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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Mauke (Joh. Heinr. Wilh.) - Maul- und Klauenseuche

Ekzem, Erysipel u. s. w. Insbesondere bezeichnet man als ekzematöse M. ein nässendes Ekzem, das in der Fesselbeuge der Pferde auftritt und im wesentlichen wohl auf Unreinlichkeit zurückzuführen ist. Der stärkste Grad der M. ist die Brandmauke, bei der ein Hautstück abstirbt und ausfällt. Die Brandmauke entsteht durch einen besondern Infektionsstoff bei gleichzeitiger Einwirkung von Nässe und starker Kälte.

Mauke, Joh. Heinr. Wilh., s. Perthes (Friedr. Christoph).

Maul, Alfred, Turnlehrer, Schüler von Adolf Spieß, geb. 13. April 1828 zu Michelstadt im Odenwalde, besuchte das Polytechnikum zu Darmstadt, wurde 1856 Lehrer an der Realschule zu Basel und 1869 Direktor der neubegründeten großherzogl. Turnlehrerbildungsanstalt in Karlsruhe. Auf dem Turntage zu Coburg 1887 wurde er zum Vorsitzenden der deutschen Turnerschaft gewählt, ein Amt, das er 1894 niederlegte. Unter seinen Werken sind hervorzuheben: "Die Freiübungen und ihre Anwendung im Turnunterricht" (Darmst. 1862), "Anleitung für den Turnunterricht in Knabenschulen" (Tl. 1 u. 2, 4. Aufl.; Tl. 3, 2. Aufl., Karlsr. 1888-93), "Die Turnübungen der Mädchen" (4 Tle., ebd. 1885-92), "Turnübungen am Reck, Barren, Pferd und Schaukelringen für Oberklassen und Turnvereine" (ebd. 1888).

Maulâ, arab. Titel, s. Molla.

Maulbeerbaum, s. Morus.

Maulbeerfeigenbaum, s. Sykomore.

Maulbeerseidenspinner, s. Seidenspinner.

Maulbeersteine, s. Harnsteine (Bd. 8, S.828 b).

Maulbronn. 1) Oberamt im württemb. Neckarkreis, hat 208,38 qkm und (1890) 23 736 (11 726 männl., 12 010 weibl.) E., 2 Städte und 21 Landgemeinden. - 2) Oberamtsstadt im Oberamt M., an der Linie Stuttgart-Breiten der Württemb. Staatsbahnen, Sitz des Oberamtes und eines Amtsgerichts (Landgericht Heilbronn), hat (1895) 1175 (1890: 1065) E., Post, Telegraph und eine wohlerhaltene Cistercienserabtei, früher Sitz einer 1556 gestifteten Klosterschule, jetzt protestantisches theol. Seminar. Die bemerkenswertesten Gebäude des Klosters sind: die 1178 geweihte Abteikirche, eine schöne dreischiffige roman. Pfeilerbasilika mit einer Vorhalle, Paradies genannt; der Kreuzgang, nördlich an die Kirche stoßend, dessen südl. Halle besonders reich geschmückt ist; das Refektorium, das Herren- und Kapitelhaus, der Sprechsaal u. s. w. - Vgl. J. und P. Hartmann, Wegweiser durch das Kloster M. (2. Aufl., Stuttg. 1875); Paulus, Die Cistercienserabtei M. (ebd. 1879; 3. Aufl. 1889).

Maule, Provinz der südamerik. Republik Chile, zwischen Talca, Linares, Nuble und Concepcion, vom 36.° südl. Br. durchschnitten, 7591 qkm groß, hat (1893) 128 375 E., d. i. 17 auf 1 qkm. M., im N. begrenzt von dem 225 km langen Küstenfluß M. (84 km schiffbar), ist fruchtbar und gut bewässert und liefert Korn, Wein, Gemüse und Früchte in Menge, auch vortreffliches Bauholz. Hauptstadt ist Cauquenes (s. d.).

Maule-Ramsay (spr. mahl rämmsĕ), s. Dalhousie (Familie).

Maulesel (Equus hinnus), ein Bastard von Pferdehengst und Eselstute, ähnelt im ganzen mehr der Mutter als dem Vater, ist klein, mit langen Ohren und dünnem, aber ganz behaartem Schwanz. Die Stimme ist wiehernd. Gezüchtet wird er Hauptsächlich in Sicilien, Istrien, Spanien und Abessinien. Der M. ist genügsam und widerstandsfähig und leistet im Verhältnis zu seiner Körpergröße sehr viel, besonders im Tragen von Lasten. (S. auch Maultier.)

Maulfüßer, s. Krustentiere und Heuschreckenkrebse.

Maulgatter, tierärztliches Instrument, mittels dessen die Maulhöhle des Pferdes behufs Vornahme einer genauern Untersuchung oder einer eingreifenden Operation offen gehalten wird.

Maulgrind der Kälber, s. Hautkrankheiten (der Haustiere, Bd. 8, S. 907 b).

Maulkeil, tierärztliches Instrument, dient demselben Zwecke wie das Maulgatter (s. d.).

Maulmain, Stadt in Birma, s. Malmen.

Maulschütze, s. Strohverarbeitung.

Maulseuche, s. Maul- und Klauenseuche.

Maulsperre, s. Starrkrampf.

Maultasch, Margarete, Gräfin von Tirol, s. Margarete Maultasch.

Maultier (Equus mulus oder Asinus vulgaris mulus), Produkt der Bastardzucht von Eselhengst und Pferdestute. Das M. ist größer und stärker als der Maulesel und steht seinem Aussehen nach dem Pferde näher als dem Esel, dem es nur die Länge der Ohren, den an der Wurzel kürzer behaarten Schweif und die Stimme verdankt. In Große und Haarfärbung, in Temperament und Gelehrigkeit und in den, der Zierlichkeit nicht entbehrenden Körperformen ähnelt das M. dem Pferde. Seine Ausdauer bei der schwersten Arbeit und die Sicherheit, mit der es unter relativ großen Lasten auf den schwierigsten Pfaden marschiert, ist bewundernswert. Am weitesten verbreitet ist die Maultierzucht in Spanien, wo die der Mancha für die beste gilt, und in Südfrankreich. Auch in Neapel, Sicilien und Oberösterreich werden M. in nicht unerheblicher Menge gezogen. Nordamerika hat neuerdings in der Zucht großer, leistungsfähiger und schöner M. so bedeutende Fortschritte gemacht, daß es bereits nach Europa exportiert. M. und Maulesel (s. d.) können sich fruchtbar verbinden. Die daraus entstehenden Blendlinge werden in Italien Bardotto, in Spanien Burdegano oder Machoromo genannt.

Maultrommel oder Brummeisen, ein Musikinstrument von Stahl, in der Form eines kleinen Hufeisens mit zusammengebogenen Enden, zwischen denen eine freischwingende elastische Zunge steht. Indem man das Instrument zwischen die Zähne nimmt und darauf unter Artikulation der Sprachorgane wie beim Singen haucht, ohne doch selbst zu singen, setzt man die Stahlzunge mit dem Finger in Bewegung, wodurch die von dieser hervorgebrachten Töne eine besondere Klangfarbe gewinnen. Die M. war schon im Anfang des 17. Jahrh. bekannt und findet sich auch bei wilden Völkern, wie den Papuas, die sie von Rohr anfertigen.

Maul- und Klauenseuche, Aphthenseuche, Blasenkrankheit, Blasenseuche, eine beim Klauenvieh (Rind, Schaf, Ziege, Schwein) häufig, bei Pferden, Hunden und Katzen seltener vorkommende akute Infektionskrankheit, in deren Verlauf Blasen und Geschwüre auf der Maulschleimhaut (Maulseuche) und an den Klauen und im Klauenspalt (Klauenseuche) neben allgemeinen Krankheitserscheinungen auftreten. Die Krankheit beginnt mit Fieber, entzündlicher Rötung und schmerzhafter Schwellung der Maulschleimhaut und der Haut des Ballens und der Spalte der Klauen, verminderter Freßlust und bei Kühen mit Abnahme der Milchabsonderung. Nach zwei bis drei Tagen entwickeln sich auf der Schleimhaut des