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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Maleventum – Malka

in den diplomat. Dienst, war dann nacheinander Legationssekretär in Brüssel, Rio de Janeiro, Washington, Lissabon, Konstantinopel und Paris, wo er während der Herrschaft der Commune die Gesandtschaftsarchive unter seiner Obhut hatte, und wurde 1871 nach Peking versetzt. Er war 1873–75 als Charge d'Affaires in Athen, 1875–78 in Rom. Während der Abwesenheit Sir Henry Elliots von Konstantinopel vertrat M. diesen 1876–79 als bevollmächtigter Gesandter bei der Pforte, ging dann 1879–81 als Generalkonsul nach Ägypten und wurde in den Ritterstand erhoben. 1883 wurde er zum Gesandten in Brüssel, 1884 als Nachfolger Lord Ampthills zum Botschafter in Berlin ernannt. Er bekleidete diesen Posten bis Okt. 1895, worauf er sich ins Privatleben zurückzog. Seit 1885 ist er mit Lady Ermyntrude Russell, einer Tochter des verstorbenen Herzogs von Bedford, vermählt.

Malevéntum (lat.), alter Name von Benevent (s. d.).

Malevogebirge, s. Parnon.

Malevolént (lat.), übelwollend; Malevolenz, übelwollen, Schelsucht.

Malgaschen, die Einwohner von Madagaskar (s. d.).

Malgrund, die Grundfläche oder der diese bildende Stoff der Gemälde, also entweder die Mauer, die Holztafel, Kupfertafel, die gespannte Leinwand oder Papier; weiterhin der Kreide-, Öl- oder Leimauftrag, mit welchem man diese Stoffe zur Bemalung vorbereitet.

Malh., hinter lat. Tierbenennungen Abkürzung für Alfred Malherbe (spr. mälärb), einen franz. Naturforscher, der namentlich ein Prachtwerk über die Spechte schrieb: «Monographie des Picidés ou histoire naturelle générale et particulière de ces oiseaux grimpeurs zygodactyles» (4 Bde., mit Atlas, Metz 1860 fg.).

Malherbe (spr. mälärb), François de, der Schöpfer der klassischen poet. Diktion in Frankreich, geb. 1555 zu Caen, studierte in seiner Vaterstadt, in Paris, Basel und Heidelberg die Rechte, begab sich dann im Gefolge des Herzogs Heinrich von Angoulême nach dem südl. Frankreich und lebte seit 1586 in dürftigen Verhältnissen bald dort, bald in der Normandie. 1605 rief ihn Heinrich IV. nach Paris, wo er als Kammerherr 16. Okt. 1628 starb. M. war ein Dichter von nur geringer poet. Empfindung und Erfindung, der jedoch seinen korrekt gebauten, wohlklingenden Versen auch Schwung der Diktion mitzuteilen wußte. Durch die strenge Kritik, die er an den Werken des Ronsard und Desportes übte, vernichtete er das Ansehen der aus der Renaissance hervorgehenden Dichterschule und gab in seinen Gedichten wieder Beweise für eine an den «guten Gebrauch» der franz. Sprache sich anschließende poet. Rede. Seine sprachlichen und metrischen Reformen fanden bald Eingang und wurden, meist von Boileau, später zu anerkannten Gesetzen erhoben. Die beste Ausgabe seiner oft gedruckten «Œuvres» ist die von Lalanne (5 Bde., Par. 1862–69). – Vgl. Gournay, M. Recherches sur sa vie et critique de ses œuvres (Caen 1852); Laur, M. Litterarhistor. Skizze (Heidelb. 1869); G. Allais, M. et la poésie française à la fin du XVIᵉ siècle (Par. 1892).

Malheur (frz., spr. malöhr), Unglück.

Malhonétt, malhonnett (frz. Malhonnête), unanständig, unedel, ehrwidrig, knickerig.

Mali, Christian, Maler, geb. 6. Okt. 1832 zu Broekhuizen bei Utrecht, gelangte jedoch schon als Kind mit seinen Eltern nach Württemberg, wo er <spaltenwechsel/> zunächst die Holzschneidekunst lernte. 1857 nach München übergesiedelt, ging er zur Landschaftsmalerei über, welche er auf einer ital. Reise mit Architekturmalerei (Motiv aus Verona, in der Neuen Pinakothek in München), seit seinem Düsseldorfer (1865) und Pariser Aufenthalt, berührt von dem Einfluß Troyons, mit der Tiermalerei verband. So kam er vom Gebirgsbild (Partenkirchen, Aus der Schwäbischen Alb, Kochern an der Mosel, Hallstätter See, Bayrische Hochalpe [letzteres in der Münchener Pinakothek], Aus dem Ötzthal) zum Dorf-und Weide-Idyll, von welchem Genre Des Schäfers Morgengruß (Galerie in Stuttgart), Der Morgen im Schafstall, Schafe bei herannahendem Gewitter, Abtrieb von der Alm, Am Dorfweiher und Martinimarkt in Schwaben hervorzuheben sind. Der Künstler lebt als königlich württemb. Professor in München.

Malia, Kap, s. Malea.

Maliasmus, soviel wie Rotzkrankheit (s. d.).

Malibran (spr. -bräng), Maria Felicita, Sängerin, geb. 24. März 1808 zu Paris, war Schülerin ihres Vaters, des Tenoristen Manuel Garcia (s. d.), und debütierte 1825 in London. Noch in demselben Jahre ging sie nach Neuyork, wo sie sich 1826 mit dem franz. Kaufmann M. verheiratete, von dem sie sich aber schon nach Verlauf eines Jahres trennte. 1828 wurde sie Mitglied der Italienischen Opern zu Paris und London; von 1832 ab trat sie alljährlich auch einige Monate in Italien auf. Als 1836 ihre Ehe mit M. gerichtlich gelöst war, vermählte sie sich mit dem belg. Geiger Bériot. Sie starb an den Folgen eines Sturzes 23. Sept. 1836 zu Manchester. Frau M. war der Naturbegabung und dem Darstellungstalent nach die bedeutendste Sängerin ihrer Zeit. Ihr Repertoire bestand vorwiegend aus italienischen, namentlich Rossinischen Partien; doch sang sie auch in den franz. Hauptwerken und war als Fidelio besonders ausgezeichnet. Sie beherrschte fünf Sprachen. – Vgl. Cenni Biografici di Mad. M. Garcia-Malibran (Vened. 1835).

Malice (frz., spr. -lihß), Bosheit, namentlich boshafte Äußerung; maliciös (malitiös), boshaft.

Malié (arab.), in der Türkei alles, was sich auf das Finanzwesen bezieht; davon der Titel Malië Nasiri (s. Defterdar).

Malietoa, König der Samoa-Inseln (s. d.).

Malifórm (frz.), apfelförmig.

Malignität (lat.), Bösartigkeit, Mißgunst.

Malik, andere Schreibung für Malek (s. d.).

Mali-kha, Quellfluß des Irawadi (s. d.).

Malimba, Stadt in Westafrika, zur portug. Kolonie Angola (s. d.) gehörig.

Malindi, Hafenplatz in Englisch-Ostafrika, südlich von der Mündung des Sabaki, nordöstlich von Maebas, hat viele Ruinen und zählt 5000 E.

Malines (spr.-lihn), der franz. Name für die Stadt Mecheln.

Malinke, Negerstamm, s. Mandingo.

Malis, kleiner Küstenstrich des alten Griechenlands um den innersten Teil des Malischen Busens, zwischen dem Ötagebirge und dem untern Spercheios. Später fiel ihm auch die Nordküste des Malischen Golfs zu; man rechnete es zu Thessalien im weitern Sinne.

Malitiös, s. Malice.

Mali-Zvornik, Ort, s. Zvornik.

Malka, der letzte und größte linksseitige Nebenfluß des Terek im russ.-kaukas. Terekgebiet, entspringt am Fuße des Elbrus und ist 200 km lang.