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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Mulder (Lodewijk) - Mülhausen
v?6t6N8cIi9.pp6ii", allein 1833 - 36; mit Wencke-
bach 1836-38 Matuur- 6n 8c1i6iIluiiäiF arcliiel";
mit Miquel und Wenckebach "Lu1i6tin ä68 8ci6nc68
pliv8iciu68 6t natur6i1e8 6N ^66l1il.nä6"; allein
1842-51 "8e1i6ikuiiäiF6 oncler^oeicin^en Feäaan
in1i6t ladoratoriuiu ä6rlltr6c1it8c:1i6 Ii00Z68c1i00i"
(6 Tle., Rotterdam), 1857-65 die "8c1i6ikiiiiäiF6
v6rdllnä6UnF6n 611 01166^06^111^611" (4 Tle., ebd.).
Seine Selbstbiographie ("I.6V6ii88c1i6t8") erschien
nach seinem Tode (2. Aufl. 1883).
Mulder(spr.möll-),Lodewijk,niederländ.Schrift-
steller, geb. 9. April 1822 im Haag, war 1851-59
Lehrer an der königl. Ni1itär6n ^Kaä6ini6 zu Breda,
war dann als Herausgeber alter Geschichtsquellen
thätig am Kriegsministerium, erhielt 1867 seine
Entlassung, wurde 1868 Schulinspektor in der Pro-
vinz Utrecht und lebt seit 1872 amtlos im Haag.
Den größten Ruhm erntete er mit seinem Roman
"^an I^6886u" (2 Bde., Arnh. 1856 u. ö.), worin
er die Verschwörung gegen Prinz Moritz von Ora-
nien schildert. Sein "V6iätoc1it van 1848 in 81668-
nHK-Ht)i3t6iii" Wreda 1856) hatte weniger Erfolg;
Lustspiele von ihm sind: "D6 ki68V6l66iiiAiiiA van
8t6ii6iiäiM" (Haag 1880) und "N6ii 1i6k v6i-8" (ebd.
1881). Ferner schrieb er Handbücher für die nieder-
ländische (Arnh. 1859; 12. Aufl. 1881) und für die
allgemeine Geschichte (ebd. 1862; 8. Aufl. 1880).
Muldner Hütte (Eisenbahn-, Post- und Tele-
graphenstation Muldenhütten), 4 Km von Frei-
derg (s. d.) in Sachsen, an der Linie Dresden-Chemnitz
der Sächs. Staatsbahnen gelegene Hüttenwerke. Sie
bildet zusammen mit der 8 km flußabwärts gelege-
nen Halsbrückner Hütte (s. d.) die "Freiberger fiska-
lischen Hüttenwerke". Letztere verarbeiten die ganze
sächs. Erzproduktion mit Ausnahme der Eisenerze und
der obererzgebirgischen Kobalt-, Nickel-, Wismuterze
und außerdem große Mengen ausländischer, beson-
ders südamerik/und austral. Erze und Metallgekrätze.
Die M. H. entstand aus der obern und untern
M. H., letztere der Sage nach aus dem 13. Jahrh.;
beide wurden 1825 vereinigt. Die M. H. umfaßt
folgende Einzelbetriebe: Schmelzhütte mit Golo-
und Wismutextraktionsanstalt; Schwefelsäurefabrik,
Zinkhütte, Arsenikhütte, Thonwarenfabrik, Münze
(1887 von Dresden hierher verlegt, Münzzeichen N).
Die Schmelzhütte arbeitet mit 12 Fortschaufe-
lungsöfen, 6 Hochöfen mit je 12 Formen, 3 Flamm-
öfen zum Kupfersteinschmelzen, 2 Saigeröfen, 6 Raf-
finieröfen, Pattinsonieranstalt mit 17 Kesseln und
einer Zinkentsilberungsanlage mit 2 Kesseln zum Ent-
silbern, 2 Saigerkesseln, einem Flammofen zum Ent-
zinken des Armbleies und 2 Apparaten zur Destil-
lation des Reichschaumes, ferner 4 Treibeherden und
1 Silberrafsinierofen. Die Schmelzhütte verarbeitete
(1895) 20214 t Erz, Gekrätz u. s. w., verbrauchte
dazu 16647 t Brennmaterialien und gewann 443 k^
Gold, 37 t Silber in Verkaufsgold, güldischem Raf-
finatsilber, das zur weitern Verarbeitung an die
Halsbrückner Goldscheideanstalt abgegeben wurde,
und Kupferstein, der zur Halsbrückner Kupferstein-
extraktion geliefert wurde, u. s. w., 1560 kF Wismut,
4245 t Weichblei, Antimonblei und Zinnblei, 80 t
rote Verkaufsglätte, 196 t Konzentrationskupferstein
und 1455 t arfenikalischen Flugstaub.
Die Schwefelsäurefabrik (14Kilns, 17 Gersten-
höfersche Schütd-, 3 Muffelöfen, 2 Kiesbrenner)
röstete (1895) 9756 t Erz ab und gewann dabei
6442 t Schwefelsäure von 66° L., 964 t rauchende
und wasserfreie Schwefelfäure, außerdem 298 t
Eisenvitriol und 264 t arsenikalisch en Flug staub.
Die bei der Schmelzhütte und Schwefelsäurefabrik
vorhandenen Flugstaubanlagen besitzen einen Fas-
sungsraum von 22081 edm.
Die Arsenikhütte stellte aus 4480 t Erz- und
Flugstaub 508 t Rotglas, 13 t metallisches Arsen
und 390 t Arsenmehl dar. Von letzterm wurden
120 t zu Weiß- und Gelbglas weiter verarbeitet.
Die Rotglasfabrikation erfolgt in 13 Ofen mit
184 Röhren und 1 Läuterkessel, die Fliegenstein-
fabrikation in 2 Galeerenöfen, die Weißglasfabri-
kation in 10 eisernen Kesseln, die Gewinnung des
Arsenmehls in 3 engl. Röstöfen mit Gasfeuerung.
Die Zinkhütte gewann (1894) in 2 Destillations-
öfen mit 44 und 32 Muffeln aus 100,83 t Blende,
zinkhaltigen Erzen und Gekrätze 19,33 t Zink und
1,8i t Zinkstaub.
An Hüttenprodukten wurden (1895) verkauft:
850 kg Gold, 54,7 t Silber, 2529 KZ Wismut, 7651 t
Blei und Bleifabrikate, 163 t Zink- und Zinkstaub,
1217 t Arsenikalien, 1833 t Kupfervitriol, 577 t
Eisenvitriol, 14416 t Schwefelsäure, 47 t doppelt-
schwefelsaures Natrium, 26 t Nickelspeise und verschie-
dene Thonwaren (feuerfeste Steine, Muffeln, Re-
torten, Probieröfen, Probiergefäße), im Gesamtwert
von 10428933 M. Das Personal bestand aus
27 Beamten und 1315 Arbeitern (und Aufsehern);
von letztern waren 833 auf den Muldner und 482
auf den Halsbrückner Hüttenwerken beschäftigt. Die
Arbeitslöhnebetrugenetwa1,2Mill.M. DieHütten-
knappschastskasse hat einVermögen von 490943 M.-
Vgl. Merbach, Die Freiberger Hütten (in "Freibergs
Berg- und Hüttenwesen", 2. Aufl., Freiberg 1893).
Mulegarn oder Muletwist (spr. mjuhl-), auf
der Mulemaschine (Mulejenny, spr. mjuhl-
dschenni; s. Spinnerei) erzeugte Baumwollgarne.
NIni^sÄiuui NipinulN OaFF, s. 8oiieiiu8.
Mulgrave (spr. möllgrehw), Constantine John
Phipps, Lord, brit. Seefahrer, geb. 30. Mai 1744,
war bereits 1765 Fregattenkapitän. Er drang 1773
zur Aufsindung einer Durchfahrt aus dem Atlanti-
schen Ocean durch das Nördliche Polarmeer in den
Großen Ocean mit zwei Schiffen bis zur Breite von
80" 48^ vor, muhte dann aber im August wegen des
undurchdringlichen Eifes umkehren. 1784 wurde er
Peer von Großbritannien, verließ 1791 den öffent-
lichen Dienst und starb 10. Okt. 1792 zu Lüttich. Er
veröffentlichte: "^ vovaF6 t0^arcl8 t1i6 Nortii?oi6"
(Lond. 1774; deutfch von Engel, Bern 1777).
Henry Phipps, Graf von M., Bruder des
vorigen, geb. 14. Febr. 1755, kämpfte im Kriege mit
Amerika und trat nach dem Frieden ins Unterhaus,
folgte 1792 seinemBruder als irländ.Baronundward
1794 Mitglied der Peerskammer; bald darauf kam er
auch als Freund Pitts ins Ministerium. Nach Pitts
Tode trat er auf die Seite der Opposition, gelangte
1807 als erster Lord der Admiralität wieder ins Mi-
nisterium und wurde 1812 Großmeister der Artillerie-
und zugleich Viscount Normanby und Graf von M.
Er starb 7. April 1831 und hinterließ einen Sohn, den
nachherigen Marquis von Normanby (s. d.).
Mulhacen, Berg, s. Cumbre de Mulhacen.
Mülhaufen. 1) Kreis im Bezirk Oberelsaß, hat
625,67 cikm, 1890: 152049 (74864 männl., 77185
weibl.), 1895: 159841 E. in 75 Gemeinden und zer-
fällt in die 5 Kantone Habsheim, Hüningen, Landser,
Mülhausen-Nord und Mülhausen-Süd. - 2) M. im
Elsaß, Kreisstadt im Kreis M. und Hauptort der
Kantone Mülhausen-Nord (47 812 E.) und Mül-