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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Molukkenkrebse; Molveno; Moly; Molybdän

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Molukkenkrebse – Molybdän

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Molukken'

Nebeninseln und die Inseln im O. von Ceram, wie Ceramlaut und die Watubelagruppe. Die nördlichen M. sind: Obi und Batjan, die sog. kleinen M., wie Ternate, Tidur und Makjan, ferner Halmahera (s. d.), Morotai u. s. w. Die M. sind aus archaischen und paläozoischen Gesteinen gebildet, vor welchen im W. Vulkane gelagert sind. Das Klima ist heiß, wird aber durch die periodischen Regen und Seewinde abgekühlt und ist im allgemeinen nicht ungesund. Die Flora ist außerordentlich üppig, artenreich und schön. Bemerkenswert sind die M. als Heimat der Gewürznelke (s. d.). In größter Menge kommt die Sagopalme vor, die das Hauptnahrungsmittel der Eingeborenen liefert. Die Betelnuß und die zur Betelbereitung notwendigen Pfefferblätter (Piper betle L.) sind wild. An Landsäugetieren sind die M. äußerst arm; neben einigen Beuteltieren kommen von größern eine Hirschart und auf Buru auch der Hirscheber (malaiisch Badirussa) vor. Einzig auf Batjan findet sich eine Affenart (Cynocephalus nigrescens Desm.). Dagegen ist die Vogelfauna sehr reich, namentlich an Papageien. Fast jede Insel besitzt eine oder mehrere eigentümliche Arten. Außerordentlich reich nicht nur an Fischen, sondern auch an andern Seetieren merkwürdigster Art ist das Meer. Die Insektenfauna ist eine der schönsten auf der Erde. Von nutzbaren Mineralien ist nur Schwefel wichtig. Die Bevölkerung besteht hauptsächlich aus Harafora (s. d.), Malaien und einer geringen Anzahl Papua. Sie sind teils prot. Christen, teils Mohammedaner, teils Heiden. Die M. gehören zu den niederländ. Residentschaften Ternate und Amboina (s. d.), die auch die Südwester- und Südesterinseln (Wetter-, Roma-, Aru- und Kei-Inseln u. s. w.) umfaßt. Einzelne Teile stehen noch unter einheimischen Sultanen.

Die Portugiesen entdeckten die M. 1512 und bemächtigten sich ihrer. Zu Anfang des 17. Jahrh. wurden sie durch die Holländer vertrieben. Letztere machten 1605 Amboina zum Hauptsitz der Niederländisch-Ostindischen Compagnie und gründeten 1607 das Fort Victoria auf Amboina, Willemsstad ↔ auf Ternate u. a. Sie erwarben 1638 von dem Sultan von Ternate das Recht, die Gewürzbäume auszurotten. Die Gewürznelken wurden auf Amboina, die Muskatnußbäume auf den Banda-Inseln eingeführt, auf dieselben beschränkt und zu einem die Bevölkerung drückenden Monopol erklärt. Dasselbe wurde auf Amboina erst 1863, auf Banda 1864 aufgehoben. – Vgl. A. R. Wallace, Der Malaiische Archipel (deutsch, 2 Bde., Braunschw. 1869); Bokemeyer, Die M. (Lpz. 1888); Kükenthal, Forschungsreise in den M. und in Borneo (Frankf. a. M. 1896).

Molukkenkrebse oder Schwertschwänze (Poecilopoda s. Xiphosura), eine kleine Ordnung von Gliederfüßern, ausgezeichnet durch ein großes, Kopf und Brust gemeinsam bedeckendes Schild, verlängertem, mit fünf Paar blätterigen Füßen versehenem Hinterleib, der in einen ansehnlichen beweglichen Schwanzstachel ausläuft. In ihrer Entwicklungsgeschichte zeigen sie vorübergehende Stadien, die den Trilobiten außerordentlich gleichen, und es ist daher wahrscheinlich, daß diese ihre Vorfahren sind. Wenn auch ziemlich allgemein die M. zu den Krustentieren gerechnet werden, so sind doch in neuerer Zeit gewichtige Stimmen laut geworden, die sie den Spinnentieren zuteilen möchten.


Textfigur:

Die einzige lebende Gattung (Limulus) hat Vertreter in den ostind. Meeren (Molukken), wo sie zuerst entdeckt wurden, aber auch an der amerik. Ostküste (z. B. den Limulus polyphemus L., s. vorstehende Abbildung). Verwandt mit den M. scheinen zum Teil gewaltige Formen aus dem obern Silur und Devon (Pterygotus, Eurypterus u. s. w.) zu sein.

Molveno, Dorf im Gerichtsbezirk Mezzolombardo der österr. Bezirkshauptmannschaft Trient in Tirol, in 860 m Höhe, an dem Molvenosee (Lago di M.; 5 km lang, 1 km breit, in 826 in Höhe), welcher mehrere Zuflüsse, doch keinen sichtbaren Abfluß hat, hat (1890) 532 E.

Moly, in der «Odyssee» (10,305) ein Kraut, das vor Bezauberung schützt. (S. Kirke.)

Molybdän (chem. Zeichen Mo, Atomgewicht 95,9), ein metallisches Element, findet sich in der

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 983.