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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Moncriefflafette - Mond
den weißen Schwanz unterschieden. Der Kopf ist mit Muschelhaube versehen oder doppelkuppig, selten glatt, der Schnabel hell fleischfarbig, die Augen schwarzbraun, die Füße stark weiß befiedert. Die Hauptfarben sind blau, schwarz, rot oder gelb.
Moncriefflafette (spr. -krihf-), eine in Erdwerken bei Küstenbatterien (s. d.) vorkommende Einrichtung zur Sicherung der Geschütze. Nachstehende Figur zeigt das Geschütz in der Stellung zum Feuern. Durch die mit der Abgabe des Schusses verbundene Rückwirkung gleitet das Rohr mit seiner Oberlafette auf der schrägen Bahn nach rückwärts und abwärts, so daß es hinter der Brustwehr verschwindet und die zum Laden erforderliche gedeckte Stellung einnimmt. Gleichzeitig wird ein Gegengewicht gehoben und durch eine Hemmvorrichtung gehalten. Die Aufhebung der Hemmung des Gegengewichts bewirkt die Hebung des Rohrs mit der Oberlafette.
^[Abbildung]
Moncton (spr. möngkt’n), Stadt in der Provinz Neubraunschweig des Dominion of Canada, auf der Halbinsel Chignecto, Eisenbahnknotenpunkt, hat (1889) 9000 E.; große Lokomotivenwerkstätten und Viehausfuhr.
Mond, der Begleiter (Trabant) der Erde auf ihrem Wege um die Sonne; er ist von allen Körpern unsers Sonnensystems uns weitaus der nächste und bewegt sich als solcher innerhalb eines Monats (s. d.) um die Erde. Unter den Sternen rückt er scheinbar in einem Tage durchschnittlich 13° 10',6 nach Osten, weshalb er auch mit jedem Tage später auf- und untergeht. Seine wirtliche Bahn um die Erde ist eine Ellipse, deren Ebene gegen die Erdbahn um 5° 9' geneigt ist. Seine mittlere Entfernung von der Erde beträgt 385080 km (nahezu 60 Erdhalbmesser); da aber die Excentricität der Bahn 0,055 ist, kann er sich der Erde bis auf 356650 km nähern und bis auf 407110 km von ihr entfernen. Infolge der Störungen (s. d.), die der M. durch die Sonne und die Planeten erleidet, ändern dessen Knotenlinie (s. Knoten) und Apsidenlinie (s. Apsiden) ihre Lage sehr rasch und dreht sich erstere in nahe 8 17/20 Jahren nach Osten, letztere in 18 3/5 Jahren nach Westen einmal um die Erde. - Von der Stellung des M. zur Erde und Sonne hängen die Phasen oder Lichtgestalten des M. ab, deren Erklärung schon den alten Astronomen bekannt war. Der M. ist ein kugelförmiger, an sich dunkler Körper; durch die Sonne wird immer seine dieser zugekehrte Hälfte erleuchtet. Steht nun der M., von der Erde aus gesehen, genau in der Richtung nach der Sonne hin, so dreht er uns seine dunkle Seite zu, es findet Neumond statt; der M. steht dann nur bei Tage am Himmel. Hat er sich um 90° von der Sonne nach Osten entfernt, was wir das erste Viertel nennen, so erscheint er uns als halb erleuchtete Scheibe; er geht dann etwa um Mittag auf, um Mitternacht unter und erleuchtet die erste Hälfte der Nacht. Steht der M. genau in der der Sonne entgegengesetzten Richtung, so kehrt er uns seine voll erleuchtete Seite zu, wir haben Vollmond, und der M. scheint die ganze Nacht hindurch. Ist endlich der M. wieder so weit fortgerückt, daß er sich der Sonne von Westen her bis auf 90° genähert hat, so erscheint er abermals halb erleuchtet und steht im letzten Viertel; ergeht dann etwa um Mitternacht auf, um Mittag unter und erleuchtet nur die letzte Hälfte der Nacht. Vom Neumond bis zum Vollmond ist zunehmender, vom Vollmond bis zum Neumond abnehmender M. Die bezeichneten vier Erscheinungen heißen die Mondviertel und bilden zusammen einen Mondwechsel, dessen Dauer ein synodischer Monat heißt und ungefähr 29 1/2 Tage beträgt, so daß von einem Mondviertel bis zum nächsten im Durchschnitt wenig über eine Woche vergeht. Vor und nach dem Neumond, also zwischen diesem und den beiden Vierteln, erscheint der M. nur als glänzende, mehr oder weniger schmale Sichel; doch zeigt dann zu gewissen Zeiten auch der dunkle Teil der Mondscheibe schwache Erleuchtung, die das aschgraue Licht des M. genannt wird und von dem Reflex des Lichts der Erde herrührt, die dem M. zur Zeit des Neumondes ihre erleuchtete, Zur Zeit des Vollmondes aber ihre dunkle Seite zukehrt. Stehen Sonne, Erde und M. in einer geraden Linie, so tritt Mondfinsternis (s. d.) ein zur Zeit des Vollmondes, hingegen Sonnenfinsternis (s. d.) zur Zeit des Neumondes.
Der Durchmesser des M. beträgt 3480 km; sein Rauminhalt ist daher etwa 1/50 von dem der Erde; in seiner mittlern Entfernung erscheint er uns als Scheibe von 31' 8" Durchmesser. Eine meßbare Abplattung hat sich nicht nachweisen lassen. Da die Rotationsdauer des M. seiner Umlaufszeit um die Erde genau gleich ist, so sehen wir immer nur die nämliche Seite desselben. Infolge des Umstandes aber, daß seine Achsendrehung völlig gleichmäßig erfolgt, er hingegen sich mit ungleichförmiger Geschwindigkeit in einer elliptischen Bahn um die Erde bewegt und überdies sein Äquator um 6° 41' gegen seine Bahnebene geneigt ist, sehen wir nicht immer genau dieselbe Hälfte des M., sondern bald an der einen, bald an der andern Seite auch noch kleine Randpartien der im allgemeinen von der Erde abgewandten Hälfte. Infolge dieser scheinbaren Schwankungen, Librationen, werden uns nach und nach 4/7 der Mondoberfläche sichtbar und nur 3/7 bleiben uns immer unsichtbar. Nach Untersuchungen von Hansen fallen beim M. Schwerpunkt und Mittelpunkt nicht zusammen, letzterer liegt vielmehr um 59 km der Erde näher als ersterer; neuere Untersuchungen von Newcomb lassen aber das von Hansen erlangte Resultat als zweifelhaft erscheinen. Die Lichtmenge, die vom Vollmond zur Erde gelangt, beträgt den 619000. Teil von der der Sonne. Eine wahrnehmbare Atmosphäre besitzt der M. nicht, wenigstens nicht auf der uns zugekehrten Seite; indessen ist die Möglichkeit einer solchen von sehr geringer Dichte, vielleicht von 1/300 der Erdatmosphäre nicht ausgeschlossen.
Wegen der großen Nähe des M. ist seine Oberfläche genauer bekannt als die jedes andern Himmelskörpers. Sie findet sich auf der beigegebenen Übersichtskarte des Mondes dargestellt. Schon dem bloßen Auge sind, namentlich zur Zeit des Vollmondes, viele größere und kleinere graue Flecke erkennbar, die man als Ocean (Oceanus), Meer (Mare), See (Lacus) und Sumpf (Palus) bezeichnet, obgleich in Ermangelung einer dichtern Atmosphäre sicher