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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Moringaöl - Moritz (Prinz von Oranien)

Die Rinde beider Bäume enthält ein dem Tragant ähnliches Gummi.

Moringaöl, soviel wie Behenöl (s. d.).

Moringen, Stadt im Kreis Northeim des preuß. Reg.-Bez. Hildesheim, an der Linie Ottbergen-Nordhausen der Preuß. Staatsbahnen, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Göttingen), hatte 1890: 2423, 1895: 2466 E., darunter 143 Katholiken und 47 Israeliten, Post, Telegraph, königl. Domäne, zwei Rittergüter, Spar- und Darlehnskasse; Tabak- und Cigarrenfabriken, Branntweinbrennerei, Papierfabrik, Wollspinnerei und Steinbrüche.

Morioka, Stadt in der japan. Provinz Rikutshiu auf Honshiu, Hauptort des Ken Iwate, an der von Tokio nach Asmori führenden Eisenbahn und dem Kitakamifluß, 527 km nördlich von Tokio, hat (1890) 31868 E., Baumwollweberei sowie Fabrikation eiserner Kessel. M. war ehemals Sitz eines Daimio.

Morĭon, der schwarze Bergkrystall (s. d.).

Morion (frz., spr. -óng), Morian, Maurenkappe, eiserne Kopfbedeckung, s. Helm (Bd. 9, S. 18 a).

Möris, bei den griech. Schriftstellern der Name eines großen, durch Dämme begrenzten künstlichen Sees, der als Reservoir für das überschüssige Überschwemmungswasser des Nils gedient haben soll. Die Anlage schreibt die griech. Sage dem König Möris zu; in Wirklichkeit rührt sie wohl von Amenemhét Ⅲ., einem Herrscher der 12. Dynastie (um 1900 v. Chr.), her. Der Name M. (Moēris) bedeutet ägyptisch «großer See» und ist irrtümlich von den Griechen als Königsname aufgefaßt worden. Über die Lage des Mörissees weichen die Ansichten voneinander ab. Während man früher allgemein den heutigen Birket el-Kerun («Hörnersee»), einen natürlichen See am Westrande des Fajum, für den Mörissee gehalten hatte, verwies ihn Linant de Bellefonds («Mémoirs sur le lac Moeris», 1842) in die südöstl. Ecke des Fajum. Dagegen hat F. Cope Whitehouse, gestützt auf den von Herodot gegebenen Umfang des Sees von 3600 Stadien (den Linant auf 360 beschränken zu müssen glaubte), dem Mörissee einen größern Umfang als Linant gegeben und eine Ausdehnung nach Südwesten angenommen. In neuester Zeit ist durch Flinders Petrie wieder die alte und wohl auch richtige Ansicht vertreten worden, daß der See im westl. Delta gelegen habe und der Birket el-Kerun sein letzter Rest sei. Es hätten dann die den Mörissee einschließenden Dämme ursprünglich dazu gedient, das dem sumpfigen Fajum abgerungene Kulturland vor Überflutungen zu schützen.

Moris., hinter lat. Pflanzennamen Abkürzung für Robert Morison (spr. mórrĭs'n), Professor der Botanik in Oxford, geb. 1620 in Aberdeen, gest. 1683; er schrieb eine «Plantarum historia universalis» (2 Bde., 1680).

Morisca, Tanz, s. Moresca.

Moriscos, Morisken, s. Mauren.

Morisonsche Pillen, s. Geheimmittel.

Mörissee, s. Möris.

Moritipalme, s Mauritia.

Morituri te salutant, s. Ave imperator, morituri te saltutant.

Moritz, Sankt, s. Sankt Moritz.

Moritz, Prinz von Anhalt-Dessau, preuß. Feldmarschall, geb. 31. Okt. 1712 zu Dessau als Sohn des Fürsten Leopold, des «Alten Dessauers», trat 1725 in das preuß. Heer ein und machte als Freiwilliger den Polnischen Thronfolgekrieg 1734‒35 mit. Nachdem er am ersten Schlesischen Krieg teilgenommen hatte, fand er Gelegenheit, sich im zweiten Schlesischen Kriege bei Hohenfriedberg, besonders aber bei Kesselsdorf, wo er als Führer des linken Flügels zum Siege wesentlich beitrug, auszuzeichnen. Nach dem Friedensschlusse übertrug ihm Friedrich Ⅱ. die Urbarmachung und Kolonisation wüstliegender Landstriche an der Oder und in Pommern und ernannte ihn 1752 zum Gouverneur von Cüstrin. Gleich bei Ausbruch des Siebenjährigen Krieges fand der Prinz Gelegenheit, sich bei Gefangennahme der Sachsen bei Pirna besonders hervorzuthun; auch leitete er hernach die Umformung der sächs. Regimenter in preußische. Im Frühjahr 1757 mit Unternehmungen im Erzgebirge betraut, konnte er in die Schlacht von Prag nicht mehr thätig eingreifen, führte aber bei Kolin den linken Flügel, griff infolge eines Mißverständnisses nicht zur rechten Zeit an und verschuldete hierdurch mit die Niederlage. Ende August jenes Jahres folgte er dem Könige nach Thüringen, eilte aber dann dem durch Hadik bedrängten Berlin zu Hilfe. Dann leistete er bei Roßbach gute Dienste und trug in der Schlacht von Leuthen wesentlich zum Siege bei, weshalb ihn der König auf dem Schlachtfelde zum Feldmarschall ernannte. M. kämpfte dann mit Auszeichnung bei Zorndorf und fiel verwundet bei Hochkirch den Österreichern in die Hände. Nach Dessau entlassen, starb er bereits 11. Sept. 1760. Seinen Namen erhielt 1889 das 5. pommersche Infanterieregiment Nr. 42.

Moritz von Hessen, Landgraf, geb. 25. Mai 1572, kam 1592 zur Regierung, legte sie 1627, da seine gesinnungslose Ritterschaft mit der kath. Liga gemeinsame Sache machte, nieder und starb 15. März 1632. Ein trefflicher Friedensfürst, hat M. doch den klaren Plan eines nationalen Heers gefaßt, ohne seinen Ständen gegenüber durchzudringen. Kirchlich gebot er die Union auch in dem streng luth. Marburg fast mit Härte. Hoch gebildet, ja gelehrt, verstand er sich auf Musik und Architektur, wagte theol. und grammatische Schriften, gründete in Cassel 1599 eine adlige Schule, das Collegium Mauritianum, und nahm noch an der Fruchtbringenden Gesellschaft teil. Sein Herz aber gehörte dem Theater: seine leider bis auf einige Titel verlorenen Dramen wurden, die lateinischen von den Schülern des Kollegiums, die deutschen von den engl. Komödianten seiner stehenden Hofbühne aufgeführt.

Moritz, Prinz von Oranien, Graf von Nassau, Sohn des Prinzen Wilhelm Ⅰ. von Oranien und Annas, der Tochter des Kurfürsten M. von Sachsen, geb. 14. Nov. 1567 zu Dillenburg, studierte zu Leiden. Nach der Ermordung seines Vaters 1584 wählten ihn die Provinzen Holland und Seeland, nachher auch Utrecht zum Statthalter. Er befreite Geldern, Oberyssel, Friesland und Groningen von den Spaniern und erhielt nun den Oberbefehl über die Land- und Seemacht aller vereinigten Provinzen und die Statthalterschaft von Geldern und Oberyssel. Die Eroberung von Zütphen, Deventer, Nimwegen, Gertruidenburg (1593) und vielen andern Festungen, die Schlachten von Turnhout (1597) und Nieuport (1600) reihten seinen Namen denen der größten Feldherren bei. Er war in gewissem Sinne der Vater der modernen Kriegführung, indem er zu den Principien der alten Römer zurückkehrte, seinem Heere eine feste Organisation gab und nach wissenschaftlichen Grundsätzen den Krieg zu führen und Städte zu belagern anfing. Der Waffenstillstand von 1609 sicherte der