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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Morning Post; Mornington; Morny; Moro; Morolt; Moron; Morona; Moroni; Moros; Morosini; Morpeth; Morphäa; Morpheus; Morphin

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Morning Post - Morphin

Publizist unentbehrlich wurde. Auch den niederländ. Protestanten wandte M. seine Hilfe zu. Später ernannte ihn Heinrich zum Mitglied des Conseil, dann auch zum Gouverneur von Saumur, wo M. für seine Glaubensgenossen eine Akademie errichtete. Der Übertritt Heinrichs zum Katholicismus entfernte die zwei alten Genossen voneinander; M. that das Seinige zur Herbeiführung des Edikts von Nantes; sein Einfluß in seiner Partei verschaffte ihm bei den Gegnern den Namen des "Papstes der Hugenotten". Nach Heinrichs Tode war M. bestrebt, die Zwistigkeiten innerhalb der Hugenotten und deren Kriegslust gegen die Krone zu beschwichtigen, konnte aber den unheilvollen Losbruch schließlich nicht hindern. Bei der Erhebung der Hugenotten 1620 verlor M. sein Gouvernement. Er zog sich auf seine Baronie Laforêt-sur-Sèvre in Poitou zurück und starb daselbst 11. Nov. 1623. Unter seinen Schriften sind zu erwähnen: "De la vérité de la religion chrétienne" (Antw. 1581 u. ö.), "De l'institution, usage et doctrine du saint sacrement de l'eucharistie" (1598), "Mémoirs et correspondance pour servir à l'historie de la réformation en France" (1624 u. 1651; neue Aufl., von La Fontenelle, 12 Bde., Par. 1824-25). Diese Sammlung enthält eine Menge M.scher Denk- und Streitschriften. Auch die vielfach H. Languet zugeschriebenen, wichtigen "Vindiciae contra tyrannos" (1579) entstammen wahrscheinlich vorwiegend M.s Feder. Sein Leben bis 1606 beschrieb seine Gattin: "Mémoires de Charlotte Arbalestre sur la vie de Duplessis-Mornay, son mari" (Par. 1824). - Vgl. Ambert, Duplessis-Mornay (Par. 1847); Mémoires de Mme de M. (hg. von Mme de Witt, 2 Bde., ebd. 1870-73).

Morning Post ("Morgenpost"), in London täglich einmal erscheinende Zeitung von hochkonservativer Richtung, das exklusive Organ des engl. Hofs und der vornehmen Welt. Auflage gegen 75 000; Verleger und Herausgeber: Sir Algernon Borthwick; Redacteur Mr. Peacock. Die N. 1. ist die älteste der bestehenden polit. Tageszeitungen Londons, sie wurde 2. Nov. 1772 gegründet und war eine feste Stütze Pitts, später Palmerstons. Berühmte Mitarbeiter aus älterer Zeit sind Charles Lamb, Southey, Coleridge und Wordsworth.

Mornington, Grafen von, s. Wellesley.

Morny, Charles Auguste Louis Joseph, Herzog von, franz. Staatsmann, der außereheliche Sohn der Königin Hortense (s. d.) und ihres Großstallmeisters, des Grafen Flahault, wurde 23. Okt. 1811 zu Paris geboren und sofort von dem Grafen M. adoptiert. M. diente in Algier, verließ jedoch 1838 die militär. Laufbahn und war seit 1842 Vertreter des Depart. Puy-de-Dôme in der Deputiertenkammer. Dasselbe Departement wählte ihn 1849 in die Gesetzgebende Nationalversammlung, wo er mit der monarchisch gesinnten Majorität stimmte und sich an den Prinzen Napoleon anschloß, von dem er Rettung aus seinen zerrütteten Vermögensverhältnissen erwartete. M. gehörte zu den Vertrauten, die den Präsidenten bei der Vorbereitung des Staatsstreichs unterstützten. Am Morgen des 2. Dez. 1851 übernahm er das Portefeuille des Innern, trat aber schon infolge des Dekrets, das die Orleansschen Familiengüter konfiszierte, Jan. 1852 aus dem Ministerium und wurde dann in den Gesetzgebenden Körper gewählt. 1854 wurde er Präsident desselben. 1856-57 war er franz. Gesandter in Petersburg. Bei seiner Rückkehr nach Frankreich nahm er den Präsidentenstuhl wieder ein, den er bis zu seinem 10. März 1865 erfolgten Tode innebehielt.

Moro, Monte-, s. Monte-Moro.

Moro, Antonis, niederländ. Maler, s. Mor.

Morolt, s. Salman und Morolt.

Moron oder M. de la Frontera, Bezirkshauptstadt der span. Provinz Sevilla, Station der Linie Sevilla-Utrera-M., in öl- und viehreicher Gegend, am Guadaira, auf steilem Kalkfelsen gelegen, mit (1887) 16 103 E., Kalkbrüchen und Ruinen einer röm.-maur. Burg.

Morona, linker Nebenfluß des Amazonas, entspringt auf den Ostcordilleren von Ecuador, fließt nach SO., mündet in Peru unterhalb des Pongo de Manseriche und ist bis Macas, nahe dem Gebirgsfuße, für Dampfer schiffbar.

Moroni, Gianbattista, ital. Maler, geb. um 1525 zu Albino im Bergamaskischen, gest. 5. Febr. 1578 in Bergamo, wurde in Brescia Schüler des Buonvicino, genannt Moretto, dessen Richtung er sich anschloß ^[Punkt fehlt] Am tüchtigsten erscheint er als Bildnismaler, doch schuf er auch Altargemälde. Bedeutende Bildnisse von ihm befinden sich in der Londoner Nationalgalerie (5, darunter Der Schneider), im Hofmuseum zu Wien (Der Bildhauer), ferner in Bergamo und München.

Moros (lat.), mürrisch, grämlich, auch (vom ital. moroso) saumselig; davon das Substantivum Morosität.

Morosini, venet. Adelsfamilie. Zu ihr gehören:

Francesco M., einer der größten Admirale Venedigs, geb. 1618, Doge seit 1688. Zum Admiral als Nachfolger von Luigi I. Mocenigo ernannt, drang er zuerst erfolgreich im Ägäischen Meere vor, wurde aber dann nach Candia zurückgeworfen und mußte sich nach ruhmvoller Verteidigung ergeben. Im Kriege 1684-90 unterwarf er einen Teil des Peloponnes und eroberte Athen, 1693 drang er nochmals siegreich im griech. Archipel vor, erlag jedoch den Mühen in Napoli di Romania 6. Jan. 1694. - Vgl. I. Morosini, Francesco M. Pelloponnesiaco (Vened. 1885); G. Bruzzo, Francesco M. nella guerra di Candia e nella conquista della Morea (Forli 1890).

Niccolò M., unterhandelte als Gesandter 1379 nacheinander mit Padua, Genua und Ungarn, um Venedig aus der verzweifelten Lage zu ziehen, in welche es deren Bund gebracht; überall abgewiesen, erlebte er im folgenden Jahre die Genugthuung, sie alle von der Republik niedergeworfen zu sehen.

Morpeth (Morepath, d. i. Pfad über das Moor), Municipal- und Parlamentsborough in der engl. Grafschaft Northumberland, 26 km nördlich von Newcastle, am Wansbeck, Eisenbahnknotenpunkt, hat (1891) 5219 E., Schloßruinen, eine Lateinschule, Stadthaus.

Morphäa, Morphēa (grch.), soviel wie Aussatz.

Morpheus, bei Ovid einer der Söhne des Schlafgottes Somnus. Er vermag den Schlafenden im Traume in allen möglichen, doch nur menschlichen Gestalten zu erscheinen als eine Art Traumgott. Der von Ovid irgend einer nachklassischen Quelle entnommene Name war dem Altertum nicht geläufig. Die dem modernen Begriff entsprechende Personifikation war Hypnos (s. d.).

Morphin oder Morphium, C17H19NO3 + H2O, nächst dem Chinin die wichtigste aller Pflanzenbasen.