowie der Mischungen von
Dämpsen zweier Flüssigkeiten, die Untersuchungen
über die Wirkung des Ankers auf Elektromagnete
und Stahlmagnete, sowie über andere elektrolytische,
thermoelcktrische und hydraulische Gegenstände;
ferner die Arbeiten über Abweichung der Geschosse,
Diathermansie der Gase und Polarisation der aus-
gestrahlten Wärme. - Vgl. A. W. Hofmann, Zur
Erinnerung an G. M. (Berl. 1871); Helmholtz, Rede
zum Gedächtnis an G. M. (ebd. 1871).
Magnusson, Arni, isländ. Gelehrter, geb.
13. Nov. 1663 zu Kvennabrekka in Westisland,
studierte in Kopenhagen Theologie und Philosophie,
trieb besonders nordische Altertumskunde, wurde
1701 Professor für diese und Philosophie, 1702
königl. Kommissar für eine Volks- und Viehzählung
auf Island, wo er bis 1712 eifrig altisländ. Hand-
fchriften sammelte; viele Hunderte Codices brachte
er nach Kopenhagen. Ein Teil ging beim großen
Brande von 1728 zu Grunde, die erhaltenen ver-
machte M. beim Tode (7. Jan. 1730) der Univer-
sitätsbibliothek, die sie seitdem gesondert verwaltet.
Zugleich setzte M. eine Summe aus, deren Zinsen
zur Herausgabe altnord. Werke und als Legat für
zwei isländ. Studierende der altnord. Philologie
verwendet werden. Zur Verwaltung ist die sechs-
gliedrige Arnamagnäische Kommission ein-
gesetzt, deren Thätigkeit man Arnamagnäisches
Institut zu nennen Pflegt; sie schuf viele treffliche
altnord. Ausgaben (z.B. der "^norra-Edda", 1887
beendet) und Werke zu deren Vcrslä'ttdttis. - Vgl.