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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Marggraff - Maria (die Mutter Jesu)
kasje, Vorschuß-und Kreditverein; Cententröhren-
fabrik, Mühlen und Sägewerk. Nahebei Schloß
Oletzko. 'Ul. wurde 1560 angelegt.
geb
PH.........
1843 in München; 1845-47 war er in Augsburg an
der "AllgemeinenZeitung", 1847-53 in Heidelberg,
Frankfurt und Hambnrg an verschiedenen andern
Zeitungen thätig. 1853 übernahm er in Leipzig die
Redaktion der "Blätter für literar. Unterhaltung".
Er starb 11. Febr. 1864. M.s Schrift "Deutschlands
jüngste Litteratur- und Kulturcpoche" (Lpz. 183!)) ist
für die Geschickte des Jungen Deutschlauds vouWert.
Den frühern humoristischen Romanen "Instus und
Chrysostomus, Gebrüder Pech" (2 Bde., Lpz. 1840)
und "Johannes Mackel" (2 Bde., ebd. 1841) ließ er die
Münchhausiade "Fritz Beutel" (Franks. 1857) folgen.
Unter seinen "Gedichten" (Lpz. 1857) zeichnen sich
die humoristisch und volkstümlich gehaltenen aus.
Margherita, Königin von Italien, s. Humbert.
Margherita Ligure, Santa, Stadt, s. Santa
Margherita Ligure.
Marghilan, russ. Stadt, s. Margelan.
Margiane, im Altertum eiue innerasiat. Land-
schaft am obern Orus (Amu-darja) mit der.Haupt-
stadt Autiochia Vcargiana (hente Merw, s. d.).
Margiljan, russ. Stadt, s. Vtargelan.
Marginalien (neulat.), Randglossen, Rand-
bemerkungen, besonders in Handschriften.
Margitainsel, s. Mohacs.
Margltes, in der griech. Volkssage eine komi-
sche Person, tölpelhaft und beschränkt, doch sich sür
klug ballend, charakterisiert durch den Vers: "Vieler-
lei Dinge verstand er, doch schlecht verstand er sie
alle." M. ist der Held eines komischen Gedichts, das
dem Homer zugeschrieben wurde; die erbaltenen
Fragmente u. a. hg. von Kinkel in den "I^icorum
Fi-aecoi'uni lr^iuLntÄ", Tl. 1 (Lpz. 1877).
NÜÄ.rF0 (lat.), Rand; ml m^r^iuein, in mai-^in^,
Margolf, Vogel, s. Heher. ^am Rande.
Margonin, Stadt im Kreis Kolmar des prcnß.
Reg.-Bez. Brombcrg in Posen, am Margonincr-
see gelegen, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht
Schneidemühle hat (1895) 1770 (1890: 1824) E.,
darunter 750 Evangelische und 109 Israeliten, Post,
Telegraph, kath., neue evang. Kirche und Synagoge.
Margosaöl, Öl aus der Rinde von N^iia. ^/.0-
ä^i-^cii ^., einer Meliacee Asiens, von knoblauch-
artigem Gerucb und sebr bitterm Geschmack. M.
dient als VNttel gegen Eingeweidewürmer.
Margot (frz., spr. -goh), Koseform von Mar-
guerite, Gretchen.
Marguerite (frz., spr. marg'ribt), Margarete;
auck Name der Vtargarctenblume (s. d.).
Marguerite, Sainte (spr. hängt marg'ribt),
Insel, s. Lerinische Inseln.
Marheineke, Phil. .Nonr., prot. Theolog, geb.
1. Mai 1780 zu Hildesheim, studierte in Göttingcn,
wurde 1804 Repetent daselbst, 1805 außerord. Pro-
fessor und Universitätsprediger in Heidelberg, 1809
ord. Professor daselbst, 1811 in Berlin, wo er, seit
1820 auch Prediger an der Dreifaltigkeitskircke,
Zl. Mai 1846 als Oberkonsistorialrat starb. An-
fangs der Schcllingschen Philosophie zngcthan,
wandte er sich später dem System Hegels zu uud
galt seit dessen Tod als der Mittelpunkt der sog.
Hcgclschen Rechten, die den gesamten Inbalt der or-
thodoxen Kirchenlehrc in Hegelsche Formen fassen und
dadurch beweisen zu können glaubte. Der Über-
gang von Schelling zu Hegel offenbart sich in seinen
"Grundlehren der christl. Dogmatik" (Berl. 1819;
2. Aufl. 1827). Durch seine objektive Darstellung
des kath. Lehrsystems ist von gruudlegender Be-
dentung sür die Wissenschaft der Symbolik seine
"Christl. Symbolik" (3 Bde., Heidelb. 1810-14),
der 3. Bd. auch u. d. T. "System des Katholicismus
in seiner symbolischen Entwicklung". Unter M.s
kirchcnbistor. Schriften ist die "Geschichte der deut-
schen Reformation" (2 Bde., Berl. 1810; 2. Aufl.,
4 Bde., 1831-34) hervorzuheben. Nach feinem
Tode ersckiencnseine "Theol. Vorlesungen" (4Bde.,
Berlin; Bd^i: "System der theol. Moral", 1847;
Bd. 2: "System der christl. Dogmatik", 1847;
Bd. 3: "Christl. Symbolik", 1848; Bd. 4: "Christl.
Dogmcngeschichte", 1849). Außer mehrern Predigt-
sammlnngen sind noch zu nennen: "In8titutioii68
^mwlicao" (Berl. 1812; 3. Aufl. 1830), "Entwurf
der praktischen Theologie" (ebd. 1837), "Einleitung
in die öffentlichen Vorlesungen über die Bedeutung
der Hegelschen Philosophie in der christl. Theologie"
(ebd. 1842), "Der Erzbischof Clemens August Frei-
herr Droste zu Vischering als Friedensstifter zwi-
schen Staat und Kirche" (ebd. 1843), "Die Refor-
mation, ihre Entstehung und Verbreitung in Deutsch-
laud, dem deutschen Volke erzählt" (ebd. 1846'
2. Anfl. 1858). - Vgl. Weber, 1.6 8^8t0M6 äoZ-
iimticiuo äe N. (Straßb. 1857).
Maria, der 170. Planetoid.
Maria, Insel an der Ostseite von Tasmanien,
149 qkm groß.- An der Westseite die sichere Oyster-
bai, an der Ostscite die Reidlebai.
Maria (hebr. Nii-Min), die Mutter Jesu, in der
Kirchcnsprache UnsereLiebeFrau (U. L. F.), auch
die Heilige Jungfrau, frz. ^otre-vaniL; ital.
^I",(l0nnÄ. Nach der ursprünglichen Überlieferung
hat sie Jesum ihrem Gatten Joseph, einem Zimmer-
mann zu Nazarcth, in rechtmäßiger Ehe geboren.
Ader schon die kanonischen Evangelien, namentlich
das erste und dritte, kennen die seitdem in der Kirche
geltende andere Anschauung. Danach lebte M. zu
Nazareth und war mit dem Zimmermann Joseph ver-
lobt. Ein Engel verkündigte ihr, sie werde durch die
Kraft Gottes einen Sohn gebären, der Gottes Sohn
heißen und der von Israel erwartete Retter sein
werde. Als Joseph ihre Schwangerschaft wahrnahm,
wollte er sich von ihr scheiden, wnrde jedoch im
Traume von einen: Engel ermahnt, sie nicht zu ver-
lassen. Während eines Aufenthaltes in Bethlehem
gebar sie Jesum, den sie am Tage ihrer Reinigung
dem Herrn im Tempel zu Jerusalem darbrachte;
dann floh sie, im Traume gewarnt, vor Herodes nach
Ägypten, von wo sie nach dessen Tode nach Nazareth
zurückkehrte. Über ihre erziehende Thätigkeit wie
über ihren Charakter läßt sich aus den Evangelien
nichts Bestimmtes erkennen. Das vierte Evangelium
läßt sie nur bei der Hochzeit zu Kana und unter dem
Kreuze Jesu auftreten, wo der sterbende Sohn sie
der Pflege seines Lieblingsjüngers Johannes über-
gab. Apokryphe Evangelien nennen sie eine Tochter
des Joachim und der Anna (s. d.), lassen sie im Tempel
erzogen und als 12jähriges Mädchen dem greisen
Joseph zum Schein verlobt werden. Die jungfräu-
liche Geburt Jesu erfolgt unter wunderbaren Um-
ständen in einer Höhle bei Bethlehem. Die spätere
Sage weiß noch zu erzählen, daß sie 11 Jahre im
Hause des Johannes gelebt habe, 59 I. alt gewor-
! den und zuletzt gen Himmel gefahren sei.