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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Megaskop – Mehemed Ali

Megaskōp (grch.), ein Projektionsapparat (s. d.).

Megasse, soviel wie Bagasse (s. d. und Kolonialzucker).

Megasthĕnes, Gesandter des Seleucus l. Nikator bei einem ind. Könige in Palibothra (Pataliputra) am Ganges, verfaßte nur 300 v. Chr. vier Bücher «Indica» in griech. Sprache. Die geogr. Angaben des M. sind genau, unter seinen sonstigen Berichten finden sich manche fabelhafte, auf einheimischen Erzählungen beruhende Angaben. Was von den Werken des M. erhalten ist, hat Schwanbeck, «Megasthenes Indica» (Bonn 1846), und nach ihm C. Müller im 2. Bande der «Fragmenta historicorum graccorum» (2. Ausg., Par. 1853) gesammelt.

Megastŏma, s. Geißeltierchen.

Megatherĭum, Großtier, wurde von Cuvier die typische und zuerst bekannte Gattung einer Familie von Riesentieren benannt, deren Reste vorzugsweise in den Thonen der Pampas Südamerikas gefunden werden. Es sind plumpe Tiere, in ihrem Skelettbau den Faultieren verwandt, mit kleinem, rundem Schädel, wenigen zylindrischen Backzähnen, ohne Eckzähne und Schneidezähne, mit riesenhaften Füßen, deren Knochen auffallend breit und deren Zehen mit großen Sichelkrallen bewaffnet waren, mit starkem Schwanze, auf den sie sich beim Aufrechtstellen stützen konnten. Man kennt mehrere Gattungen (M., Mylodon, Megalonyx, Scelidotherium), die man früher zum Teil mit den gepanzerten Riesentieren derselben Gegenden verwechselte, während sie offenbar behaarte Haut hatten. Fast vollständige Skelette finden sich jetzt in vielen Museen; das erste, 1789 entdeckt, kam nach Madrid und ist 4,5 m lang, 2,5 m hoch. Die kleinste Art (Scelidotherium minutum Burm.) hat dagegen nur die Größe eines Schweins.

Megenberg, Konrad von, s. Konrad von Megenberg.

Megerle oder Megerlin, Hans Ulrich, der Familienname von Abraham (s. d.) a Santa-Clara.

Megerle, Karl, s. Mühlfeld, Karl Megerle von.

Mēghadūta, ein Gedicht des Kālidāsa (s. d.).

Meghua, Mündungsarm des Ganges (s. d.).

Megiddo, Stadt in Palästina im SW. Der großen Ebene Jesreel, bekannt durch die Niederlage des Königs Josia von Juda durch Necho II. von Ägypten (608 v. Chr.). Gewöhnlich setzt man sie in der Nähe von el-Leddschun an. Über die Ebene von M. s. Jesreel.

Megna, Mündungsarm des Ganges (s. d.).

Megye (ungar., spr. meddje), soviel wie Komitat.

Meh, japan. Gewicht, s. Monmeh.

Mehadĭa, Groß-Gemeinde im Stuhlbezirk Orsova des ungar. Komitats Krassó-Szörény, an der Donau, am Bache Bella-Reka, einem Zuflusse der in die Donau mündenden Černa, und an der Linie Budapest-Verciorova der Ungar. Staatsbahnen, hat (1890) 2480 meist rumän. griech.-orient. E., zwei Kirchen, einen alten Friedhof mit röm. und griech. Inschriftsteinen, röm. Ruinen und bedeutende Kohlenbergwerke. 8 km östlich Herculesbad (167 m), die Thermae Herculis (ungar. Herkules fürdö) der Römer, mit 22 (9 benutzten) heißen Quellen (41–62°C.), teils Schwefelquellen, teils indifferente Thermen, deren stärkste die Herculesquelle ist; sie werden gegen chronisch-rheumatische Leiden angewandt. Herculesbad hat eine neue kath. Kirche, mehrere vom Staate erbaute Kurhäuser, darunter der palastartige Franz-Josephs-Hof, das 1884–85 erbaute Neue Bad, Überreste einer Römerstraße ↔ und einer türk. Wasserleitung in der Nähe. 1893 wurde M. von 6823 Kurgästen besucht. Bei M., dem ad Mediam der Römer, führte von der Donau durch das Černathal eine Hauptstraße nach Dacien. Die jetzt zerfallene Festung wurde von den Türken 1716, 1738 und 1789 erobert und geschleift. Bei M. fanden vom 17. bis 18. Aug. 1789 siegreiche Gefechte unter Hadik statt. – Vgl. Munk, Der Kurort Herculesbad nächst M. (Wien 1871); Popovieiu, Herculesbad bei M. (ebd. 1885).

Mehallet el-Kebir, Stadt in der ägypt. Provinz Gbarbieh, inmitten des Nildeltas, an der Zweigbahn Tanta-Damiette, inmitten großer Baumwollpflanzungen, hat etwa 30000 E., große Egreniermaschinenbetriebe und lebhaften Handel.

Mehari, Mahri, s. Kamele.

Mehekanal, s. Tabelle zum Artikel Fehn- und Moorkolonien (Bd. 6, S. 629).

Mehĕmed Ali, Vicekönig von Ägypten, geb. 1769 in Kavala, gelangte 1799 mit dem gegen die ägypt. Expedition der Franzosen ausgesandten türk. Heere nach Ägypten, wo er sich die Gunst des Volks und Heers errang, den großherrlichen Statthalter vertrieb und sich selber an dessen Stelle setzte. 1805 gelang es ihm durch Bestechung, von der Pforte als Wali von Ägypten anerkannt zu werden. M. A. vernichtete zunächst die frühern Gewalthaber dieser Provinz, die Mamluken-Begs, durch eine furchtbare Metzelei 1811, dehnte seine Herrschaft über einen Teil Arabiens sowie Nubien und Kordofan aus und sicherte durch einen längern Krieg 1811–19 gegen die fanatische Sekte der arab. Wahhâbiten (s. d.) die Pilgerfahrt nach Mekka. Im Innern suchte er die wirtschaftlichen Kräfte des Landes durch Einführung europ. Civilisation zu heben, ein großes Nilstauwerk wurde angelegt, Straßen und Kanäle gebaut, dagegen aber durch Regale und Monopole die Erträgnisse der erhöhten Gewerbthätigkeit in seine eigene Tasche geleitet, um so seine Machtstellung gegenüber der Türkei immer mehr zu befestigen. 1824 vom Sultan Mahmud II. gegen die aufständischen Griechen zu Hilfe gerufen, sandte er seinen Stiefsohn Ibrahim Pascha mit Heeresmacht nach der Morea, ließ ihn aber nach einer mit dem engl. Admiral Codrington abgeschlossenen Konvention zurückkehren und wußte dennoch zur Belohnung die Insel Kreta zu erlangen, die ihm zur Verwaltung übergeben wurde. Wegen eines geringfügigen Streites mit dem Statthalter von Akka begann M. A. Krieg gegen die Türkei, der nach der völligen Niederlage der Türken in dem Frieden zu Kutahia (4. Mai 1833) seinen Abschluß fand und M. A. die Statthalterschaft über ganz Syrien einbrachte. (S. Ägypten, Geschichte.) Ein neuer Versuch der Pforte, M. A. zur Unterwerfung zu bringen, trug ihr 24. Juni 1839 die Niederlage zu Nisib ein. Aber dieser und die weitern Erfolge M. A.s zeitigten 1840 die Quadrupelallianz zwischen Österreich, Preußen, England und Rußland, die den Schutz der Pforte gegen M. A. bezweckte. Hierauf erfolgten der Hatt-i-Scherif vom 13. Febr. 1841 und der Investiturferman vom 1. Juni 1841, durch die M. A. zwar in dem erblichen Besitze Ägyptens und Nubiens bestätigt, zugleich aber auch verpflichtet wurde, der Pforte einen erhöhten Jahrestribut zu zahlen, sich den allgemeinen Gesetzen des Osmanischen Reichs zu unterwerfen, seine Streitkräfte nicht ohne Erlaubnis des Sultans zu vermehren und alle höhern Offiziere durch diesen bestätigen zu lassen. 1846 besuchte M. A. zum erstenmal Kon-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 731.