Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

554

Manitoba – Manna

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Manito'

sind, genannt. Der oberste dieser Geister, der auch als eine Art Schöpfergott gedacht ist, wird Kitschi M., «der große Geist», genannt. Ein anderer, der bei den Medizingesellschaften der Odschibwe eine Rolle spielt, heißt Dsche M. Böse, übelwollende Geister werden Matschi M. genannt.

Manitobá, eine 1870 organisierte Provinz des Dominion of Canada (s. d.) in Britisch-Nordamerika, zwischen den Provinzen Ontario und Assiniboia, im S. an die Vereinigten Staaten grenzend, hat 170900 qkm, (1891) 152506 E., gegen 65954 im J. 1881, darunter 114397 Angehörige der prot. Sekten und 20571 Katholiken. Die Provinz umfaßt das Gebiet des untern Red-River und Assiniboine und der Seen Winnipeg, M., Winnipegosis und Wäldersee; der Boden ist vorherrschend schwerer Weizenboden; über 500 m hoch liegendes Land eignet sich besonders zur Viehzucht. Das Klima ist dem Getreidebau günstig, die Winter sind zwar kalt, aber ohne Nachtfröste; kurz andauernde extreme Sommertemperaturen und ungeheure Heuschreckenschwärme werden bisweilen zur Landplage. Die Weizenernte betrug 1889: 7, 1891: 23,19 und 1892: 14,45 Mill. Bushel. Die Hauptmasse der Bevölkerung bestand ehedem aus Mischlingen von Franzosen und Indianerinnen und aus Schotten, die sich unvermischt von den Indianern erhalten hatten. Nach der Eröffnung der Einwanderung aus den östlichen engl. Provinzen 1881 begann ein starker Zuzug englisch redender Ansiedler; jetzt sind die Engländer im Übergewicht; so wurden die Separatschulen 1890 aufgehoben. Sehr ausgedehnt sind die Indianerreservationen. M. steht unter einem Gouverneur mit verantwortlichem Ministerium und einer Kammer (40 Mitglieder); die Einnahmen betrugen (1890) 590484, die Ausgaben 664432, die Schuld 697815 Doll. (S. Canada.) .Hauptstadt ist Winnipeg (s. d.). Die Canadische Pacificeisenbahn ist das wichtigste Verkehrsmittel. – Die erste Kolonie wurde am Red-River 1811 von dem Schotten Earl of Selkirk als Fort Garry und Red-River-Settlement gegründet. Weiteres s. Canada (Bd. 3, S. 893a). – Vgl. Bryce, M., its infancy, growth and present condition (Lond. 1882); Legge, Sunny M., its peoples and its industries (ebd. 1893).

Manitobasee, See in Manitoba, westlich vom Winnipegsee, mit dem er in Verbindung steht, im S. des Winnipegosissees, ist 400 km lang, flach und fließt zum Winnipegsee ab.

Manĭtou (spr. -tu), Manitou-Springs, Badeort im nordamerik. Staate Colorado bei Colorado-Springs, mit sechs kohlensäurehaltigen Natronquellen (denen von Ems ähnlich), drei Eisenquellen, zahlreichen Hotels und starkem Touristenverkehr.

Manitoulin-Inseln (spr. -tulin), Gruppe im Huronsee (s. d.).

Manitowóc, Hauptort des County M. im nordamerik. Staate Wisconsin, nördlich von Milwaukee am Michigansee, hat (1890) 7710 E., darunter viele Deutsche; Mehl- und Sägemühlen.

Manitsaua, Indianerstamm, s. Amerikanische Rasse (Bd. 1, S. 527a).

Manizāles, Stadt in Columbia im Departamento Antioquia, in 2130 m Höhe, nahe den Grenzen von Tolima und Cauca gelegen, vermittelt den Handel von Magdalena nach dem Cauca und hatte, 1878 durch Erdbeben zerstört, 1884 schon wieder 14603, 1892 etwa 20000 E.

Manjanga, Station im Kongostaat (s. d., Bd. 10, S. 548a). ↔

Manjēma (Ma-nyema), Volk Centralafrikas im Westen des nördl. Teils des Tanganikasees bis zum Kongo (hier Lualaba), zum Stamm der Bantu gehörend. Sie wurden zuerst von Livingstone beschrieben. Ihr Gebiet gehört zum Kongostaat.

Manjütwurzel, s. Munjitwurzel.

Mankato, Hauptstadt des County Blue Earth im nordamerik. Staate Minnesota, südwestlich von St. Paul, rechts am Minnesota-River, bedeutender Eisenbahnknotenpunkt, hat (1890) 8838 E., ein kath. College, Handel mit Vieh, Fabrikation von Backsteinen und Cement sowie Steinbrüche.

Mankieren, s. Manquieren.

Manks, die Bewohner der Insel Man (s. d. und Manx).

Manlĭus, Marcus, der Sage nach Begründer des patricischen Geschlechts der Manlier, Konsul 392 v. Chr., stürzte angeblich, als die Gallier 387 nach der Einnahme Roms in der Nacht das Kapitol zu ersteigen versuchten, die Vordersten hinab und vereitelte dadurch den Anschlag. Dafür erhielt er den Beinamen Capitolinus: in Wirklichkeit hieß das Geschlecht wohl so von seiner Wohnstätte am Kapitol. M. wurde wenig später, angeblich weil er sich in hochverräterische Pläne mit den Plebejern einließ, angeklagt und hingerichtet. (Vgl. Mommsen, Rom. Forschungen II, Berl. 1879.) Titus M. erlegte als Kriegstribun nach der gewöhnlichen Überlieferung 361 v. Chr. im Zweikampfe am Anio einen riesenhaften Gallier und bewog dadurch die Feinde zur Umkehr. Von der Halskette (torques) des Getöteten, mit der er sich schmückte, erhielt er den Beinamen Torquatus. Dreimal bekleidete er das Konsulat, einmal die Diktatur. In seinem dritten Konsulat 340 kämpfte er glücklich und entscheidend gegen die Latiner und Campaner. In diesen Krieg wird gewöhnlich die Anekdote verlegt, daß M. seinen Sohn habe hinrichten lassen, weil dieser sich, obwohl siegreich, gegen die Kriegszucht vergangen habe.

Manmaw, Stadt in Birma, s. Bhamo.

Mann, das menschliche Individuum männlichen Geschlechts während des Zeitraums der Reife. Das Mannesalter rechnet man von der völligen Geschlechtsreife bis zum Eintritt des Greisentums, also im Durchschnitt vom 24. bis gegen das 60. Lebensjahr. In dieser Zeit hat der M. seine höchste geistige und körperliche Ausbildung erlangt und steht im Vollgenuß seiner Kräfte. (S. Lebensalter, Jüngling und Greis.)

Mann, alter (im Bergbau), s. Alter Mann.

Mann. oder Mannerh.>, hinter lat. Tiernamen Abkürzung für Karl Gustav Graf von Mannerheim, russ. Entomolog, Staatsrat und Gouverneur der Festung Wiborg, schrieb zahlreiche Abhandlungen über Insekten, besonders Käfer.

Manna, verschiedene süß schmeckende Pflanzensäfte, die bei Verwundung der Rinde älterer Stämme oder junger Zweige und Knospen ausfließen und an der Luft eintrocknen. Am bekanntesten ist die von der Manna-Esche (s. Esche) stammende M. (calabrische M.). Sie ist blaßgelb, durchscheinend, klebrig, von sehr reinem Geschmack und kommt in verschiedener Form in den Handel. Man unterscheidet gewöhnlich Röhrenmanna (Manna cannellata), deren Abfälle als Röhrenbruch, und gemeine M. (Manna gerace, calabrina oder in sortis). Die Röhrenmanna gilt als die beste Sorte und wird durch Einschnitte in die Rinde wahrend der Sommermonate gewonnen, die gemeine M. ist das

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 555.