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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Makartbouquet - Makkabäer
den "Lustigen Weibern von Windsor", nach Shakespeare, und Das Kindermärchen. 1866 zog er mit dem Bilde: Nixen küssen einen schlafenden Ritter (nach Heine; Schacksche Galerie) die Aufmerksamkeit auf sich, die noch mehr durch sein Gemälde Moderne Amoretten gesteigert wurde. Mit dem dreigeteilten, 7 m langen Bilde: Die Pest von Florenz auch Die sieben Todsünden oder Der Traum eines Wüstlings genannt, ward er plötzlich zum Helden des Tages und sein Werk Gegenstand der verschiedenartigsten Urteile. M. weilte 1869 in Rom und schuf hier nach Shakespeare: Julia auf der Bahre (Hofmuseum zu Wien). Im Auftrage des Grafen Palffy, der auch die Modernen Amoretten angekauft hatte, malte er 1870 zwei Darstellungen der Abundantia (des Überflusses des Landes und des Meers) in großen Dimensionen (Pinakothek in München). Viel Aufsehen erregte sein großes figurenreiches Historienbild: Die Huldigung der Venetianer vor Caterina Cornaro (1873; Nationalgalerie zu Berlin). 1875 entstand Siesta am Hofe der Mediceer, 1876 Antike Spazierfahrt auf dem Nil. Den Gipfelpunkt seines Könnens bezeichneten dann: Einzug Karls V. in Antwerpen (1878; Kunsthalle zu Hamburg), Die fünf Sinne als fünf nackte Frauengestalten (1879), Jagd der Diana (1880), Der Sommer oder das Frauenbad (Dresdener Galerie), Tod der Kleopatra (Museum in Stuttgart), Bacchantenfamilie, alles Werke, welche bei höchstem koloristischen Talent und großer Meisterschaft sowohl in der Behandlung des Nackten als der Stoffe, bei unbefangen künstlerischer Sinnlichkeit doch jene Inhaltlichkeit vermissen ließen, welche die gleichzeitige Kritik unbedingt vom Kunstwerk forderte. M. wurde 1879 Professor an der Kunstakademie zu Wien und starb daselbst 3. Okt. 1884.
Makartbonquet, Makartstrauß, ein von dem Maler Hans Makart angeblich erfundener oder nur nach ihm benannter, zur Zimmerausstattung, dienender Strauß aus abgestorbenen oder künstlich getrockneten Pflanzenteilen in ihrem natürlichen oder künstlich durch Bleichen oder Färben veränderten Zustande. Für diesen Zweck werden besonders alle Arten Gräser (besonders das Pampasgras; s. Tafel: Gramineen IV, Fig. 3), Palmenwedel, Kompositen- und andere Blüten verwendet und in besondern Fabriken präpariert.
Makassar oder Mangkassar, Hauptstadt der Abteilung M. sowie des ganzen Gouvernements Celebes und Zugehörigkeiten, liegt in flacher, an Reisfluren und Dörfern reicher Umgebung unweit der Mündung des Flusses Goa, ist regelmäßig gebaut, Sitz des Gouvernements Celebes, hat (1892) 18787 E., darunter 2700 Chinesen und 948 Europäer, eine Handelskammer, mehrere Banken, zwei Forts, Vredenborg und Rotterdam. M., seit 1846 Freihafen, betreibt Schiffahrt, Trepangfischerei und lebhaften Handel. Zur Ausfuhr kommen namentlich Reis, Kaffee, Gummi, Kopal, Guttapercha, Perlmutterschalen, Häute und Kokosöl.
Makassaröl, das Ol der Samen von Schleichera trijuga Willd., einer ostind. Sapindacee, von gelblichweißer Farbe, schwachem Geruch nach Bittermandelöl und halbflüssiger Konsistenz. Es enthält 0,05 Proz. Blausäure und wird empfohlen als haarwuchsbeförderndes Mittel, soll auch bei starker Schuppenbildung der Kopfhaut gute Dienste leisten. - M. heißt auch ein von dem Engländer Rowland eingeführtes Geheimmittel, das gleichen Zwecken dienen soll, aber aus mit Alkannawurzel rot gefärbtem und parfümiertem Oliven- oder Mandelöl besteht.
Makassarsandelholz, s. Sandelholz.
Makataebene, s. Usagara.
Makatafluß, s. Wami.
Makdischu, Ort in Ostafrika, s. Mogdischu.
Makedonien, s. Macedonien.
Makēdo-Walachen, s. Rumänen.
Maki, Bezeichnung der Halbaffen (s. d.); bisweilen nennt man die ganze Ordnung so, oder bloß die Gattung Lemur (s. d.), und setzt dann andere Namen mit M. zusammen, so z. B. Katzenmaki (Chirogaleus), eine Madagaskar bewohnende Gattung mit gedrungenem Körper, breitem Kopfe, langem, buschigem Schwänze, ziemlich großen Augen, kurzen, breiten, nackten Ohren. Die Halbmaki (Lepidilemur), gleichfalls von Madagaskar, verlieren sehr zeitig in der Jugend ihre Schneidezähne, von denen keine Spur zurückbleibt. Die Zwergmaki (Microcebus) sind nagetierähnliche kleine Halbaffen Madagaskars mit langen Spürhaaren, die Weibchen haben, abweichend von den echten M. und Indris (s. Halbaffen), zwei Paar Zitzen statt einem Paar. Ihre Ohren sind groß und wie bei den Fledermäusen zusammenhaltbar. Die Schleiermaki (Propithecus) sind von indriartigem Habitus, haben aber eine weniger spitze Schnauze und lange schwänze. Auch diese Gattung ist auf Madagaskar beschränkt, während die Koboldmaki (s. d.) auf den Sunda-Inseln und Philippinen vorkommen.
Makistos, Gebirge auf Euböa (s. d.).
Makka, Stadt, s. Mekka.
Makkabäer, in der jüd. Geschichte die Heldenfamilie des Judas (s. d.) Makkabi, die den Beinamen Hasmonäer (s. d.) führte. Judas Makkabi übernahm das Werk seines Vaters, der eine Schar mutiger Glaubensgenossen um sich gesammelt hatte, um die Herrschaft der Syrer über Judäa zu brechen, nach dem Tode des Mattathias (167 oder 166 v. Chr.), und feine Brüder Johannes, Jonathan und Simon vollendeten, wenn auch nur auf kurze Zeit, die Wiederherstellung des jüd. Staates (135 v. Chr.). Unter Simons Sohn, Johannes Hyrkanus I. (s. d.), gelangte der Staat auf den Höhepunkt seiner Macht. Sein Sohn Aristobul I. (105) nahm den Königstitel an. Nach seiner kurzen Regierung gelangte sein Bruder Alexander Jannäus (101-78) auf den Thron, der die widerspenstige pharisäische Partei mit äußerster Strenge im Zaume hielt. Unter seinen schwachen Nachfolgern geriet der Staat in Abhängigkeit von den Römern. Herodes d. Gr., dessen Gattin Mariamme der Familie der M. entstammte, überlieferte die letzten männlichen M. dem Untergange, um seine Herrschaft zu sichern.
In den griech. Handschriften des Alten Testaments finden sich drei (in einigen auch vier) Bücher, die als Bücher der M. bezeichnet werden. Von diesen stehen die beiden ersten auch in der Vulgata und danach unter den Apokryphen der Bibelübersetzung Luthers. Das erste schildert die Leiden der Religionsnot und die Befreiungskriege. Es ist ursprünglich in hebr. oder aramäischer Sprache geschrieben. Seine Abfassung fällt nach Hyrkanus’ I. Tod, aber vor die röm. Eroberung (63 v. Chr.). Das zweite
Makkabäerbuch gehört dagegen der jüdisch-hellenistischen Litteratur an. Es ist nach Kap. 2, 26, 28 ein Auszug aus dem histor. Werke des Jason von Kyrene, bespricht die Ereignisse der J. 175-160 v. Chr.