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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Militärtribunen - Militärverdienstorden
Zweck der militär. Benutzung in größere Betriebs-
gebiete,Linien(s.d.), an. Abschnittll handelt von der
ZuständigkeitunddemGeschäftsverkehrderBchörden.
Danach sind im Frieden zur Mitwirkung berufen
von den Militärbehörden: das preuß. Kricgs-
Ministerium, der preuß. Chef des Gencralftabes der
Armee, die Militäreifcnbahnbebörden ls. Eiscnbahn-
abteilung des Großen Gcneralstabes) zur Vermittc- !
lung des Verkehrs mit den bctriebführenden Eisen-
bahnvcrwaltungen, B a b nhofsko m m a udantc n
zur Vermittelung des Verkehrs zwischen den Führern
der Militärtransporte und den Stationsvorstehern,
die Intendanturen, und von den Eivilbebörden
die zuständigen Behörden der Eisenbabnverwaltun-
gen, die sür den Verkehr nnt den Militärbehörden
< Linicnkommissionen) besondere Bevollmächtigte
l V a hu b e v o l lm ächtigtc) bestellen. ImKriegc
sind als Militärbehörden tbätig: außer dem
vrcuft. Kriegsunnister und denr Chef des General-
stabee" der Armee derGcncralinspeeteur des Etappen-
uud Eisenbahnwesens und die demselben außer dem
Ehef des Feldsanitätswescns unterstellten "^iilitär-
eisenbabnbcbörde.n", als: der Chef des Feldeisen-
bahnwcsens, dieEhessdcrEiscnbahnabteilungendes
preuß. Grosieir und des stellvertretenden Geucral-
stabcs, die Linicnkommandantnrcn (an Stelle der
Linientommissionen iin Frieden), die Militäreiscn-
bahndirektionen, welche sür im Kriegsbetriebe be-
findliche Eisenbahnen eingesetzt werden, die Vahn-
hosstommandanten und die Intendanturen; als
Civilbcbörden: der Reichskanzler, namentlich
das Rcichscisenbahnamt und die Rcichspost- und
Telegraphenverwaltung und die Eisenbalmverwal-
tungen. Abschnitt III regelt die Vorbereitnng der
Militärtransporte, Abschnitt IV die Beförderung
der Mannsckastcn u. s. w., Abschnitt V die Vesörde-
ning von Militärgut und Abschnitt VI die Berech-
nung und Zahlnng von Vergütungen.
ähnliche Einrichtungen sind in ueuerer Zeit lmeist
nach dem Muster der deutschen) auch in andern Län-
dern getroffen worden, so besonders in Frankreicb
aus Grund des Gesetzes vom 28. Dez. 1858, in
Italien, Rußland, Osterreich-Ungarn. (S. Eisen-
bahntrnppen und Eiscnbabnrccht.)
2 i t t erat ur. Diö Kriegführung unter Benntzuug
der Eisenbahnen und der Kampf um Eisenbahnen
(2. Aufl., Lpz. 1882); de Formanoir, Dez cneininz
cl" lsr on t6mp8 cl6 3ULi'i'6(Vrüss.1871); Hofsmann-
Merian, Die Eisenbahnen zum Truppentransport
und für den Krieg im Hinblick auf die Schweiz
ß.Ausg., Bas. 1871); Hirschbcrg, Die bayr. Spital-
züge im Deutsch-Französischen Kriege 1870/71
(Münch. 1872); Buddc, Die sranz. Eiscnbabnen im
Kriege 1870/71 und ihre seitherige Entwicklung in
militär. Hinsicht (Berl. 1877); I. zur Rieden, Der
Eisenbahntransportverwundeterund erkrankterKric-
gcr (Landsberg a. d. W. 1882; 2. Aufl., Verl. 1883).
Militärtribunen, f. Tribun.
Militärturnanstalt, s. Äiilitärgymnastik.
Militärverbrechen. Die 'viilitärpersonen sind
den allgemeinen Strafgcfctzen unterworfen. Die
Verletzungen der besondern militär. Pflichten sind
militär. Verbrechen, Vergehen und Diseiplinar-
vergehcn. Zu den M. werden auch Hochverrat,
Majcstätsverbrcchen und Landesverrat im Frieden
gerechnet, die zwar nach den allgemeinen Landen
gcsetzen beurteilt werden, deren Strafbemcsfung aber
eine Verschärfuug erfährt, sofern eine solche über-
Haupt zulässig ist. Zu den ausschließlich militär. Ver-
brechen und Vergehen gehören z. V.: Kricgsverrat
lf. d.); Desertion li.d.j; Feigheit (s. d.); Insub-
ordination ss. d.). Die M. werden uack dem Militär-
strafgesetzbuch beurteilt. Für die Unterscheidung
zwischen Verbrechen und Vergehen ist wie im Reichs-
strafgesetzbuch der Höchstbctrag der angedrohten
Strafe entscheidend. Militärvergeben und -Ver-
brechen sollen in der Regel uur durch gerichtliches
Erkeuntnis abgeurteilt werden und uur für ein-
zelne Vergeben ist in "leichtern Fällen" Disciplinar-
bestramng zulässig s§. 3 des Einführungsgefetzcs
zum ^tilitärstrafgesetzbuch).
Militärverd'ienstkreuz, M ecklcnb u r g -
S ch wcrini s ä) e s, 5. Aug. 1848 vom Großbcrzog
Friedrich Franz für Auszeichnung im Kriege ge-
stistct und 1870 und 1871 erweitert, besteht in
einem Kreuz aus Geschützmetall mit der Inschrift
"Für Auszeichnung im Kriege" und wird an rotem
Bande mit schmaler blauer und gelber Einfassung,
weun nicht unmittelbar vor dem Feinde erworben,
am Bande des Hausordcns der Wendischen Krone
getragen. (S. auch Militärchreuzcichen.)
Militärverdienstorden. 1) Badischer, s.
Karl - Friedrich -'Verdienstorden. 2) Bayrischer,
vom König Lndwig II. 19. Juli 1866 für bervor-
ragendc Verdienste um die Armee gestiftet, zerfällt
in Großkreuzc, Großkomturc, Komture und Ritter
I.und 2. Klaffe, dazu Inhaber des Militärvcroicnst-
kreuzes. Das Ordcnszcichcn ist ein achtspitzigcs,
dunkelblau emailliertes Kreuz, mit dem gekrönten
Namenszug 1^ und der Umschrift ^lerenti in der
Mitte, aus dcfscn Ecken goldene Flammen schlagen,
die bei den Ritterkreuzen sehleu. Das Band ist
weiß gewässert mit zwei hellblauen Randstreifen.--
Ein anderer danriscbcr M. ist der Mar-Josephe
Orden (s. d.). ^) Bulgarischer, vom Fürsten
Alcrandcr I. 17. April 1879 gestiftet, wird in vier
Klassen und einer sfünften) Eoldatcnklasfe mit vier
Unterabteilungen für Auszeichnung vor dem Feinde
verlieben. Das Ordenszeichen besteht in einem acht-
svitzigen, sür die drei ersten Klassen weiß, für die
vierte rot emailliertem .Nreuzc, bei der ersten und
zweiten Klasse von einerKronc überhöht. DieKreuze
der sünstcn^vlasse sind sür die erste und zweite Unter-
abteilung von Gold, sür die dritte und vierte von
Silber. Der Orden wird auch mit Schwertern ver-
lieben. Das Band ist bellblau mit silbergestrciften
Rändern. 4) Österreichischer, s. Maria - The-
resicn-Ordcn. 5) Preußischer, s. ^riw (ponr
Ie). 6) ^äcksiscker, s. Hcinricksorden. 7) Meck-
l e n b urg is ch er, s.^Nilitärvcrdicnstkreuz. 8) Mi-
litarorden von^avoyen (1^0n,I oräin^ mili-
tai'6 äi 3ln-oia), ital. Orden, 14. Aug. 1815 vom
König Vietor Emanuel I. gestiftet, 28. Sept. 1855
wiederhergestellt und 15. Dez. 1861 erweitert. Die
Satzungen sind denen des östcrr. Maria-Thcresicn-
Ordens (s. d.) nachgebildet. Er hat fünf Klassen,
mit deren Besitze ein Ehrcnsold von 250 bis 2000
Lire verbunden ist. Ordenszeichen ist ein von grü-
nem Lorbeer- und Eichenkranz umgebenes, gold-
cingefaßtes, weiß emailliertes Kreuz, im runden
roten Mittelscbild zwei aufwärts gekreuzte Degen
zwischen den Buchstaben V und ^ unter der Jahres-
zahl 1855, alles in Gold. Zum Grohkreuz gehört
ein achtstrabliger silberner Stern. Das Band ist
blau mit einem roten Mittelstreifen. 9) Nieder-
ländischer M., s. Wilhclmsorden. 10) spani-
scher M., gestiftet 3. Aug. 1864 in vier Klassen.
Ordenszeichen ist ein gcradarmiges gekröntes