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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Mucilago - Mucor
vor. Als Führer der Nobilität wurde Mucius 83 im
Auftrag des jüngeru Marius getötet. Mucius galt
als einer der größten und beredtesten Juristen seiner
Zeit und verfaßte ein berühmtes Werk von 18 Bü-
chern über das <1u8 oivNe.
Durch Adoption war in das Licinifche Geschlecht
aus dem der M. übergegangen Publius Lici-
nius Crassus Mucianus (f. oben), der Konsul
des 1.131. Er focht unglücklich gegen Aristonicus,
der das von Attalus III^ den Römern hinterlassene
Pergamenische Reich zu erobern suchte, wurde ge-
fangen und getötet.
Hn der Kaiserzeit war Gajus Licinius Cras-
sus Mucianus unter Nero Konsul, befand sich
als Statthalter von Syrien mit Vespasian, dem
Statthalter von Iudäa, im Streite, vereinigte sich
aber später mit ihm und unterstützte lebhaft seine
Erhebung zum Kaiser. Unter Vespasian verwaltete
er zum zweiten- und drittenmal das Konsulat im I.
70 und 72 und starb vor 77. Er war Verfasser
einer Urkundensammluug.
NüuoiläFO (lat.), der Schleim: ^- ^760111^6,
Quittenschleim (s< d.); N. Quniini ai-adici, Gummi-
schleim (s. d.); N. 8ai6p, Salepschleim (s. d.).
Mucm, Schleimstoff, eine in Wasser außer-
ordentlich aufquellende Substanz, die in verschiedenen
tierischenAbsonderungen, namentlich in der Galleund
auf den Schleimhäuten der Atmungswege und des
Darmkanals vorkommt. Durch Alkohol und Säuren
wird M. gefällt, durch Alkalien aber gelöst. Man hält
das M. für eine Verbindung von Eiweiß mit einem
kolloidalen Kohlehydrate, dem sog. tierischen Gummi.
Mücke, Heinr., Historienmaler, geb. 9. April
1806 in Breslau, war auf der Berliner Akademie
Schüler Wilhelm Schadows und begleitete den-
selben nach Düsseldorf, welches seitdem sein Wohn-
ort blieb. Schon 1827 entstand das Bild Narcissus
(Museum zu Vreslau). Mit Lessing übernahm er
1829 vom Grafen von Spee den Auftrag, das
Schloß Heltorf bei Düsseldorf mit Fresken aus
dem Leben des Kaisers Friedrich Barbarossa zu
schmücken. In der lHt. Andreaskirche in Düsseldorf
malte er ein großes Freskobild, eine Symbolisierung
des Christentums, und dann die heil. Katharina,
von Engeln durch die Luft nach dem Sinai getragen
(1836; Nationalgalerie in Berlin), eine zarte Kom-
position, welche M. fünfmal wiederholen mußte.
Reich an Schönheiten ist das Bild: Die heil. Eli-
sabeth Almosen verteilend (1841; Berliner National-
galerie). Hierauf entstand das histor. Gemälde
Kriemhilds Traum, für die Gräsin Dohna-Dönhoff
zu Königsberg Der heil. Ambrosius, der den Kaiser
Theodosius zu Mailand von der Kircheuthür zurück-
weist; für den Rathaussaal in Elberfeld (mit
Plüddemann und Clafen) die Einführung des
Christentums durch den heil. Suibertus u. a. m.
Eine größere Reihenfolge von Ölbildern für den
Fürsten Karl Anton von Hohenzollern in Sigmarin-
gen behandelt das Leben des heil. Meinrad, Grafen
von Hohenzollern. 1844 - 68 lehrte er an der
Düsseldorfer Akademie die Anatomie und Pro-
portion, seit 1849 war er Mitglied des Senats.
Er starb 16. Jan. 1891 in Düssetdorf.
Mücken oder Langhörner Mkinatookra), eine
Unterordnung der Zweiflügler (f.d.), deren Mitglieder
sich von denen der übrigen durch zarten Bau, meist
lange, dünne Beine und durch eine größere Anzahl
von Fühlergliedern, gewöhnlich auch durch größere
Länge der Fühler unterscheiden. Letztere sind 6-
27gliedrig, faden- und borstenförmig, namentlich
bei den Männchen lang behaart, manchmal geradezu
federbuschförmig. Die Flügel sind gewöhnlich lang
und schmal, ohne oder mit wenigen Queradern ver-
sehen, die Schwingkölbchen nie von einem schuppen-
artigen Anhang des Flügels bedeckt. Die Larven
leben meist im Wasser oder in faulenden Pflanzen-
stoffen und werfen vor der Verpuppung ihre Haut
ab, so daß die Puppen denen der Schmetterlinge
ähnlich sind. Manche Arten treten in ungeheuren
Schwärmen auf, deren Leichen den Boden nament-
lich an den Ufern von Gewässern dicht, bisweilen
mehrere Decimeter hoch bedecken können. Die wich-
tigsten Familien der M. sind die Stechmücken
(l)u1iciä3.6, hier die geflügelte Stechmücke ^ulex an-
ken (^ipn1iäa6), Gallmücken (Okciäoni^iäaß),
Pilzmücken(N)^6t0p1ii1iäN6), HaarmückenlM-
di0niäa.6, hierher die Gartenhaarmücke Mdio kor-
wlanuZ^., Fig. 2^) und Kriebelmücken l8imulii-
äa.6). (S. die betreffenden Artikel.) Die Weibchen
vieler Arten aus den Familien der Stech- und Kriebel-
mücken saugen Blut und lassen hierbei eine scharfe
Drüsenabsonderung in die mit den Stechborsten des
Rüssels erzeugte Wunde stießen, wodurch der Zu-
fluß des Blutes nach der gestochenen Stelle beför-
dert, fpäter aber eine Entzündung und Geschwulst
hervorgerufen wird. Besonders schmerzhaft werden
die Folgen, wenn beim schnellen Wegjagen der M.
die Spitzen der Stechborsten abbrechen und stecken
bleiben. Die M. können durch ihre Stiche zu einer
großen Landplage werden, nicht nur in den Tropen,
wo man sie Mosquitos (s. d.) nennt, sondern auch
in kalten Ländern, wie in Lappland und den Moos-
steppen des nördl. Sibiriens. Schwärmer.
Mückenfchwärmer, Schmetterling, s. Glas-
Mückenfehen, s. Gesichtstäuschungen.
Mückenstifte, Schutzmittel gegen Fliegen und
Mücken; sie enthalten als Grundmasse Paraffin,
dem ätherifche Ole, fo Nelkenöl, ätherisches Lor-
beeröl, Eucalyptol u. s. w., beigemengt sind.
Mückenvogel, s. Kolibris.
Mucker, im Volksmunde spöttische Bezeichnung
für die Anhänger einer frömmelnden, düstern reli-
giöfen Richtung. Der Name wurde zuerst den An-
hängern der Königsberger Geistlichen Ebel (s. d.)
und Diestel beigelegt.
Muckerth al, s. Wupperth al.
Aluoor Mie/z., Kopffchimmel, Pilzgattung
aus der Gruppe der Phycomyceten (s. d.) mit nur
wenigen Arten, von denen aber einige außerordent-
lich häufig vorkommen und fast über die ganze Erde
verbreitet sind; es sind an der Luft vegetierende
faprophytische Pilze mit vielfach verzweigtem, aber
einzelligem Mycelium, das sowohl auf als auch im
Substrat sich verbreitet; von dem Mycelium aus
gehen einfache oder verzweigte, oft ziemlich lange
Fruchthyphen aus, auf deren Spitzen sich die meist
kugeligen Sporangien entwickeln (s. Tafel: Pilze III,
Fig. 3a). In den letztern werden durch Zerfallen
des Protoplasmainhalts zahlreiche einzellige kuge-
lige oder ellipfoidische Sporen (Fig. 3d) gebildet,
die bei der Reife durch Abreißen der Hülle des
Sporangiums austreten können. Nach Entfernung
desselben bleibt das Ende des Sporangienträgers,
das sich als Columella in das Sporangium hin-
einwölbt, erhalten. Die Sporen keimen, auf ein
geeignetes Substrat, Früchte, feuchtes Brot, Speise-
reste, tierische Exkremente, faulende Pflanzenteile