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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Mexikanische Hieroglyphen - Mexiko (Föderativrepublik)
der Vau einen größern Umfang anzunehmen. Unter
den größern Eisenbahngesellschaften sind hervorzu-
heben: die Interoceanische Eisenbahn (835 km;
Hauptlinie Mexiko-Veracruz, 580 km), die Mexika-
nische Centralbahn (3020 km; Hauptlinie Mexiko-
El Paso in Texas, 1970 km), die National-Eisen-
dahn (1980 km; Hauptlinie Mexiko-New Laredo,
1350 km), die Mexikanische Internationale Eisen-
bahn (922 km; Hauptlinie Ciudao Porfirio Diaz-
Mexiko, 870 km). Die Linien der Monterey and
Mexican Golf-Gesellschaft verbinden den Hafen und
den Nordosten des Landes mit den Vereinigten
Staaten. Diese Bahn ist dadurch merkwürdig, daß
die schienen auf Mcchagonischwellen ruhen, wäd-
rend die Brücken aus weißem Marmor hergestellt
sind. Die Tehuantepecbahn (318 km) ist bis auf
ctwa 50 km fertig gestellt und wird eine der wich-
tigsten Verbindungen zwischen dem Atlantischen und
Stillen Ocean werden: ihre Endpnnkte sind Goatzo-
coalcos und Ealina Cruz. Über Vetriebsergebnissc
u. s. w. sind vollständige Angaben nicht vorbanden;
der Staat muß bedeutende Summen für Subven-
tionen ausgeben.
Mexikanische Hieroglyphen. Die Mexikaner
hatten keine Schrift. Sie kannten uur eine Gedan-
tenübermittelung durch Bilder. Ganze Vorgänge,
wie auch Namen von Personen und Ortschafteil
wurden in Bildern, zum großen Teil aus konven-
tionellen Zeichen bestehend, dargestellt. So zeigt z.B.
Fig. 1.
Fig. 2.
Fig. 3.
die Fig. 1 die konventionelle Art der Darstellung
eines Berges (t6p6-tl) und darin zwei Zeichen (tlan-
tli), das giebt zusammen den Ortsnamen ^o^Ltitian,
das ainmitten der Berge" bedcntet. Fig. 9 zeigt
einen Baum (^UH-Imitl) mit Zähnen (tian-tii), das
giebt den Ortsnamen t^uaulititiau, "inmitten des
Waldes". Fig. 3 ein Baum (li^-Iiuiti) mit einer
Fig. l.
Fig. 6.
Mundosfnung und davor das Zeichen der Neoe
<n^Iiu^t1), das giebt zusammen den Ortsnamen
HinniknaliuÄc, "am Walde". Fig. 4 zeigt einen
Borg (topoti) mit einer Nafc (^clM), das giebt den
Ortsnamen'loiioM^c, "am Vergvorsprung". Fig.5
zeigt ein Paar Lippen (tontii) mit einem Wasser-
strom <M), das giebt den Ort ^toi^o, "am Wasser".
Fig. 6 ein Gesicht (x^MclUi) mit Wasser (atl), das
giebt ^x^^-c^ti, Name des sechsten mexit. Königs.
Mexikanischer Meerbusen oder Golf von
Mexiko, Teil des Atlantischen Oceans, zwischen
den Vereinigten Staaten, Mexiko und den Halb-
inseln Florida und Mcatan, steht zwischen beiden
in einer Breite von 712 km dem Ocean offen, und
zwar durch die 185 km breite Straße von Jucatan,
welche im SW. von Cuba in das Karibische Meer
führt, und die 225 km breite Floridastraße. Die
! Gestalt des Meerbusens nähert sich der eines Ei-
rundes, dessen größter Durchmesser von SW. gegen
NO. eine Länge von 1760 km hat, während der
kleinere nur 1125 km zählt. Der südl. Abschnitt des
großen Wasserbeckens heißt Campechebai, die
nordöstlichste Apalacheebai. Im Meerbusen selbst
finden sich nur wenige kleine Inseln, die meisten
liegen an den Küsten. Die größten Tiefen betragen
3900 m und liegen nördlich von Cuba; der Kern ist
über 3000 m tief. Seine seichten Ufer aber bestehen
aus angeschwemmtem Land und bieten uur wenige
gute Häfen, darunter Veracruz in Mexiko, Neu-
orleans in Louisiana, Mobile in Alabama, Pensa-
cola in Florida, Habana auf Cuba. Außer den
kleinern Flüssen des mexik. Hochlandes und der
uordamerit. Tiefebene, deren Äusgänge fast sämt-
lich durch Barren gesperrt sind, münden bloß zwei
größere Flüsse, der Mississippi und der Rio del Nortc.
All der Küste von Ducatan und Florida zieht die
200 m-Tiefenlinie 200 km von der Küste entlang,
wodurch die Campechebank und die Floridabank ent-
steheil. Aus dem M. M. entwickelt sich der Florida-
strom (s.Golfstrom) gegen NO. <S.Karte: Mexiko.)
Mexiko oder Mejico (spr.mech-), ^Lwüoz Uni-
608 liL Noiico oder 1>"^vld11c^ Nexickna, Födera
tivrepublit zwischen 15" und 32° 42^ uördl. Br. und
zwischen 86° 34' und 117° 7' westl. L., wird im N.
von den Vereinigten Staaten, im O. vom Mexikani-
schen Mecrbuseu (s. d.), im S. von Britisch-Hondu-
ras, Guatemala und dem Stillen Ocean, im W.
von diesem Meere allein begrenzt, bedeckt mit der
Halbinsel Niederkalifornien (s.Vaja-California) und
den Inseln 1946523 hkm. (Hierzu Karte: Mexikos
Oberflächengestaltuug. M. ist eine südl. Fort
setzung von der kordillerischen Westhälfto der Union.
Aus einem nur 20-100 km breiten niedrigen
Küstenvorlande am Mexikanischen Golf erhebt sicd
der Hauptkörper des Landes rafch und steil zu einem
ausgedehnten Hochland, um westwärts in uoch
steilern Stufen zu einem ähnlichen schmälern Küsten-
vorlande am Stillen Ocean und Kalifornischen Golf
abzustürzen. Etwa 90 Proz. der Fläche liegen höher
als 100 m ü. d. M., 75 Proz. höber als 500 m,
50 Proz. höher als 1000 m und 30 Proz. höher als
1500 m, der eigentliche Kern, um Zacatecas und M.,
etwa 10 Proz. der Gesamtfläche, sogar über 2000 m.
Der höchste Berg, der Citlaltcpetl oder Pik von
Orizaba, ist 5582 m hoch, der Popocatepetl 5452 in,
der Iztaccihuatl 5110 m, der Xinantecatl oder Ne-
vado de Toluca 4500 m, der Matlalcueyatl oder
Malinche 4461 m, der Nevado de Colima 4300 m,
der Ajusco 4113 m, der Cofre de Pcrote 4090 in.
Alle diese Berge sind erloschene oder thatige Vulkane
und liegen an einer großen Vruchspalte, die M.
zwischen San Blas und Vcracruz quer durchsetzt,
und südlich von der alles Land zu einem rührigern
Niveau abgesunken zu sein scheint. Im S. erreicht
derZempoaltepetl uur 3396 m, während lbei Catorce)
im NO. die Sierra de los Angeles mit 2730 m und
die Sierra de Nayarit (im Combre de Durango)
in 3200 m gipfelt. Neben dem juugvulkanischen Ge-
stein, das außer au dem augegebcnen Hauptbruche
auch an zahlreichen Nebenbrüchcn, und namentlich
im NW., entlang der sog. Sierra Madre Occidental,
weite Näume einnimmt, herrschen jüngere, beson
ders kretaceische und tertiäre Schichtgesteine vor,
und das archaische und paläozoische Grundgerüst des
Landes (cambrischer Schiefer u. s. w.) tritt nur iu
beschränkten Gebieten zu Tage. übrigens ist das