Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

895
Millenarier - Miller
dcr Innenfeite eines cylindrischen Tbon-oder Eisen- ^ zurückziehbaren, entweder cylindrischen tentakel-
gescches anfgestellt (s. nachstehende Fig.1". In dem ! tragenden ^oder flaschensörmigen tentakellosen Näbr-
so hergestellten, vorher erwärmten ^täbchenkrcun
wird ein massiver Cylinder ans zähflüssigem Glas
<an der Pfcise bastend) vorsichtig eingedrückt. Die
Stäbchen schmelzen an den Glascylinder an, nnd
das Ganze wird nach gehörigem Durcharbeiten zn
einem dünnen Etab ansgezogen. Dreht man^wäb-
rmd des Ausziehens den Glasstab lvie einen strick,
so werden die Einzelfädchen in Schraubenwindungen,
Polypen. Die Gcschlechtstiere (Knospen), die bei den
^1. noch nicht entdeckt sind, finden sich in besondern
Hohlränmen des Skeletts (sog. Ampullen). Die N.
nnd 3tvla8t6i'id^o bilden eine Uuterordnnng der
Hydroidpolypen, die H^ärll00i^11in^6 (s. d.).
Miller, Ferd. von, der L'lltere, Erzgießer, geb.
18. Okt. 1813 zu Fürstcnfeldbruck in Oberbayern,
besnchte die Akademie zu München und betrieb da-
neben in Stiglmayrs Atelier die
Technik des Erzguffes. In Paris
setzte er diese Stndien bei Soyer fort
und wurde zuerst bekannt durch die
Erfindung einer nenen gefahrlosen
Feuervergoldungsart für große Erz-
figuren. Auch wurde durch ihn eine
neue Methode für die Gußformen ein-
gesührt. Hc. folgte Stiglmayr 1844
in der Leitung der königl. Erzgieße-
rei und schloß sich eng an Sckwan-
sich scheinbar kreuzend, nebeneinander berlanfen; die ! tbaler an, dessen Schöpfungen meist durch ihn in
Fig. 5.
Stäbchen erhalten dann, flachgedrückt, das Ausseben
eines lockern Gewebes (Petinet, Fig. 2). Ein
Glasstab mit der in Fig. 3 dargestellten Verzierung
wird erhalten, indem man mebrere (4-10) gefärbte
Glasstäbe nebeneinander in den Cylinder (Fig. 1)
stellt, den übrigen Ranm mit Stäbchen aus farblosem
Glas anssüllt. Die weitere Verarbeitung geschieht in
der gleichen Weise wie bei Petinet. Ans diesen Stäb-
chen (Elementen, cluino, wenn gewunden: i-itoi-te)
können nun die verschiedenartigsten Gefäße in ana-
loger Weise hergestellt werden. Die Stäbchen werden
wieder zu einem Strange vereinigt, aus cineuHobl-
cylinder(Fig.4) gebracht und mit diesem genieinsam
zn Bechern, Vasen u. dgl. in. verarbeitet. Vereinigt
man eine Anzahl Stäbchen zu einem geriestenHobl-
cylinder, so bat man ein Gefäß, welches vorder
Vollendung noch gedreht werden kann; bringt man
in das Innere dieses Gesäßes ein anderes mit
entgegengesetzter Drehung, so können beide derart
vereinigt werden, daß nur die erhabenen Stellen
sich berühren. Die Fäden bilden dann ein Netzwerk,
das zwischen seinen Maschen Lust eingeschlossen hält
(retikulierte oder gestrickte Gläser, Fig. 5).
Millenarier, soviel wie Chiliast, s. Chiliasmus.
Millennium (lat.), ein Zeitraum von tausend
NliiieVeaes, s. Asseln. lJahren.
NIi11sz)oriÄ3.s, Unterfamilie der Hydroidpoly-
pen (s. d.), bilden Kaltstöcke von unregelmäßiger
Baum-, Vlatt-, Lappen- und Krusteusorm mit
zweierlei Arten von Tieren: knrzen, cylindrischen
Näbrpolypen (Gastrozoiden), um deren Muno-
ösfnungen 4-i) Tentakeln im Kreise angeordnet
Metall ausgesübrt worden sind; darnnter beson-
ders die Kolossalfigur der Vavaria ls.d.). Im ganzen
sind bisber übcr )'<;<) kolossale Erzstatuen, 8 Neiter-
figurcn, 5 eberne Thore, darunter das fignrenreiche
Tbor vom Kapitol in I!)asl)ington und Schillings
kolossale Germania für das Nationaldenkmal auf
dem Niederwald (s. d.) ans seiner Gießerei hervor-
gegangen. M., der sich in seiner spätern Zeit
Verdienste nm die Hebung des Münchener Kunst-
gewerbcs erwarb, starb II.Febr. 1887 in München.
Von seinen Söbnen folgteir seinem Vernf: Fer-
dinand von M., der Jüngere, geb. 8. Inni
1842 in Müncden, Bildhauer und Erzgießer, erhielt
seinen ersten Unterricht bei seinem Vater, dann bei
.Väbnel in Dresden. Von seinen Kompositionen sind
zn nennen die drei Kolossalstatuen von Humboldt,
Tbakespeare und Cbristoph Columbus für den Part
von St. Louis, die Figur eines Soldaten, der
begeistert seine Fabne an die Vrnst drückt, zu de:n
Kriegerdenkmal in Charleston, die Statue des Gene-
rals Mosquera sür Columbia, der aus vier Vronze-
fignren von berühnltcn Bamberger Fürsten und
Würdenträgern mit König Max Joseph von Bayern
als Hauptfigur beftchcude Marimiliansbrunnen in
Bamberg, die Statue des Albertus Magnus in
Lauingen, das Armeedenkmal in München (1892),
das Reiterstandbild Wilhelms I. in Metz (1892), das
Standbild des Prinz-Regenten Luitpold in Verchtes-
gaden (1893), der Monnmcntalbrunnen in Würz-
burg (1894). Alle diese Werke sind in der königl.
Erzgießerei gegossen worden. - Fritz von M., geb.
11. Nov. 1840 in München, Professor an der königl.
stehen, und fadenförmigen Tentakeln tragenden ! .^unstgcwerbeschule in München, hat als Gold-
mundlosen Tastpolypen (Daktylozoiden), die i schmied, Ciselenrund Emailleilrin kunstgewerblicher
entweder unregelmäßig zwischen den Nährpolypcn ! Richtnng Tüchtiges geleistet. Ein Schüler Fortners,
verteilt suid oder in regelmäßiger Anordnung um ^ dat er seine praktische Übung in London und Paris,
die einzelnen Nährpolypen herumstehen. Diese i seine künstlerischen Anlagen in Florenz, Rom und
Unterfamilie hat nur eine Gattung mit zahlreichen Neapel ansgebildet. - Ludwig von M., geb.
schwer uuterscheidbaren Arten, Varietäten oder 23. Juni 1850 in München, der technische Leiter in
Rassen und beteiligt sich wesentlich an der Bildung ^ der M.schen Erzgießerei, vertritt seinen Vater in
der Korallenbanten. Die zweite Unterfanlilie, die z würdiger Weise und hat sich anch dnrck Ersindnng
der 3t)'lH3t6i'^<i6, bildet verzloeigte bäum- oder i eiuer neuen Foruunethode bekannt gemacht,
bnschförmige, ineist lebhaft rot oder violett gefärbte > Miller, Job. Märt., 'Romanschriftsteller und