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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Meteorologische Apparate - Meteorologische Centralstellen
durck den Inhalt gebotener Form. Als amtliche
Publikationen sind weiter zu nennen die erwähn-
ten Wetterberichte und Meteorolog. Kartenwerke.
Da es nicht möglich ist, die sämtlichen Veobach-
tungstabellen voll zu veröffentlichen^ pflegt jede
Oetttralstelle eine der Grösie des Systems ent-
sprechende Zahl von Etationen auszuwählen und
deren Beobachtungen nach einem auf den Kongressen
festgestellten internationalen Schema zu publicieren.
Zur Erreichung inöglichster Kürze hat man für die
nicht durch Zahlen darstellbaren Witterungselc-
mente nachstehende Zeichen vereinbart:
W
Negen

Glatteis
Hagel

Regenbogen
Tau

Wettcrlcuchteu od. Vlitz
<-
Eisuadcln

ohuc Donner
)e
Schucc

Donner ohue Vlii)
Graupeln

Reif
V
Duft oder Rauhfrost

Schneegestöber
Ttarkcr Wiud
O
Sonnenring
Moudriusz
(0
Sonnenhof
Mondhof
^^.
Nordlicht
1^
Gewitter

Höhenrauch.
Nebel


Von den Beobachtungen der andern Stationen
werden nur die Resultate als Mittelwerte oder
Summen für gewisse Zeiträume (die Monate und
das Jahr) in passender Zusammenstellung publiziert.
Als Zeitschriften, welche fpeciell oder doch
vorwiegend der M. dienen, können genannt werden:
^pk6in6i'iäe8 8ociowti8 inLteorolo^icao I^litinü"
(12 Bde., Münch. 1781-92): Annalen der Physik
und Chemie, hg. srüher von Poggendorf, jetzt von
G. und E.Wiedemann; Zeitschrist der österr. Gesell-
schaft für M. (20 Bde., Wien 1806-85); Meteoro-
logische Zeitschrift, hg. von der deutfchen Meteoro-
logischen Gesellschaft, vom 3. Iabrg. an von dieser
und der österr. Gesellschaft für M. gemeinschaftlich
(1884fg.); tloui'mil ol tli6 ^cottisli Noteoiolo^ic^I
^ociet); ^iiiiu^ii0 äo l^ 8oci6t^ in6t00r0l0^i(iuo
ä6i"i-auc6 (1862 fg.); Symons Nontlli^ N^tooro-
lo^iclli ^oui-nni; (^u^rtoil^ ^ouiulll ot' tlio Ito)'al
^iLteorolo^ic^i ^uciot^ I^onäon; K3.tui'0; Das
Wetter (1884 fg.).
Lehr- und.5) and b ü ch e r find namentlich: Kämtz,
Lehrbuch der M. (3 Bde., Halle 1831-36); E. E.
Schmid, Lehrbuch der M. (Lpz. 1857-61); van
Bebber, Handbuch der ausübenden Witterungs-
kunde (2 Bde., Stuttg. 1885-86); Sprung, Lehr-
buch der M. (tzamb. 1885); Scott, Nimnentai'x
Meteorolog (3. Aufl., Lond. 1885; deutsch von
W. von Freeden, Lpz. 1884); Mohn, Grundzüge der
M. (4. Aufl., Verl. 1887); Klein, Allgemeine Wit-
teruugskunde (Lpz. 1882); Müller, Lehrbuck der
kosmischen Pbysik (5. Aufl., bearbeitet von Peters
mit Atlas, Vraunschw. 1894); Günther, Die M.
(Münch. 1889); van Vebbcr, Lehrbuch der M.
(Stuttg. 1890); ders., Katechismus der M. (3. Aufl.
von Gretschels Katechismus der M^, Lpz. 1893);
Haun, Handbuch der Klimatologie (stuttg. 1883);
Woeikoff, Klimate der Erde (Jena 1887); Hellmann,
Nepertorium der deutschen M. (Lpz.1883); Umlauft,
Das Luftmeer (Wien 1891); Hornberger, Grundriß
derM. und Klimatologie (Berl. 1891); Ule, Die
Erde und die Erscheinungen ihrer Oberfläche, nach
Reclus (2. Aufl., Brauuschw. 1891); Abereromby,
Das Wetter (deutsch von Pernter, Freib. i. Br.
1894); van Berber, Hygieinische M. (stuttg. 1895).
Meteorologische Apparate, Meteorolo
gischc Instrumente, die in der Meteorologie (s.d.)
gebrauchten Instrumente und Hltcßwerkzeuge. Die
wichtigsten sind: Barometer (s.d.), Thermometer (s.d.),
Hygrometer (s. d.), Windmesiapparate (s. d.), Regen-
inesser (s. d.), Wolkenspiegel (s. d.), ^onnenscheinauto-
graph (s. d.). Alan pflegt die M. A. in solcke eiuzu-
teilen, die zur direkten Beobachtung eingerichtet find
nnd die an den gewöhnlichen Meteorolog. Stationen
gebraucht werden. Ferner unterscheidet man Normal-
instrnmente, mit denen die der Meteorolog. Zentral-
stellen verglichen werden. Endlich hat man Negistrier-
apparate (s. d.), auch Meteorographen (s. d.), welche
die unmittelbare Beobachtung und den Beobachter
mehr oder weniger ersetzen können.
Meteorologische Beobachtungsstationen,
soviel wie Meteorologische Stationen.
Meteorologische Eeutralstellen, Amter, von
denen ans die Meteorologischen Stationen (s. d.)
geleitet werden. Ihre Aufgabe besteht in erster
^inie darin, die Stationen einzurichten, das In-
strumentarium derselben zu unterhalten, die Be-
obachtungstabellen zu sammeln, zu prüfen, zu ver-
arbeiten und die Resultate zu publizieren. Meist
sind die Zentralstellen mit Meteorolog. Stationen
erster Ordnung (Observatorien) verbunden. Neuer-
dings haben sie auch vielfach den Wetterberichts-
dienst zu besorgen und sind als Sitz der Pflege der
Meteorologie als Wissenschaft cmzufehen. Ibre Be-
zeichnung ist verschieden. In einigen Ländern nennt
man sie Meteorolog. Institute oder 'Amter, in
andern Meteorolog. (5 entralstati 0 ncn oder (5 en -
tralbureaus. In Deutschland ist die Meteorolog.
Zentralstelle für Pflege der maritimen und der Küsten-
meteorologie die kaiserlich deutsche Seewarte (s. d.).
Der Pflege der Meteorologie als Wisfenfchaft und
Leitung der fpeeiellen klimatologifchen oder bydrogr.
Forschungen dienen das königlich preuß. Meteoro-
logische Institnt in Berlin, die königlich bayr. Me-
teorologische Zentralstation in München, das könig-
lich sächs. Meteorologische Institut in Ehcmnitz, die
königlich württemb. Zentralstation in Stuttgart, das
großherzogl. Centralbnreau für Meteorologie und
Hydrographie in Karlsruhe, der Meteorologische
Landesdienst in Straßburg. In England liegt der
^I0t00i'0i0ssica1 Okn'cc; in London die Pflege de^ ge-
samten Meteorolog. Dienstes (Land und See) ob.
Meteorolog. Institnte befinden sich ferner in Kri-
stiania, Stockholm, Kopenhagen, Utrecht, Bukarest.
Zentralstationen oder Eentralbureaus sind in Paris,
Petersburg, Rom, Wien, Pest, Zürich, Madrid.
Neuerdings entwickelt sich eine Meteorolog. Central-
stelle in Bulgarien (Sofia). In Nordamerika giebt es
eine Not^oroloMni Ot'üco in Toronto. 1891 wurde
in Wafhington ein ^V^tdoi- Vui-^^n begründet,
dessen Aufgabe die Leitung des ganzen Beodach-
tungvsystems der Vereinigten Staaten ist. In Süd-
amerika hat eigentlich nur die Argentinische Re-
publik ein ausgebildetes Beobachtungssystem mit
Ccntralstelle in Bnenos-Aires. In den andern
Staaten ist jedoch die Entwicklung der Meteorolog.
Forschungen in erfreulichem Fortgang begriffen.
Für das ruff. Asien wirkt das Eentralinstitut in
Petersburg, für Indien die Ccntralstelle in Kal-
kutta und für Japan die in Tokio. Die For-
schungen in Südafrika stehen unter der Leitung
einer Kommifsion in Kapstadt. In Australien be-
finden sich Centralstellen zu Vrisbane, Sydney,
Melbourne und Adelaide.