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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Ménes - Mengs

v. Chr., an diese abschickten. M. A. überredete die Plebejer durch die Erzählung von den Gliedern, welche dem Magen den Dienst verweigern, zur Eingehung eines Vergleichs, dessen Hauptbedingung die Einsetzung der Volkstribunen war.

Ménes (spr. mehnesch), Klein-Gemeinde im Stuhlbezirk Radna des ungar. Komitats Arad, in 133 m Höhe, hat (1890) 1246 meist rumän. griech.-orient. E., die guten Rotwein (Méneser Ausbruch) bauen, der dem Tokaier am nächsten kommt.

Menes, Mena, nach der ägypt. Sage der älteste König Ägyptens, der auf die Halbgötter folgte. Er sollte aus Thinis in Mittelägypten stammen und an einer durch Abdämmung des Nils gewonnenen Stelle Memphis gegründet haben. Auch der Ptahtempel dieser Stadt ward ihm zugeschrieben.

Ménestrels (frz.), mittelalterliche Spielleute, s. Jongleurs.

Ménét., s. Mén.

Mene tekel, soviel wie Warnung, s. Meneh meneh tekel upharsin.

Ménétriers (frz., spr. -trĭeh), mittelalterliche Spielleute, s. Jongleurs.

Menfi, Menfrici (spr. -fritschi), Stadt im W. der ital. Provinz Girgenti, Kreis Sciacca auf Sicilien, mit bedeutendem Ölbau, hat (1881) als Gemeinde 10059 E. In der Nähe antike Steinbrüche. !

Menge, s. Quantität.

Mengedünger, s. Kompost.

Mengekorn, s. Gemenge.

Mengen, Stadt im Oberamt Saulgau des württemb. Donaukreises, an der Ablach und der Linie Ulm-Immendingen der Württemb. und der Nebenlinie M. - Krauchenwies (9,1 km) der Bad. Staatsbahnen, hat (1895) 2509 (1890: 2514) meist kath. E., Post, Telegraph, Latein- und Realschule, Hospital; Tuchmacherei, Weißstickerei, Strickwarenfabrikation, Feilenhauerei, Massenfabrikation, Mühlen- und Sägewerke, Landwirtschaft und Viehzucht. – 819 wird es zuerst als Maginga genannt; 1276 wurde es Stadt (eine der fünf Donaustädte) und kam 1805 an Württemberg.

Menger, Anton, Jurist, geb. 12. Sept. 1841 zu Maniow in Galizien, habilitierte sich 1872 für österr. Civilprozeßrecht an der Universität zu Wien, wurde dort 1874 außerord. und 1877 ord. Professor. Seine bekanntesten Werke sind: «Das Recht auf den vollen Arbeitsertrag in geschichtlicher Darstellung» (2. Aufl., Stuttg. 1891), «Das bürgerliche Recht und die besitzlosen Klassen» (Tüb. 1891).

Menger, Karl, österr. Nationalökonom, Bruder des vorigen, geb. 23. Febr. 1840 zu Neu-Sandez in Galizien, studierte in Wien und Prag und wurde 1873 Professor an der Wiener Universität. Auch war er mehrere Jahre Lehrer des Kronprinzen Rudolf von Österreich. Seiner wissenschaftlichen Tendenz nach steht er in einem scharfen Gegensatz zu der in Deutschland vorherrschenden histor. Richtung, indem er der analytischen und der abstrakt theoretischen Methode wieder größern Raum verschaffen will. M. schrieb außer zahlreichen Abhandlungen in Zeitschriften: «Grundsätze der Volkswirtschaftslehre» (Wien 1871), «Untersuchungen über die Methode der Socialwissenschaften» (Lpz. 1883), «Die Irrtümer des Historismus in der deutschen Nationalökonomie» (Wien 1884), «Zur Theorie des Kapitals» (in den «Jahrbüchern für Nationalökonomie und Statistik», Jena 1888), «Grundzüge einer Klassifikation der Wirtschaftswissenschaften» (in den «Jahrbüchern für Nationalökonomie und Statistik», ebd. 1889), «Beiträge zur Währungsfrage in Österreich-Ungarn» (ebd. 1892), «Der Übergang zur Goldwährung» (Wien 1892).

Mengeringhausen, Stadt im Kreis der Twiste des Fürstentums Waldeck, an der Nebenlinie Warburg-Corbach der Preuß. Staatsbahnen, hat (1895) 1442 (1890:1329) meist evang. E., Post, Telegraph, landwirtschaftliche Winterschule.

Mengfutter, s. Gemenge.

Meng-kho, s. Meng-tze.

Mengs, Anton Raphael, Maler, geb. 12. März 1728 zu Aussig in Böhmen, wurde von seinem Vater Ismael M. (geb. 1690 in Kopenhagen, gest. 1764 als Hofmaler in Dresden; sein Selbstbildnis in der dortigen Galerie) früh in harter Zucht zum Maler ausgebildet. Er ging mit demselben 1741 nach Rom, kehrte 1744 nach Dresden zurück und wurde vom König August Ⅲ. zum Hofmaler ernannt; doch erhielt er zugleich die Erlaubnis nach Rom zurückzukehren. Er ging 1746 wieder dorthin und schuf nun größere Kompositionen, darunter eine büßende Magdalena (jetzt in der Dresdener Galerie) und eine Heilige Familie, letzteres Bild besonders deshalb merkwürdig, weil ihm zur Madonna ein schönes Bauernmädchen, Marguerita Guazzi, seine nachherige Gattin, der zu Liebe er zur kath. Kirche übertrat, zum Modell diente. 1749 abermals nach Dresden zurückgekehrt, erhielt er, als 1751 daselbst die kath. Hofkirche eingeweiht wurde, den Auftrag, das Hochaltarbild, die Himmelfahrt Christi darstellend, zu malen, und die Erlaubnis, dasselbe in Rom auszuführen. 1754 übernahm er in Rom die Direktion der auf dem Kapitol neu errichteten Malerakademie, 1757 malte er für die Cölestinermönche die Decke in San Eusebio (Verklärung des heil. Eusebius), dann in der Villa des Kardinals Albani ein Deckengemälde, den Parnaß mit Apollo und den Musen darstellend, mit dem er zur klassicistischen Malerei überging. 1761 folgte M. einem Rufe König Karls Ⅲ. nach Spanien, wo er seine Himmelfahrt Christi für die Dresdener Hofkirche vollendete und im Wetteifer mit Tiepolo zahlreiche Fresken im königl. Schlosse malte. 1769‒73 und dann wieder seit 1775 lebte er in Rom, wo er 29. Juni 1779 starb. M. war Eklektiker, der die Schönheiten der Antike, Raffaels, Tizians und Correggios zu verschmelzen suchte. Seine Bildwerke sind in Komposition einfach und edel, seine Zeichnung ist richtig, seine Technik bedeutend. Gleichwohl lassen sie den Beschauer kalt, weil sie Absichtlichkeit und Mangel an Inspiration verraten. Abgesehen von einigen Historienbildern, von denen das Berliner Museum eine Heilige Familie, die Dresdener Galerie Josephs Traum von der Verkündigung, die Harrachsche Galerie in Wien eine Geburt Christi besitzt, beruht M.’ Bedeutung auf seinen Bildnissen, die sich im Pradomuseum zu Madrid, in der kaiserl. Galerie zu Wien, der Dresdener Galerie und im Berliner Museum befinden. Von seiner Sammlung von Handzeichnungen berühmter Meister, von Vasen und Gipsabgüssen schenkte er einen Teil der königl. Akademie in Madrid, ein anderer befindet sich in Dresden. Seine ästhetischen Schriften, bei deren Ausarbeitung ihn sein Freund Winckelmann unterstützte, wurden herausgegeben italienisch von Cavaliere d’Azara (2 Bde., Parma 1780; deutsch von Prange, 3 Bde., Halle 1786). – Vgl. Reber in «Kunst und Künstler des Mittelalters und der Neuzeit», Heft 36 (Lpz. 1877).