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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Manganate - Manganlegierungen

kannte Mangansäure, deren Anhydrid die Formel MnO3 Haben würde, und Übermangansäureanhydrid, Mn2O7. Von diesen Oxyden bildet nur das Oxydul als Base beständige Salze, das Oxyd einige sehr unbeständige. Beim Erwärmen mit Säuren geben alle höhern Oxyde Sauerstoff ab unter Bildung von Oxydulsalzen. Mit Salzsäure liefern sie Manganchlorür und Chlor, und darauf beruht die Wichtigkeit der Oxyde des M. für die chem. Großindustrie. (S. auch Mangancarbonat, Manganchlorür, Mangansulfide sowie die genannten Sauerstoffverbindungen.) Die Förderung von Manganerzen wird berechnet für

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Tonnen Wert Mill. M.

Europa 152000 4,82

Amerika 44000 1,64

Andere Erdteile 1000 0,06

Insgesamt 197 000 6,52

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Deutschland besitzt 52 Manganerzbergwerke, von denen jedoch nur etwa 35 im Betrieb sind, in der Rheinprovinz, Westfalen, Bayern, Baden, Königreich Sachsen, Thüringen und Großherzogtum Hessen, außerdem über 50 Braunsteingruben, von denen sich nahezu die Hälfte in Thüringen (Ilmenau, Elgersburg), die übrigen durch das ganze Reich zerstreut befinden. Abgesehen vom Braunstein, worüber Angaben fehlen, betrug die Förderung von Manganerzen 1893 in Deutschland 40 788 t im Werte von 491 951 M., doch sind sowohl die Preise wie die Förderung sehr schwankend, da sich die letztere im Laufe der letzten 10 Jahre zwischen 40-60 000 t bewegt und der Preis zwischen 10-20 M. pro Tonne geschwankt hat. Mit der Verhüttung der Erze, wenn auch nur als Nebenbetrieb, waren 6 Werke beschäftigt, der größte Teil wandert in die chem. Fabriken.

Manganate, die Salze der Mangansäure (s. d.).

Manganblende, Manganglanz oder Alabandin, ein tetraedrisch-reguläres, aber meist derb in körnigen Aggregaten ausgebildetes, eisenschwarzes oder dunkelstahlgraues Mineral von schmutziggrünem Strich und vollkommener Spaltbarkeit nach dem Würfel; spec. Gewicht 4; chemisch ist es Mangansulfid, MnS. In Salzsäure ist es völlig löslich unter Entwicklung von Schwefelwasserstoff; es findet sich nur selten, namentlich zu Kapnik, Nagyag und Offenbanya in Siebenbürgen.

Manganbraun, s. Bister.

Manganbronze, eine durch Zusatz von Mangan von ihren Oxyden befreite Bronze, die vorzügliche Eigenschaften besitzt. Man stellt sie her durch Zusatz von Mangankupfer (s. Manganlegierungen) zur geschmolzenen Bronze, dadurch werden die aufgelösten Oxyde des Kupfers und Zinns reduziert und das dabei entstehende Manganoxydul verschlackt. Setzt man mehr Mangankupfer zu, als zur Reduktion der Oxyde notwendig ist, so erhält man eine aus Kupfer, Zinn und Mangan bestehende M., die eine größere Festigkeit besitzt als die reine Kupferzinnlegierung. (S. Phosphorbronze.)

Mangancarbonat, kohlensaures Manganoxydul, MnCO3, als Mineral Manganspat (s. d.), entsteht als weißer, in Wasser unlöslicher, ziemlich beständiger Niederschlag beim Vermischen einer Lösung von Manganchlorür mit kohlensaurem Natrium. Im feuchten Zustand länger der Luft ausgesetzt, färbt es sich braun und enthält dann Oxyd beigemischt; bei schwachem Glühen giebt es seine Kohlensäure ab.

Manganchlorür, Chlormangān, MnCl2, entsteht unter Entwicklung von Chlor, wenn eins der höhern Oxyde des Mangans mit Salzsäure erhitzt wird; es findet sich daher in großen Mengen in den Rückständen der Chlorbereitung. Aus ihnen stellt man das Salz dar, indem man die saure Flüssigkeit mit Mangancarbonat neutralisiert, wobei zugleich das nie fehlende Eisenchlorid als Eisenoxydhydrat abgeschieden wird, und dann die Lösung verdampft, wobei nach dem Erkalten das Salz, MnCl2 + 4 H2O, in rosenroten Krystallen anschießt. Das M. findet Verwendung zur Erzeugung von braunen Farben.

Manganeisen, Ferromangan, ein weißes Roheisen mit Mangangehalt, ein Hüttenprodukt, das in großen Mengen bei der Stahlerzeugung mittels des Bessemerprozesses (s. Eisenerzeugung) an Stelle des Spiegeleisens verwandt wird und die Entfernung des Siliciums und anderer dem Stahl schädlicher Beimengungen des Roheisens bewirkt. Es wird erhalten, indem 100 Teile Eisenerz, 550 Teile Manganerz mit 120 Teilen Kalk gattiert und unter Zusatz von 500 Teilen Kohle zusammengeschmolzen werden. Man erhält so eine körnig krystallinische, silberweiße bis stahlgraue, sehr harte, politurfähige Legierung, die 20-80 Proz. Mangan enthält. Enthält das M. eine größere Menge Silicium, so heißt es Silicium ferromanganicum. Zu den manganhaltigen Eisensorten gehört auch Weißkorn, Weißstrahl und Spiegeleisen (s. Eisen, Bd. 5, S. 821 b).

Manganepidot, Mineral, s. Epidot.

Manganerze, s. Mangan.

Manganeut (grch.), Zauberer, Gaukler; Mangănie, Zauberei, Gaukelei.

Manganglanz, Mineral, s. Manganblende.

Mangangrün, s. Baryummanganat.

Manganhyperoxyd, Manganige Säure, s. Mangansuperoxyd.

Manganit, mit Goethit isomorphes Manganhydroxyd, Mn2O2(OH)2, kommt in rhombischen, lang- oder kurzprismatischen, stark vertikal gestreiften Krystallen, auch in Zwillingen nach dem Grundbrachydoma zu Ilfeld am Harz, zu Öhrenstock und Ilmenau am Thüringer Walde, zu Undenäs in Westergötland vor. Die dunkel stahlgrauen bis fast eisenschwarzen Krystalle sind meist zu stengeligen Drusen vereinigt. Die Härte ist 3,5 bis 4; das spec. Gewicht 4,3. Vor dem Lötrohr ist er unschmelzbar, das Wasser (10,24 Proz.) entweicht erst bei 200° C.; konzentrierte Salzsäure löst das Erz unter Entwicklung von Chlor.

Manganiverbindungen oder Manganidverbindungen, die dem Manganoxyd entsprechenden Manganverbindungen.

Mangankupfer, s. Manganlegierungen.

Manganlegierungen. Die wichtigste Manganlegierung ist das Manganeisen (s. d.); außerdem ist noch zu erwähnen das Mangankupfer, das durch ein reduzierendes Schmelzen von Manganoxyd und Kupfer in Kohlentiegeln hergestellt wird. Legierungen mit 3-5 Proz. Mangan sind der Bronze ähnlich, hart, klingend und leicht schmelzbar. Bei 12-15 Proz. Mangan werden sie hart und brüchig. Man benutzt derartige Mangankupferlegierungen, um Bronze ganz frei von Oxy-^[folgende Seite]