Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

122
Muzo - Mykenä
des in den Ganges fallenden Kali-Naddi und an
der Bahn Dehli-Amritsar-Lahaur, zählt (1890)
18166 E., davon 7193 Mohammedaner, 80 Christen.
Muzo oder Muso, s. Boyaca.
Muzzarelli, Adele, Vaudevillesängerin, Gattin
des Komikers Friedrich Beckmann (s. d.).
"I. v. 2., s. ^ieb.
Mwutan-Nzige, afrik. See, s. Njansa.
NI^H, s. Klaffmuscheln.
Myalgie (grch.), Muskelschmerz. slina.
NI^Hrinm "ativ^ln ^., Pstanzenart, s. (^ame-
Myasthenie (grch.), Muskelschwäche.
Mycelium, die vegetativen Teile der Pilze; sie
bestehen in den meisten Fällen aus gesächerten oder
ungefächerten, schlauchförmigen, oft sehr langen,
spinnwebeartigen Fäden (Hyphen); vereinigen
sich zahlreiche Hyphen zu einem dichten Geflecht mit-
einander, so entstehen Gewebekörper, wie sie z. B.
in dem Sclerotium (s. d.) und in den Fruchtkörpern
der größern Pilze bekannt sind. Die Fortpflanzungs-
organe, Sporen, Conidien u. s. w., werden von be-
sondern, vom M. abgezweigten Hyphen in der
mannigfaltigsten Weise gebildet. (S. auch Pilze.)
IN^ostes (grch.), die Pilze (s. d.).
Nl^ostss, Affengattunq, s. Brüllaffe.
Mycetoma (grch.), s. Madurabcin.
I"^oötopki1la2.V, s. Pilzmücken.
Mycetozoen, s. Myxomyceten.
Mycocecidien, s. Gallen (botan.j.
Nl^ooäerma, Essigpilz, s. Essigfabrikation/ -
N. e6i'6vi8ia6 oder vini, s. Kahm.
Myconius, Friedr., eigentlich Mekum, Freund
und Mitarbeiter Luthers, geb. 26. Dez. 1491 zu
Lichtenfels in Franken, trat 1510 in das Franzis-
tanerkloster zu Annaberg und 1512 in das zu Wei-
mar. Er schloß sich 1517 an Luther an und kam 1524
als Prediger nach Gotha. Hier erwarb er sich durch
Einrichtung des evang. Kirchen- und Schulwesens
hohes Ansehen. Er starb 7. April 1546. - Vgl.
Ledderhose, Friedrich M. (Gotha 1854); Meurer,
Friedrich M.' Leben (in "Leben der Altväter der
luth. Kirche", Bd. 4, Lpz. 1864).
Myconius, Oswald, eigentlich Geishüsler,
Freund und Mitarbeiter Zwinglis, geb. 1488 zu
Luzern, studierte in Bern und seit 1510 in Basel,
wo er mit Zwingli befreundet wurde und mehrere
Schulämter verwaltete. 1516 kam M. an die Schule
des Chorherrenstifts zu Zürich und wirkte 1519 für
die Berufung Zwinglis. Nachdem er Lehrer in Lu-
zern und Einsiedeln gewesen war, kehrte er 1524
nach Zürich Zurück und wurde nach Zwinglis Tod
Professor der Theologie in Basel und Vorsteher der
Baseler Kirche. Er starb an der Pest 14. Okt. 1552.
- Vgl. Hagenbach, Joh. Okolampad und Oswald
M. (Elberf. 1859).
Mycorhtza, eine eigentümliche, erst in neuester
Zeit befonders von Frank untersuchte Erscheinung,
die an den feinern Wurzelverzweigungen sehr vieler
Pflanzen, besonders aber bei Waldbäumen aus der
Familie der Cupuliferen auftritt und dadurch charak-
terisiert ist, daß jene Wurzeln von Pilzhyphen voll-
ständig umsponnen und in den äußern Zellschichten
auch von denselben durchwuchert sind. Beide er-
scheinen dadurch äußerlich als ein organisches Gan-
zes , zumal auch die Pilzhüllen in demselben Maße
weiter wachsen wie die Wurzeln selbst. Die M. ist
jedenfalls als ein Fall von Symbiofe (s. Mutua-
lismus) auszufasfen. Der Pilz schmarotzt auf den
Wurzeln, übernimmt aber dafür die wichtige Rolle,
die unzerfetzten organischen Reste des Bodens, die
wohl von Pilzen, aber nicht von den Wurzeln der
höhern Pflanzen in lösliche Verbindungen überge-
führt werden können, als Nahrungsquelle zu er-
Mycose, s. Mykose. schließen.
Nl^otsrla., s. Sattelstörche.
Mydatoxm, Mydm, s. Leichenalkaloide.
Nl^Ha.u.3, Stinkdachs, s. Stinktier.
Mydriasis und Mydriatika (grch.), s. Pupille.
Myelitis (grch.), Rückenmarksentzündung;
Myelalgie, Nückenmarksschmerz; Myelasthe-
nie, Rückenmarksschwäche; Myelomaläcie,
Rückenmarkserweichung; Myelomeningrtis,
Entzündung der Rückenmarkshäute; Myelophthl-
sis, Rückenmarksschwindsucht; Myelosklerose,
Verhärtung des Rückenmarks.
Myeloplaxen (grch.), Riesenzellen, große
runde oder mit zahlreichen Fortsätzen versehene Zell-
massen mit 10-50 und noch mehr meist peripherisch
liegenden Kernen, welche wahrscheinlich durch einen
Teilungsvorgang in membranlosen Zellen entstehen.
Sie finden sich physiologisch im Knochenmark, patho-
logisch im Granulationsgewebe sowie in Geschwül-
sten aller Art, besonders in Sarkomen und Tuber-
keln. Die Riesenzellen des Knochengewebes sind
umgewandelte Osteoblasten und Organe, die das
Knochen- und Zahngewebe auflöfen (Osteokla st en).
"I^ßHis, s. Vogelspinne.
NI^ konso 18 in^ oastis (engl., spr. mei
haus is mei kahßl), "mein Haus ist meine Burg",
sprichwörtliche Formel eines alten german. Rechts-
grundsatzes bei Sir E. Coke (s. d.), "Institutes", III,
162 und "86IHHM63 03.86", V, 91, deutsch im Haim-
burger Stadtrecht von 1244. (S. Zausfriede.)
Myiocephalon (grch.), Mückenkopf, Fliegen-
kopf, kleiner, bis stecknadelkopfgroßer Vorfall der
Regenbogenhaut durch ein Geschwür der Hornhaut.
Myiodesopfie, Myiöpie (grch.), das Mücken-
fehen (f. Gesichtstäuschungen). >und Mücken.
Myiolögie (grch.), die Lehre von den Fliegen
Nl^iotksriüa.V, s. Ameisenvögel.
Mykale, bis 1265 m sich erhebendes steiles
Gebirge (jetzt Samsun Dagh) des kleiuasiat.
Ioniens, zwischen den Städten Ephesus und Milet.
In der Nähe wurden Flotte und Heer der Perser im
Spätsommer 479 v. (5hr. von den Griechen unter
Leotychides und Tanthippus entscheidend geschla-
gen. Am nördl. Fuß des Gebirges lag das Bun-
desheiligtum der ion. Zwölfstädte, das Panionion.
Die Existenz einer Stadt M. ist zweifelhaft.
Mykenä, alte griech. Stadt in Argolis, im nörd-
lichsten Winkel der Ebene von Argos auf einem
278 m hohen Vorhügel des Tretongebirges gelegen;
es war in der Homerifchen Zeit reich und blühend
als Herrfchersitz mächtiger Könige, wie des Aga-
memnon, weshalb es in der Ilias gewöhnlich als
das goldreiche M. bezeichnet wird. M. bildete an-
scheinend den Mittelpunkt einer eigenartigen Kultur,
die in die zweite Hälfte des 2. Jahrtausends v. Chr.
gehört und sich im ganzen östl. Mittelmeergebiet
findet. Über ihre Herkunft wie über ihre Träger
(Griechen oder Nichtgriechen) sind die Meinungen
der Gelehrten noch geteilt; im allgemeinen neigt
man dazu, in den Mykenäern Griechen zu sehen.
Die am Ende des 2. Jahrtausends gegen den Pelo-
ponnes vordringenden Dorer haben wahrscheinlich
das Reich von M. gestürzt; die Stadt bestand als selb-
ständiges Gemeinwesen fort und sandte nock einen
Teil ihrer Bewobner zur Teilnahme an dem Be-