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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Malchow - Maleachi
sägen und Kalköfen. In der Umgegend die gräfl.
Schlösser Basedow, Bnrg Schlitz, Ivenack und das
herzogt. Schloß Remplin, am Malchiner See die
Zuckerfabrik Dabmen.
Malchow, Stadt im Herzogtum Schwerin des
Großherzogtums Mecklenburg-Schwerin, am Mal-
chower See und an der Nebenlinie Ludwigslust-
Neubrandenburg der Mecklenb. Südbahn, Sitz eines
Amtsgerichts (Landgericht Güstrow), hat (1895) 3807
(1890: 3664) meist evang. E., Postamt zweiter Klasse,
Telegraph, Vorschußvereine, Sparkasse; 3 Tuch-
fabriken, Tampfsägewerke, Maschinenfabrik, Mol-
kerei, Lohgerbereien und Brauerei. Gegenüber das
der Ritter- und Landschaft gehörige Kloster M. mit
schöner Kirche, 1888 ausgebrannt, 1890 renoviert.
Malcolm (spr. mällköm), Name mehrerer schott.
Könige. M.I. (943-954) erhielt 945 das von Briten
gegründete südl. Königreich Alclyde als engl. Lehn.
- M. II. (1005-34) führte zahlreiche Fehden mit
den Engländern, mußte aber 1031 Knuts d. Gr.
Lehnshoheit anerkennen. - M. III. (1057 - 93),
Sohn Duncans, stürzte 1057 den Usurpator und
Mörder seines Vaters, Macbeth, mit engl. Hilfe.
Er hatte längere Jahre der Verbannung in Eng-
land verbracht und suchte engl. Sitte, Sprache und
Bildung in Schottland einzuführen. M. unterstützte
die Angelsachsen gegen Wilhelm den Eroberer und
siel 1093 im Kriege gegen Wilhelm II. Nach seinem
Tode entstanden Thronstreitigkeiten zwischen seinen
Söhnen und seinem Bruder Donald (s. d.) Vane.
- M. IV. (1153 - 65), Enkel und Nachfolger Da-
vids I., verlor die von diesem erworbenen engl. Be-
sitzungen wieder an Heinrich II. von England. Ihm
solgte sein Bruder Wilhelm der Löwe (s. d.).
Malcolm (spr. mällköm), SirJohn, engl. Staats-
mann und Geschichtschreiber, geb. 2. Mai 1769 zu
Burnfoot bei Westerkirk (Dumfriesshire), ging 1782
als Kadett nach Indien, zeichnete sich 1792 bei der
Belagerung von Seringapatam aus und wurde von
der brit. Regierung zu den wichtigsten Austrägen ge-
braucht. 1800 gelang es ihm, mit den Asghanen ein
Bündnis zu schließen. Hierauf wurde er Sekretär
des Generalgonverneurs, Marquis von Wellesley.
Auch 1802, 1808 und 1810 war er in diplomat.
Aufträgen am pers. Hofe. Persien verdankt ihm die
Einführung der Kartoffeln, und der Schah von Per-
sien verlieh ihm beim Abschiede die Würde eines
Chans des Reichs. Während seines Allsenthalts in
Persien sammelte er den Stoff zu seiner "IliZtoi-v 01'
I>6i'8iw) (2 Bde., Lond. 1815; 2. Aufl. 1829; deutsch,
2 Bde., Lpz. 1830) und zu den "!^i56tcQ68 ot^rsiav
(2 Bde., Lond. 1827 u. ö.; deutsch Dresd. 1828). M.
kam 1812 nach England zurück und erhielt die Rittcr-
würde, begab sich aber schon 1816 wieder nach In-
dien. Nach der Beendigung des Kampfes gegen die
Mahratten und die Pindarees 1818 wurde er als
Civil- und Militärgouverneur der eroberten Land-
schaften in Mittelindien angestellt. Einen Bericht
über seine Verwaltung gab er in dein "Noinoir ot
<Ü6ntraIIuäiii" (2 Bde., Lond. 1823 u. ö.), das ebenso
wie die "?o1itica1 Iiistor^ ot' Inäia t'ioin 1784 to
1823" (2 Bde., ebd. 1826) und der "sketck ok tlio
3ikQ8" <evd. 1812) eine sehr genaue Kenntnis In-
diens bekundet. Zum Generalmajor ernannt, kehrte
/r 1823 abermals nach England zurück, bis er 1827
Gouverneur der Präsidentschaft Bombay wurde.
Als folcher erwarb er sich namentlich dadurch ein
großes Verdienst, daß er den Europäern gestattete,
Ländereien zum Anbau oder zur Anlegung von
Fabriken zu pachten. 1831 kehrte er nach England
znrück und wurde ins Parlament gewählt. Auf Ver-
anlassung der Verhandlungen über die Erneuerung
des Freibriefs der Ostindischen Compagnie gab er
in seiner Schrist "^iis aäminiZti-Htion ok Vritisk-
InäiH" (Lond. 1833) eine aus amtlichen Papieren
geschöpfte Darstellung der Verwaltungsverhältniss?
in Indien. Er starb 30. Mai 1833 zu London. -
Vgl. Kaye, I^it'e ".nll coi-i'^Fpoiiäsuce ok 8ir ^olin N.
(-/Bde., Lond. 1856). Wolff (s. d.).
Malcolmi, Amalie, Gattin von Pius Aler.
Nlaloontonts (frz., spr. -kongtäng), Mißver^
gnügte, s. Malkontente.
Malczewski (spr. maltsche-), Antoni, poln. Dick-
ter, geb. 1793 zu Warschau aus einer vornebmen
Familie, genoß zu Hause franz. Erziehung und war
hierauf Schüler des Lyceums zu Krzemieniec. Er
trat 1811 ins poln. Heer ein; in einem Duell am
Bein verwundet, machte er nur die Belagerung von
Modlin durch und nahm hierauf seinen Abschied.
Er machte weite Reisen (1816-20), pachtete dann
ein Gut iu Volhynien. Beziehungen zu der Frau
eines andern zwangen ihn, die Provinz zu ver-
lassen. Er ging nach Warschau, wo er, unheilbar
krank, in großer Not schon 2. Mai 1826 starb. Die
von ihm 1825 herausgegebene epWe ErzWuug
(im Byronschen Geiste) "N^iM, po>vi636 nki-aiiiäka"
(deutsch von Vogel, Lpz. 1845; Zipper, Hamb. 1878;
Nitschmann im "Poln. Parnaß", 4. Aufl., Lpz.
1875) stellt M. in die Reihe der ersten poln. Dichter.
Malda (engl. Naläuli, nach der Hauptstadt frü-
her auch Englifch-Basar genannt), Distrikt der
Division Bhagalpur der indobrit. Lieutenant-
Gouverneurschaft Bengalen, zählt auf 4898 hkm
(1881) 710 448 E., darunter 53,4 Proz. Hindu,
46,4 Proz. Mohammedaner und 1734 Angehörige
des unkultivierten Eantalstammes. Hauptstadt ist
Eng lisch-Basar (Nn^Iisli I^^ar oder Angaza-
bad), unter 25" nördl. Br. und 88^ 11' östl. L., am
rechten Ufer des Madananda, mit (1891) 13 818 E.
Maldegem (spr. -chem), Ort in der belg. Pro-
vinz Ostflandern, an der Linie Gent-Eekloo-Brügge
und den Nebenbahnen M.-^luis und M.-Vreskens,
hat (1890) 9011 E.
NIa.1 äs los pintos oder ^1^1 piuwäo (span.),
tropische Hautkrankheit, s. Pinta und Albinos.
NIa.1 äs iner (srz., spr. mähr), s. Seekrankheit.
Malden, die nördlichste der Manihiki-Inseln
(s. d.) in der Südsee, eine Laguneninsel mit Guano-
lagern, ist 89 <ikm groß und hat 80 E.
Malden, Stadt im County Middleser im nord-
amerik. Staate Massachusetts, auf beiden Seiten
des Flusses M., 10 km nördlich von Bofton, hat
(1890) 23031 E., gegen 12017 im I. 1880, Fabri-
kation von Gummischuhen, Leisten, Chemikalien,
Schläuchen sowie Gerberei und Färberei.
AIa.1 üi?nna., die Bergkrankheit (s. d.).
Maldive Islands (spr. mälldidw eiländs),
s. Malediven.
Maldon (spr. mabld'n), Municipalborough in
der engl. Grafschaft Esser, am Ausfluß des Cbelmer
in das Blackwater-Ästuar^ hat (1891) 5397 E.,
Leinweberei, einen Hafen, Fisch- und Austernfang.
AIa.1o (lat.), schlecht.
Malea, alter Name der wegen ihrer Stürme
von den Schiffern gefürchteten Südostspitze des Pe-
loponnes, jetzt Kap Malia.
Maleachi, israel. Prophet, von dem das am
Schlüsse der zwölf Kleinen Propbeten stehende Bück