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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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M. R. G. S. – Mstislawl

M. R. G. S., in England Abkürzung für Member of the Royal Geographical Society (Mitglied der königl. Geographischen Gesellschaft, s. Geographische Gesellschaften).

Mrima, die Küstenniederung in Ostafrika, die sich von Mombas bis an die Mündung des Rufiji erstreckt. Dicht an der See besteht sie aus Sand, weiter landeinwärts aus braunrotem Lehmboden, den Savannen oder Getreidefelder und Baumwollstauden bedecken; sie schließt nach Westen mit dornigem Dschangal und mit Kopalwäldern ab. Ein Teil der Bewohner der Küste, die Wamrima, haben sich, wenn auch Bantuneger, ganz der Nachäffung arab. Sitten ergeben. Sie tragen Fes, Hüften- und Schultertuch. Sie gelten als ein faules, heruntergekommenes und pfiffiges Gesindel.

Mrotschen, Stadt im Kreis Wirsitz des preuß. Reg.-Bez. Bromberg, an der zur Netze gehenden Rokitka und der Nebenlinie Nakel-Konitz der Preuß. Staatsbahnen, hatte 1890: 1809, 1895: 2022 E., darunter 854 Katholiken und 156 Israeliten, Post, Telegraph, evang. und kath. Kirche; Möbelfabrik, Wagenbauerei, Schuhmacherei und Fettviehhandel.

Mrs., Abkürzung für Mistress (s. d.).

Mrsonja, Sumpf, s. Brod (Stadt).

MS., Abkürzung für Manuskript; auf Blaufarbenfässern für Mittelsorte oder Mittelsaflor.

m. s., Abkürzung in der Notenschrift, s. Mano.

Msab, s. Beni Msab.

Msapure, Handelsplatz auf der Insel Mayotta (s. Comoren) .

M. s. c., Abkürzung für Mandatum sine clausula (lat., d.h. Bevollmächtigung ohne Einschränkung).

M. Sch., hinter wissenschaftlichen Tierbenennungen Abkürzung für Max Schultze (s. d.).

Mscislaw, drei poln. Herzöge und Könige:

M. I. (Miseko), nach der Sage der vierte Herrscher nach Piast (s. d.), aus dessen Geschlecht, regierte als deutscher Lehnsfürst von 962 bis 992. Er heiratete die Tochter des Herzogs Boleslaw I. von Böhmen, nahm 966 das Christentum an und gründete das Bistum in Posen (968), das dem Erzbistum Magdeburg unterstellt war. 986 leistete er Kaiser Otto III. zu Quedlinburg den Vasalleneid, nahm an den Feldzügen desselben gegen Boleslaw von Böhmen teil und erhielt die bisher böhm. Besitzungen in Schlesien auf dem rechten Ufer der Oder. Sein vergoldetes ehernes Standbild (von Rauch) befindet sich in der Königskapelle im Dom zu Posen.

M. II., der Träge, Sohn Boleslaws Chrobrys (1025–34), verlor fast alle von seinem Vater gemachten Eroberungen: Rotrußland an Herzog Jaroslaw von Kiew, Mähren an Böhmen, die Slowakei an Ungarn, die slaw.-deutschen Landschaften an Kaiser Konrad II., dessen Oberhoheit er auf dem Hoftage zu Merseburg 1032 anerkannte. Es glückte ihm jedoch, Pommern, welches den Tribut verweigerte, mit Waffengewalt dem Reiche zu erhalten. Er starb 15. März 1034.

M. III., der Alte, erhielt bei der Teilung des poln. Reichs durch seinen Vater Boleslaw III. Großpolen und gelangte nach längern Zwistigkeiten mit seinen Brüdern zur Oberherrschaft über Polen und in den Besitz von Krakau (1173). Infolge seiner Bedrückungen wurde er 1177 vertrieben und erst gegen Ende seines Lebens gewann er wieder die Herrschaft über Polen. Er starb 1202.

Msgr., Abkürzung für Monsignore oder Monseigneur. ↔

Msh., hinter lat. Tiernamen Abkürzung für Thomas Marsham (spr. mahrschämm), einen engl. Entomologen (gest. 1819).

Msidis Reich, Msiris Reich, Garenganze, von den Arabern Katanga genannt, Reich im Innern Afrikas, zwischen dem obern Lualaba und Luapula, dem 8. und 12.° südl. Br., von dem aus Uniamwesi eingewanderten Häuptling Msidi gegründet und ehemals despotisch beherrscht, jetzt aber dem Kongostaat unterworfen. Es ist ein Hochland (600–1000 m ü.d.M.), von dem Mitumba-Gebirge (1300–1650 m) im N. und den Bergen auf der Wasserscheide (1335 m) des Lualaba und Sambesi im S. durchzogen, im W. durch den Lualaba, den Kabue- (oder Kabire-), Kabele-, Upämba-, Mulunda- und den Kassali-(oder Kikondia-)See, im O. durch den Luapula und den Moerosee begrenzt, in der Mitte durchströmt von dem Lufira. Das Jahr zerfällt in eine Trockenzeit (Mai bis September) und in eine kleinere und größere Regenzeit. Das Klima ist ziemlich gleichmäßig heiß (32–33° C.), aber wegen der nächtlichen Abkühlung (bis auf 14° und zuweilen sogar auf 3,5° C.) und fortwährender Luftströmungen gesund. Der vorherrschende Landschaftscharakter ist Buschsavanne; in geringem Umfange werden angebaut: Sorghum, Maniok, Erdnüsse, Bataten und Reis. Elefanten, Büffel und Antilopen finden sich zahlreich. Der Hauptreichtum besteht in den Kupferminen von Mirambo im Süden, die neben Elfenbein und Sklaven den gesuchtesten Handelsartikel nach der portug. Westküste, wie nach dem Seengebiet seit vielen Jahrzehnten lieferten. Msidis Residenz war Mukurru (Bunkeja oder Unkäa); nicht weit östlich von ihr gründeten 1892 die Belgier die Station Lufui. – Paul Reichard war der erste Europäer, der mit dem dort verstorbenen Richard Böhm M. R. 1883–84 bereiste. Ihm folgten Arnot 1885, Le Marinel 1890 und Sharpe 1890–91. Im Auftrag der 1890 in Brüssel gegründeten Katanga-Gesellschaft erforschten das Land wissenschaftlich und unterwarfen es durch Verträge der Oberhoheit des Kongostaates: Delcommune Okt. 1891 bis Juli 1892; Stairs Ende 1891, während dessen Anwesenheit Msidi am 10. Dez. im Handgemenge fiel; endlich Bia und Franqui 1892, welch letzterer den Lauf des Lualaba vom Ursprung bis zur Mündung in den Kassalisee verfolgte. – Vgl. Mitteilungen der Afrikanischen Gesellschaft in Deutschland (Berl. 1885); Arnot, Garenganze (Lond. 1889); Proceedings oft he Royal Geographical Society (ebd. 1892); Mouvement géographique (Brüss. 1892 u. 1893).

M. sin., in der Notenschrift Abkürzung für mano sinistra (ital., d. h. linke Hand).

Msiris Reich, s. Msidis Reich.

v. Mst., hinter den Namen fossiler Geschöpfe Abkürzung für den deutschen Paläontologen Georg, Graf zu Münster, geb. 1776, gest. 1844.

Msta, Fluß in den russ. Gouvernements Twer und Nowgorod, entspringt im See Mstino (12,3 qkm), fließt nach Nordwesten, später nach Südwesten und mündet nach 414 km an der Nordküste des Ilmensees. Sie ist in ihrem ganzen Laufe schiffbar und bildet ein Glied des Wyschnewolozschen Kanalsystems (s. d.).

Mstisláwl. 1) Kreis im östl. Teil des russ. Gouvernements Mohilew, im Gebiet des Sosch, hat 2527 qkm, 88457 E. (meist Weißrussen), Getreide-, Hanfbau. –

2) Kreisstadt im Kreis M., an der Wechra, hat (1893) 8799 E., davon über 60 Proz. Israeliten, Post, Telegraph, 6 russ., 1 kath. Kirche,

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 42.