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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Musewi; Mushik; Musi; Musiert; Musik

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Musewi - Musik

(meist Gemälde engl. Meister: Turner, Leslie, Landseer, Poynter). Außerdem birgt die Hauptstadt eine Anzahl wertvoller, im Privatbesitz engl. Großer befindlicher Galerien: die im Bridgewater-House, im Hertfort-House (zahlreiche moderne franz. Bilder), im Grosvenor-House, sodann die Galerien in den königl. Schlössern zu Hampton-Court und Windsor. Belgien besitzt ebenfalls treffliche Bildersammlungen; so befindet sich zu Brüssel im Palais des beaux-arts die königl. Gemäldegalerie (600 meist niederländ. Bilder); Werke neuerer belg. Maler bewahrt das dortige Musée moderne. Ferner kommen für Belgien in Betracht die M. zu Antwerpen, Brügge und Gent. In den Niederlanden bewahrt das Reichsmuseum zu Amsterdam, ein 1877-85 nach Plänen von Cuypers im altholländ. Renaissancestil ausgeführtes Gebäude (s. Taf. II, Fig. 2), eine der hervorragendsten Gemäldegalerien Europas. Außer einigen Privatgalerien in Amsterdam, wie die im M. Fodor und die des J. P. Six, sind im übrigen Holland von Bedeutung die Gemäldegalerien im Haag, zu Haarlem und Rotterdam. Frankreich kann sich rühmen, daß die Louvre - Sammlungen zu Paris von keinem M. an Reichtum übertroffen werden. (S. Paris.) Die Gemäldegalerie des Louvre (2000 Bilder) enthält sowohl ältere ital. (Raffael, Correggio, Tizian) und niederländ. (Rubens, Rembrandt, Genremaler) Meisterwerke, als auch (etwa 850) Gemälde franz. Meister (1600-1850). Die modernsten franz. Gemälde befinden sich dagegen im Luxembourgmuseum zu Paris. Die Gemäldegalerie des Historischen M. zu Versailles bietet in etwa 5000 modernen Gemälden Hauptmomente aus der franz. Geschichte, besonders dem ersten Kaiserreich. Auch in den größern Provinzialstädten Frankreichs finden sich M. von einiger Bedeutung. Spanien glänzt durch die im Pradomuseum zu Madrid befindliche Bildersammlung (über 2000 Nummern, darunter besonders Meisterwerke Murillos; s. die Chromotafel beim Artikel Murillo). In den M. der Schweiz, wie dem M. zu Basel, Bern, Zürich und dem M. Rath zu Genf sind zumeist die modernen schweiz. Maler (Böcklin, Calame, Diday) vertreten. Schweden hat eine wertvolle Gemäldegalerie aufzuweisen im Nationalmuseum zu Stockholm, in dem vor allem die franz. Schule des 18. Jahrh., dann aber auch die Niederländer des 17. Jahrh. und die modernen nordischen Maler gut vertreten sind; ebenso Norwegen im Kunstmuseum zu Kristiania, Dänemark in der Kunsthalle zu Kopenhagen. Amerika besitzt schon jetzt wertvolle Gemäldegalerien, so im Metropolitanmuseum zu Neuyork, in der Corcoran-Galerie zu Washington, in der Akademie zu Philadelphia, in der Walters - Galerie zu Baltimore; jedoch beschränkt sich ihr Inhalt auf Werke neuerer Meister, während klassische Bilder fast ganz fehlen.

Naturwissenschaftliche M. haben nicht nur die Weltstädte, sondern auch die Universitätsstädte. Erwähnenswert sind folgende. In London enthält das Britische Museum (s. d. und Taf. II, Fig. 3) außer mittelalterlichen Altertümern insbesondere eine zoolog. Sammlung, das South-Kensington-Museum (s. London, Unterrichts- und Bildungswesen) kunstgewerbliche Gegenstände, ferner existiert ein M. für Naturkunde und im Imperial Institute (s. d.) ein Indiamuseum. Das Louvre zu Paris besitzt eine reiche Sammlung von Renaissance - Kunstgegenständen, eine ethnogr. Sammlung (eine andere im Trocadéro), während die naturwissenschaftlichen Sammlungen in den Gebäuden des Jardin des Plantes, die geolog., paläontolog., mineralog. Sammlung in der École des Mines (Bergschule) sich finden. Eine bedeutende kulturgeschichtliche Sammlung enthält das Musée Guimet. Wien besitzt das im gleichen Stil wie das Kunsthistorische Hofmuseum neu erbaute Naturhistorische Hofmuseum (s. Taf. I, Fig. 4); Berlin je ein auch äußerlich prächtiges M. für Naturkunde, Völkerkunde und das Kunstgewerbe. Zu München birgt das Gebäude der Akademie der Wissenschaften eine reiche paläontolog., auch mineralog. und zoolog. Sammlung; das Nationalmuseum hingegen ist für kultur- und kunstgeschichtliche Sammlungen mit besonderer Berücksichtigung Bayerns gegründet, dazu ein ethnographisches M. In Italien kommen die M. zu Rom (Collegio Romano), Florenz (im Bargello) und Mailand (im Museo civico) in Betracht. In Amerika bewahrt das Nationalmuseum zu Washington (s.Taf. II, Fig.4) und das American museum of modern history zu Neuyork reiche naturwissenschaftliche Sammlungen.

Über Handelsmuseen s. d. - M. ist auch Titel von Zeitschriften, z. B. Deutsches M.,Rheinisches M.

Musewi, mosaisch, in der Türkei Bezeichnung der Juden.

Mushik, s. Muschik.

Musi, Agostino di, nach seiner Vaterstadt Agostino Veneziano genannt, ital. Kupferstecher des 16. Jahrh. Er hat Stiche nach Vorbildern der Venetianischen, Florentinischen und Deutschen Schule geschaffen, besonders aber mit Marcantonio Raimondi, dessen Vorgange er in Technik und Stil viel verdankte, die Werke Raffaels in vorzüglicher Weise vervielfältigt. Bis gegen 1516 scheint er sich in Venedig aufgehalten zu haben, dann begab er sich nach Florenz, hierauf nach Rom und 1528 nach Mantua, wo er nach den Fresken des Giulio Romano im Palazzo del Te arbeitete. Um 1530 abermals nach Rom zurückgekehrt, begann er die fruchtbarste Periode seines Schaffens, welche bis 1536 mit Sicherheit zu datieren ist. Sein Künstlermonogramm waren die Initialen A. V.

Musiert, in mosaikartiger Weise gemustert (z. B. Glasscheiben, Buchstaben).

Musik, bei den Griechen, deren Sprache das Wort entstammt, die Gesamtheit der auf Geistes- und Gemütsbildung abzielenden Künste (lat. studia humaniora) im Gegensatz zur Gymnastik, die den Körper bildet. Erst in den christl. Zeiten faßt man sie in dem engern Sinne als Tonkunst. Insofern die Bildung von Tönen auf gesetzmäßig geregelter materieller Bewegung (Luftschwingungen) beruht, beschäftigt sich die Akustik, ein Zweig der Physik, mit der M. Die eigentliche Musiklehre, als ästhetische Disciplin, hat dreierlei zu behandeln: den Rhythmus, die Melodie und die Harmonie. Aller Rhythmus haftete ursprünglich an dem Metrum, der Sprache und am Tanze, löste sich aber mit der Zeit davon ab und erlangte seine Selbständigkeit zum Teil auch durch die Einführung der mehr rhythmischen als tonischen Instrumente, wie Trommel, Pauke u. dgl. In der M. giebt es zwei Arten von Rhythmen: den planen Rhythmus oder die Mensur, d. h. die musikalische Zeitmessung, wie sie in den Takten und ihren Teilen zur Anwendung kommt; dann den kunstvoll gegliederten Rhythmus, der über die Takte hinausgreift und sich nicht nach dem Taktmaß, sondern nach der innern Natur der musikalischen Gedanken bildet. Die Melodie ist die Lebensader