Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

853

Mezö Kövesd – Mi

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Mezöhegyes'

Hengstdepots abgegeben oder verkauft werden. In den zwanziger und vierziger Jahren hat dasselbe namentlich durch Verwendung von arab., normann. und engl. Blut bestimmte Zuchtrichtungen angenommen. Zur Hebung der Landespferdezucht werden 3½ jährige Hengste (alljährlich etwa 70) an die Depots abgegeben und die überzähligen sowie ausgemusterten Zuchttiere im Herbst versteigert.

Mezö Kövesd (spr. -sö köweschd), Groß-Gemeinde und Hauptort eines Stuhlbezirks (51045 E.) im ungar. Komitat Borsod, an der Linie Budapest-Hatvan-Kaschau der Ungar. Staatsbahnen, hat (1890) 12674 magyar. kath. E.; Acker- und Weinbau und Getreidemärkte.

Mezöség (spr. -söschehg), roman. Kimpia, oder Siebenbürger Heide, Landschaft in der Mitte Siebenbürgens zwischen Klausenburg, Szamos-Ujvár, Sächsisch-Regen, Maros-Vasarhely und Torda, ein waldloses, nur wenig bewässertes, aber vielfach sumpfiges Hügelland von 5600 qkm und 250–360 m Höhe. Der Reichtum besteht in unermeßlichen Steinsalzlagern. Zahlreiche Salzquellen sowie die Bittersalzquellen von Kis Czég, Nagy-Ölyves, Kis Sármás und Novaly stehen mit denselben in Verbindung. Die Bevölkerung ist größtenteils rumän. Abkunft.

Mezö Túr (spr. -sö), Stadt mit geordnetem Magistrat im ungar. Komitat Groß-Kumanien-Szolnok, am Berettyófluß und an den Linien Budapest-Arad, M.-Szarvas (21 km) und M.-Turkeve (16 km) der Ungar. Staatsbahnen, hat (1890) 23757 meist magyar. evang. E., ein reform. Gymnasium; Töpfereien (ausgezeichnetes Schwarzgeschirr), Weizen-, Mais- und Rapsbau, Schaf- und Schweinezucht, Wochen- und Jahrmärkte.

Mezŏvon, Stadt im türk. Wilajet Jannina, am Fuß des Zygóspasses (s. Lakmon) und an den Quellen des Arachthos gelegen, 1150 m ü.d.M., zählt etwa 6000 E., die vielfach ins Ausland wandern. M. ist Hauptort der Zinzaren (s. Rumänien), die das Pindosgebirge bewohnen. Es ist für die Türken sehr wichtig, da alle Übergänge von Macedonien nach Epirus von hier aus beherrscht werden.

Mezzadrīa (ital.), ein landwirtschaftlicher Meierkontrakt nach dem sog. Halbscheidsystem (s. Halbscheidwirtschaft).

Mezzanīn (ital.), soviel wie Halbgeschoß (s. d.).

Mezza voce (ital., spr. wohtsche), abgekürzt m. v., d. h. mit halber Stimme, ist bei dem Gesang die Andeutung eines gedämpften Vortrags.

Mezzo (ital.), mittel, halb, häufig in Zusammensetzungen, z. B. mezzoforte (abgekürzt mt), halbstark, mezzopiano (mp), ziemlich leise u.s.w.

Mezzo, eine der Elaphitischen Inseln (s. d.).

Mezzofanti, Ginseppe, ital. Sprachkenner, geb. 17. Sept. 1774 zu Bologna, wo er seine Bildung erhielt, 1797 zum Priester geweiht wurde und seit 1804 als Professor an der Universität, seit 1812 als Bibliothekar wirkte. 1831 ging er nach Rom, wurde 1833 zum ersten Custos der Vatikanischen Bibliothek, 1838 zum Kardinalpriester ernannt. Er starb 14. März 1849 zu Neapel. M.s Ruf gründete sich auf sein außerordentliches Talent, sich fremde Sprachen anzueignen. Gegen Ende seines Lebens sprach und verstand er 58 Sprachen. – Vgl. die biogr. Schriften von Malavit (Par. 1853), Russel (Lond. 1858) und Bellesheim, Giuseppe Kardinal M. (Würzb. 1880).

Mezzoforte (ital.), s. Mezzo. ↔

Mezzŏla, Lago di, der nördlichste, durch die Anschwemmungen der Adda abgeschnürte, von der Maira durchflossene Teil des Comer Sees (s. d.).

Mezzolombardo oder Welsch-Metz, Markt in der österr. Bezirkshauptmannschaft Trient in Tirol, am rechten Ufer des Noce, in 264 m Höhe, am Ausgang des Nonsberges in das Etschthal, Sitz eines Bezirksgerichts (207,61 qkm, 17933 ital. E.), hat (1890) 4019 ital. E. und in der Nähe das Schloß M., seit dem 14. Jahrh. den Grafen von Spaur gehörig. – M. (das lat. Medium) hieß im Mittelalter Alt- oder Ur-Metz. 575 wurden hier die Langobarden von den Franken besiegt. M. gegenüber das Dorf Mezzotedesco (Deutsch-Metz) mit 1978 E. und dem Schlosse M.; darüber eine Felsenwand mit einer großen Höhle (886 m), in der das Höhlenschloß Kron-Metz, die spätere Einsiedelei St. Gotthard, sich befindet.

Mezzopiano (ital.), s. Mezzo.

Mezzosopran, s. Sopran.

Mezzotedesco, s. Mezzolombardo.

Mezzotinto (ital.) nannte man in der Malerei die Mitteltöne, d. h. diejenigen Farben, welche aus dem Übergang zweier Farben ineinander entstehen. In der Kupferstechkunst (s. d.) ist die Mezzotintomanier soviel wie Schwarzkunst (s. d.).

mf, Abkürzung für mezzoforte (s. Mezzo).

M'Fân, afrik. Volksstamm, s. Fân.

m. f. plv., auf Rezepten, s. Misce.

Mfumbiro (Ufumbiro), östlichster Gipfel der von Graf Götzen erforschten Kirunga- oder Virungubergkette, mit thätigen Vulkanen, auf der Wasserscheide zwischen Nil und Kongo, zwischen der Landschaft Mpororo und Ruanda im äquatorialen Afrika gelegen. Die Bergkette besteht aus dem Kirunga-tsha-gongo (3970 m), den Graf Götzen im Juni 1894 bestieg, dem Karissimbi, Kissigali und M., letztere über 4000 m hoch.

Mg, chem. Zeichen für Magnesium (s. d.).

mg, amtliche Abkürzung für Milligramm.

m. g., in der Musik Abkürzung für main gauche (frz., d. h. linke Hand).

Mgl., hinter lat. Tiernamen Abkürzung für Karl Megerle von Mühlfeld (s. d.).

M'Gladbach, Abkürzung für München-Gladbach, s. Gladbach.

Mglin. 1) Kreis im nordöstl. Teil des russ. Gouvernements Tschernigow, im Poljessjegebiet, hat 3777,4 qkm, 133378 E.; Getreide- und Hanfbau, Ölmühlen. –

2) Kreisstadt im Kreis M. an der Sudinka, hat (1893) 7438 E., Post, Telegraph, 6 Kirchen, 2 israelit. Betschulen; Handel mit Hanf, Hanföl und Vieh.

Mgr., Abkürzung für Monseigneur.

Mhau, ind. Stadt, s. Indaur.

Mhd., in grammatischen Werken Abkürzung für Mittelhochdeutsch.

Mhlbg. oder Mühlenb., hinter lat. Pflanzennamen Abkürzung für Heinrich Ludw. Mühlenberg, evang. Geistlicher zu Lancaster in Pennsylvanien, geb. 1756, gest. 1817; schrieb über nordamerik. Pflanzen.

M. Hle., hinter den lat. Namen von Fischen Abkürzung für Johannes Müller (s. d.) und Jakob Henle (s. d.), welche zusammen ein Prachtwerk über Rochen und Haie herausgaben («Systematische Beschreibung der Plagiostomen», mit 60 Tafeln, Berl. 1841).

Mi, in der Musik, s. Solmisation.