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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Mara (La) – Maranhão

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Mara (Gertrud Elisabeth)'

nieder, wo sie 20. Jan. 1833 starb. Ihre Stimme war ein hoher Sopran. Schon als Student hat Goethe sie besungen; als sie zurückgezogen in Reval lebte, sandte er ihr 1829 zu ihrem 80. Geburtstage ein rührendes Gedicht («Sangreich war dein Ehrenweg»). – Vgl. O. von Riesemann in der «Allgemeinen musikalischen Zeitung» (Lpz. 1875); A. Niggli, G. E. M. (ebd. 1881).

Mara, La, Pseudonym von Ida Maria Lipsius (s. d.).


Textfigur:

Marăbu (Leptoptilus argala Gray), ein zu den Kropfstörchen (Leptoptilus) gehöriger Vogel, deren in Afrika und Asien lebende Arten sich durch einen großen nackten Kropf am Halse auszeichnen. Der M. lebt in ganz Indien, Java und Sumatra und wird dort von den engl. Kolonisten Adjutant genannt. Diese Vögel spazieren häufig in den Straßen von Kalkutta umher, wo sie den Bewohnern vielfach zur Last sind, aber nicht getötet werden dürfen. Wegen der Marabufedern (s. d.), die im Bürzel stehen, werden sie herdenweise in den Dörfern gehalten. Afrikanische M. (darunter Leptoptilus crumenifer Lesson, s. vorstehende Abbildung) werden jetzt in allen Tiergärten gezeigt.

Marăbufedern oder Marabutfedern, eine Art feiner weißer oder bläulich grauer wollartiger Federn, die oft von Frauen als Kopfputz getragen oder zum Schmuck der Kopfbedeckungen benutzt werden. Sie kommen von dem Marabu (s. d.).

Marăbuseide, s. Seide.

Marăbut (vom arab. marbǔth, gebunden), im nordwestl. Afrika jene Personen, die man im übrigen Islam als Derwische (s. d.) bezeichnet. Der Marabutcharakter ist oft in bestimmten Familien erblich. Den Aufenthaltsort der M. nennt man Zâwija (Chânkah). Auch die Heiligengräber heißen in Nordwestafrika M. – Vgl. Trumelet, Les saints de l’Islam (Par. 1881); Rinn, Maarbouts et Khouan, étude sur l’Islam en Algérie (Algier 1885).

Maracaĭbo, Golf von, an der Nordküste von Südamerika, auch Saco de M. und Golfo de Venezuela genannt, zwischen den Halbinseln Goajira und Paraguana, steht im S. durch den nur 1590 m breiten, jedoch für Seeschiffe fahrbaren Kanal, die ↔ sog. Barra de M., mit der Laguna de M., einen Brackwassersee von 16769 qkm, in Verbindung.

Maracaĭbo, Hauptstadt des Staates Zulia in Venezuela, am Nordende des Sees von M., besitzt (1889) 34284 E., ein Nationalkollegium, eine nautische Schule, Jesuitenkollegium, Denkmal Bolivars, elektrische Beleuchtung, Pferdebahn, großartige Werftanlagen und ansehnliche Industrie. Der Hafen ist völlig sicher, der Eingang für große Schiffe aber durch eine Barre gesperrt. M. ist wichtigster Ausfuhrhafen für Kaffee, von dem (1889) für 30 Mill. Bolivares meist nach Neuyork verladen wurden. Es folgen Rindsfelle, Ziegenhäute, Nutz- und Farbhölzer. Die Einfuhr und Durchfuhr nach Columbia beträgt etwa ein Drittel des Exports. Hier steht Deutschland (Hamburg) an erster Stelle. M. ist Sitz eines deutschen Konsuls.

Maracaiborinde, s. Chinarinde (Bd. 4, S. 217a).

Maracay, Stadt in Venezuela im Staate Miranda, am Nordostrande des Sees von Valencia gelegen, in üppigster Umgebung, sauber und wichtig infolge starker Garnison, hat etwa 8000 E. und seit 1893 Eisenbahn nach Caracas und Valencia.

Marăgha, Stadt in der pers. Provinz Aserbeidschan, 35 km östlich vom Urmiasee in 1619 m Höhe, hat etwa 15000 E., zahlreiche Moscheen und Schulen. Nachdem M. 1029 von den Seldschuken zerstört worden war, hob es sich als Hauptstadt Hulagus sehr. Hulagu, dessen Grabmal noch gezeigt wird, erbaute eine berühmte Sternwarte, wo der Astronom Nasr eddin (gest. 25. Juni 1274) die königl. Tafeln (Sedje Ilkhaniyeh) abfaßte.

Marais, Le (spr. -räh, «Sumpf»), Gebiet der Vendée (s. d.). M. heißt ferner ein Stadtviertel in Paris zwischen der Rue du Temple und Place de la Bastille, bedeutendes Handels- und Industrieviertel; hier lag das Théâtre du M. (1600–73), wo die ersten Stücke Corneilles gegeben wurden. Auch war M. 1792 im Konvent Spottname der Partei der Girondisten. (S. Bergpartei.)

Marais de Dol (spr. -räh), s. Dol (de Bretagne).

Marajo (spr. -schoh), Insel, s. Amazonenstrom.

Máramaros (spr. -rosch), ungar. Name des ungar. Komitats Marmaros (s. d.).

Máramaroser Salzbahnen, Lokalbahnen im östl. Ungarn für Personen- und Güterverkehr (Salztransport), gehören der Maramaroser Salzbahn-Aktiengesellschaft in Budapest. Von Sókamara (Sziget) ausgehend, gehen die Linien nach Sugatag (7. Dez. 1883 eröffnet), nach Nónaszék (15. Aug. 1883), nach Kis-Bocsko (13. Nov. 1890) und nach Szlatina (Jan. 1891); letztere beiden Bahnen haben normale, die übrigen schmale Spur. Die Gesamtlänge beträgt 57,5 km.

Maräne, Fischgattung, s. Felchen.

Maranen, Marranen (span.), Schimpfwort der Spanier für getaufte, aber ihrer Religion im geheimen treu gebliebene Mauren und Juden; das Wort soll entstanden sein aus maran atha, (1 Kor. 16, 22), «verflucht», «verwünscht».

Maranhão (spr. -ranjáung) oder Maranham. 1) Küstenstaat im nördl. Brasilien, grenzt im NW. an Grão-Para (Gurupy), im W. und SW. an Goyaz, im SO. an Piauhy (Parnahyba). M. wird durch den 500 km langen und in ein großes Ästuar, die Bai von São Marcos, mündenden Fluß M. oder Guajahu mit dem Pindare und Mearim und dem in die Bai von São Jose fallenden Itapicuru bewässert. Dieselben durchbrechen