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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Myxorrhöe - Nabatäer
daß das ganze Plasmodium sich in ein Sporan- '
gium umwandelt, oder daß einzelne kleinere kapsel- !
artige Gebilde entstehen, die eine große Anzahl
kleiner dickwandiger, einzelliger Sporen und außer-
dem ziemlich häusig noch ein eigentümlich gebautes
Faserwerk, das sog. Capillitium, enthalten. Die
reifen Sporen keimen sehr bald, dabei tritt aus!
ihnen der Plasmainhalt heraus und beginnt sofort .
entweder eine schnellere schwärmende Bewegung j
oder eine amöbenähnliche kriechende, die letztere tritt
auch dann ein, wenn die schwärmende Bewegung
aufgehört hat. Während des Umherwanderns neh-
men diese Körper, die man als Myramöben be-
zeichnet, an Volumen zu, vereinigen sich mit andern
und bilden so allmählich wieder ein Plasmodium.
Von den saprophytisch lebenden Formen ist außer
der Lohblüte keine von allgemeinerm Interesse.
Von den parasitischen ist es besonders dieKohlhernie
(s. ?Ill8in0äi0p1i0i'a). Die meisten auf Pflanzen
schmarotzenden M. kommen in Algenzellen vor. Im
tierischen Körper sind ebenfalls einige parasitisch
lebende Formen aufgefunden worden, so in den
Muskeln der Schweine eine uoch näher zu unter-
suchende Art, Ili^iococeuZ retionlatug ^5o^/. Wahr-
scheinlich sind einzelne M. in dem Körper mancher
Tiere ziemlich verbreitet.
Vgl. De Vary, Die Mycetozoen (2. Aufl., Lpz.
1864); ders., Morphologie und Physiologie der
Pilze, Flechten und M. (ebd. 1866); Nostasinski,
Versuch eines Systems der Mycetozoen (Berl. 1873);
De Vary, Vergleichende Morphologie und Biologie
der Pilze, Mycetozoen und Bakterien (Lpz. 1884);
Zopf, Die Pilztiere oder Schleimpilze (Bresl. 1885).
Myxorrhöe (grch.), Schleimfluß. sschwulst.
Myxosarköm (grch.), bösartige Schleimge-
III. 2., Abkürzung für Mangels Zahlung.
M'zäb oder M'zabrten, s. Beni Msab.
Mzchet, Dorf im Kreis Tiflis des russ. Gou-
vernements Tistis in Transkaukasien, an der Mün-
dung der Aragwa in die Kura und an der Linie
Batum - Samtredi - Tiflis der Transkaukas. Eisen-
bahn, hat (1893) 1221 E., 3 griech.-kath., 1 arme-
nisch-gregorianische Kirche und ein Nonnenkloster.
M. war einst eine blühende Stadt von 30 km
Umfang. Vom 4. bis Ende des 5. Jahrh, residierten
daselbst die Könige von Georgien, seit dem 5. Jahrh,
der Patriarch (Katholikos) der georgischen Kirche. -
Nahe bei M. liegen die Ruinen der Stadt Armasis
(Harmozica, Arma-Ziche), in nächster Nähe der
Grusinischen Heerstraße (s. d.) das 1871 entdeckte
Gräberfeld von Samtawra, wo bedeutende vor-
histor. Funde gemacht wurden.
Mzensk. 1) Kreis im nordöstl. Teil des russ.
Gouvernements Orel, im Gebiet der Oka, hat
2397,4 qlcm, 94478 E., Getreide- und Hansbau,
Spitzenflechterei. - 2) Kreisstadt im Kreis M., an
der Euscha und der Eisenbahn Moskau-Kursk, hat
(1894) 16318 E., in Garnison die 36. Feldartillerie-
brigade, 11 Kirchen, 1 Kloster, 1 Synagoge; 7 Ziege-
leien, 2 Glasfabriken, 3 Färbereien, 1 Tabakfabrik,
Flußhafen, Handel mit Getreide, Hanf, Metall-
waren und Sal^.
N.
3!, der vierzehnte Buchstabe unfers Alphabets,
wird von dem phöniz. ^un (Fisch) abgeleitet; ur-
sprünglich eine Zickzacklinie von oben nach unten,
aus drei Strichen bestehend, bildete die Gestalt sich
später zu 5l um. Im Griechischen bedeutet N: 50.
(S. Schrist.) Als Laut gehört N zu den Nasalen.
Als Abkürzungszeichen stehtN auf röm.In-
schriften und Handschriften für den Vornamen ^n-
inerius, ferner für Neutrum, ^0ui6n, ^oininHtivns,
^on, ^uni6ru8; aus der Abkürzung ^. für Komen
ist N. X. (s. d.) entstanden. Auf altfranz. Münzen
ist X das Münzzeichen für Montpellier. In der
Chemie ist X das Zeichen oder Symbol für Stick-
stoff (XitroFenium). Im Handel, besonders im
Buchhandel, ist n. Abbreviatur von netto. Bei
geogr. Bezeichnungen ist N. Abkürzung für Norden.
Ua, chem. Zeichen für Natrium.
Naab (Nab), linker Nebenfluß der Donau im
bayr.Reg.-Bez. Oberpfalz, entsteht aus derFichtel -,
der Wald- und der Haidenaab. Erstere kommt
vom Südfuh des Ochsenkopfs im Fichtelgebirge,
die zweite östlich vom Entenbühl im Vöhmer Wald
und die dritte westlich von der Nassen Heide, süd-
östlich von Warmensteinach im Fichtelgebirge. Die
Vereinigung der beiden ersten erfolgt bei N>indisch-
Eschenbach, die Haidenaab mündet erst bei Wil-
denau, zwischen den beiden Vereinigungen fließt
rechts, bei Weiden, noch die Schweinnaab zu. Die N.
behält den Lauf nach Süden, nimmt links Pfreimt
und Schwarzach, rechts die Vils auf und mündet,
165 Km lang, 8 km oberhalb Regensburg.
Naarden, Stadt und Festung in der niederländ.
Provinz Nordholland, unweit vom Zuidersee, an
der Linie Amsterdam-Winterswyk der Holland.
Eisenbahn, hat (1892) 3232 E., die größtenteils
vom Garten- und Landbau leben.
Naas (spr. nehs), Stadt in der irischen Graf-
schaft Kildare, an einer Abzweigung des Grand-
Kanals 32 km im SW. von Dublin, hat (1891)
3735 E., Kaserne und Gerichtshof. Es war früher
Residenz der Könige von Leinster.
Naassener, s. Ophiten.
Nab, Fluß, s. Naab.
Nabatäer, im Altertum ein arab. Volksstamm
im Peträischen Arabien, zwischen dem Manitischen
Meerbusen und dem Toten Meer, der in der Namens-
form Nebajot bereits in der Genesis (25,13) als
Erstgeborener Ismaels aufgeführt wird. In den
Keilinschriften Asurbanipals (von 668 v. Chr.)
heißen sie Nab aitai. Bei den klassischen Autoren
erscheinen sie zuerst in der Zeit der Diadochen bei
Gelegenheit verunglückter Feldzüge, welche Anti-
gonus und Demetrius nach jenen Gegenden, die
vorher die Idumäer innehatten, unternahmen. Erst
in der Matkabäerzeit lassen sie sich genauer verfolgen.
Nach mehrfachen Kämpfen, die schon unterPompejus
begannen, wurde ihrem Reiche unter Trajan 105
n. Chr. ein Ende gemacht. Die Hauptstadt der N.
war Petra; die neuen Forschungsreisen von Doughty,
Huber und Euting haben dargethan, daß das Reich
der N. sich viel weiter ausdehnte, als man bisher
geglaubt; Doughty hat zuerst 1875 in El-Hedschr