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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Makako; Makalle; Makame; Makari; Makarismen; Makarius; Makarjew; Makart

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Makako – Makart

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Makadamisieren'

state of road-making» (ebd. 1820; deutsch von Vogel, Darmst. 1825) veröffentlichte. Gegenüber dem ältern System der sog. Packlagechaussee, bei welcher der Steinschlag der Straßenoberfläche auf eine mit der Hand «gepackte» Unterlage größerer Steine aufgebracht wird, dient bei dem M. (auch kurzweg Makadam genannt) ein Grobschlag als Unterbau; auch kann die Straßendecke aus einer einheitlichen Schicht kleingeschlagener Steine gebildet werden. Hieraus geht hervor, daß die Gesamtstärke der Steindecke beim M. geringer (10–25 cm) als bei der Packlagechaussee (20–30 cm) werden kann. Das M. eignet sich deshalb aber auch mehr für Straßen leichtern Verkehrs. Bezüglich der Beschaffenheit der Steine und der sonstigen Zurichtung der Straßendecke s. Straße. In Paris werden zuweilen irrigerweise auch die Asphaltstraßen (s. d.) mit Makadam bezeichnet.

Makako, Makak (Macacus), eine Gattung altweltlicher Affen (25 Arten), die nach der Länge des Schwanzes in drei Untergattungen geteilt ist: die mit einem Schwanz so lang oder länger als der Körper heißen Macacus im eigentlichen Sinne, die mit einem Schwanz unter Körperlänge Rhesus und die mit einem Stummelschwanz Inuus; so stellen die Makaken eine Verbindungsreihe zwischen den Meerkatzen (s. d.) und den Pavianen (s. d.) dar, sie sind plumper als jene und schlanker als diese. Am häufigsten ist der eigentliche Makak oder Javaneraffe (Macacus cynomolgus L., s. Tafel: Affen der Alten Welt II, Fig. 2) von den Sunda-Inseln und der Halbinsel Malaka, bis 55 cm lang, oben grünbraun, unten weißgrau, mit schwarzen Händen und blaugrauem Gesicht. Er ist der bekannteste Affe der Menagerien und Tiergärten und kostet je nach der Größe 25–50 M. Zu den kurzgeschwänzten Makaken gehören der Schweinsschwanz- oder Schweinsaffe (s. d.), auch Lapunderaffe (Macacus nemestrinus Desm.), der die Heimat mit dem vorigen teilt, und der Hut- oder Kronaffe von Malabar (Macacus sinicus Geoff., s. Taf. IV, Fig. 6). Ein Verwandter von ihm, der Rotsteißaffe, Bunder, Bhunder oder Rhesusaffe (Macacus erythraeus Wagn.), steigt am Himalaja bis zu 10000 Fuß hoch in die Schneeregion empor. Die stummelschwänzigen Makaken der Gattung Inuus bewohnen gleichfalls Asien mit einer Ausnahme, dem Magot, türkischen oder Hundsaffen (Macacus Inuus L. oder Inuus ecaudatus Geoffr., s. Taf. IV, Fig. 1), der in großen Gesellschaften in Nordwestafrika heimisch ist und außerdem als einzige europäische, aber vielleicht schon in alter Zeit eingeführte Affenart in einer kleinen Schar noch die Felsen von Gibraltar bewohnt. Er genießt hier den besondern Schutz der Obrigkeit, ohne welchen er wohl längst ausgerottet wäre. Als Übergang von den Makaken zu den Pavianen kann der Wanderu oder Bartaffe (Macacus silenus Wagn.) angeführt werden, ein durch seine verlängerte Schnauze, großen abstehenden Vollbart, in eine Quaste endigenden Schwanz und schwarzen Pelz gekennzeichnetes Tier, das in Malabar lebt. Die Makaken halten die Gefangenschaft gut aus und bedürfen keiner besondern Pflege (s. Affen), nur der Wanderu, der auch im Preise viel höher steht, 100–200 M., ist empfindlicher, und man sieht ihn deshalb nur selten.

Makalle, die ehemalige Hauptstadt von Abessinien, dann von Tigre, etwa 225 km südlich von Massaua, auf einer 2000 m hohen Hochfläche, ist ↔ bekannt durch die Belagerung vom 7. bis 25. Jan. 1896, wobei die Italiener sich unter dem Major Galliano gegen ein zwanzigfach überlegenes abessin. Heer verteidigten, endlich aber aus Mangel an Wasser mit allen Ehren kapitulieren mußten.

Makâme (arab.), ursprünglich soviel wie Aufenthalt, Zusammenkunft, dann auch Bezeichnung für eine Art unter den arab. Schöngeistern üblicher litterar. Zusammenkünfte. Zum Zwecke solcher schöngeistiger Zirkel bildete sich mit der Zeit ein eigener Kunststil aus, der seinem Hauptteile nach in gereimter, mit Wortspielen, witzigen Anspielungen und allerlei stilistischen Künsten gewürzter Prosa besteht, die mit zahlreichen eingestreuten, wirklichen Versen abwechselt. Badi al-zamân al-Hamadâni (gest. 1007) war der erste, der eine Anzahl solcher Dichtungen u.d.T. Makâmât zusammenstellte (neueste Ausgabe Beirut 1889). Ihn übertraf Hariri, dessen M. Friedrich Rückert nachgebildet hat. Die arabische M. wurde in andern orient. Litteraturen (der syrischen, persischen) vielfach nachgeahmt, am gelungensten von den jüd. Dichtern des Mittelalters, besonders von Charisi, sowie von Immanuel Romi, dessen Machberot zu den bedeutendsten Erzeugnissen der neuhebr. Poesie gehören.

Makari, Mekari oder Kotoko, Negerstamm in Bornu, am südl. Ufer des Tsadsees auf deutschem Gebiet. Er hat eine bedeutende Gesittungshöhe. Die M. sind Mohammedaner und leben von Ackerbau, Industrie und Fischfang; besonders entwickelt sind Indigofärberei, Stroh- und Korbflechterei.

Makarismen (grch.), Seligpreisungen, besonders die acht der Bergpredigt (Matth. 5, 1–10).

Makarĭus, mit dem Beinamen der Große oder der Ägypter, Schüler des heil. Antonius und seit 330 Einsiedler in der Sketischen Wüste, ein mystischer Kirchenschriftsteller, unter dessen Namen noch 50 Homilien und mehrere ascetische Abhandlungen erhalten sind. Er starb 391; Jahrestag 15. Jan. Seine Schriften gab Pritius (Lpz. 1698), einen Nachtrag Floß (Köln 1850) und eine deutsche Übersetzung Jocham (Kempt. 1878) heraus.

Ein anderer M., der Jüngere oder der Alexandriner, der Städter, Einsiedler in der Nitrischen Wüste, starb 404; Jahrestag 2. Jan.

Makárjew (spr. -jeff). 1) Kreis im mittlern Teil des russ. Gouvernements Kostroma, links von der Wolga, hat 12122 qkm, 140218 E.; Waldindustrie, dürftigen Ackerbau und Viehzucht. –

2) Kreis im östl. Teil des russ. Gouvernements Nishegorod, an beiden Seiten der Wolga, hat 7484,2 qkm, 110070 E. (Russen und Tscheremissen); Ackerbau, Viehzucht, Waldindustrie, Handel. –

3) M., auch M. an der Unscha genannt, Kreisstadt im Kreis M. 1, rechts an der Unscha, hat (1893) 6095 E., Post, Telegraph, zwei Kirchen, ein Mönchskloster, Stadtbank und Handel. –

4) Kreisstadt im Kreis M. 2, links an der Wolga, hat (1893) 1948 E., eine Kirche, ein Mönchskloster; Fabrikation (auch im Kreise M.) der sog. Makarjewschen Koffer (aus Holz, rot oder blau lackiert). M. war seit dem 17. Jahrh. berühmt durch seine Messen, die, als M. 1816 abbrannte, 1817 nach Nishnij-Nowgorod verlegt wurden.

Makart, Hans, Maler, geb. 28. Mai 1840 zu Salzburg, bildete sich nach einem kurzen Besuche der Wiener Akademie in München unter Pilotys Leitung (1861–65). Zu seinen ersten Bildern gehören: Lavoisier im Gefängnis (1862), Pappenheims Tod, Leda mit dem Schwan, eine Scene aus

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 510.