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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Nageleisen - Nagelmaschme
Nageleisen, s. Nägel.
Nagelfleck (^lia^u^.), Schieferdecker,
schöner enrop. Nachtfalter von rotgelber Farbe, mit
einem runden, violetten, schwarz gesäumten und
mit bläulichweißem I-förmigem Kern geschmückten
Augensteck auf jedem Flügel (s. nachstehende Figur).
Die etwa 46 mm klafternden, mit doppeltgekämmten
Fühlhörnern (s. Tafel: Zuchtwahl II, Fig. 3a)
versehenen Männchen fliegen schon Ende April am
Tage in Buchenwäldern sehr hurtig herum, um die
trägen, Hellern und größern Weibchen aufzusuchen.
Die grüne, gelb gekörnte Raupe lebt auf Wald-
bäumen, besonders auf der Vuche.
Nagelfluh, ein Konglomerat, bestehend aus stark
abgerundeten Geröllen von Kalkstein (bisweilen auch
von Sandstein), die durch ein gewöhnlich spärliches
Bindemittel von gelblich grauem oder weißlichem
Sandstein verkittet sind; der Name stammt von der
Ähnlichkeit her, welche die auf der Oberfläche der
Felsen oder Flühe halbkugelig hervortretenden Ge-
schiebe mit Nagelköpfen besitzen. Die N., ein stellen-
weise sehr mächtiges Glied der alpinen, nament-
lich Schweizer Molasseformation, zerfällt in die
subalpine N., deren Kalksteingerölle meist dunkel-
farbig sind und aus den Alpen stammen (im Entli-
buch, am Nigi, Roßberg, bei Stein in Toggenburg),
und in die jurassische N., deren Gerölle vorwal-
tend aus hellfarbigem Jurakalkstein bestehen, in den
Kantonen Bern, Solothurn, Basel, Aargau. Die
Kalksteingeschiebe der N. zeigen häufig die merkwür-
dige Erscheinung der gegenseitigen Eindrücke. Bei
der bunten N. werden die Gerölle aus krystallini-
schen Silikatgesteinen von sehr verschiedener Natur
und Farbe gebildet, aus Quarz, Granit, Gneis,
Glimmerschiefer, Amphibolit, Porphyr, Serpentin,
Gabbro, grünen Schiefern, selten mit Kalksteingeröll.
Nagelgeschwür, Nagelgrind, s. Nagel.
Nä'geli, Hans Georg, Komponist, geb. 16. Mai
1773 zu Wetzikon im Kanton Zürich, errichtete 1793
eine Musikalienhandlung in Zürich und wurde 1833
Präsident der Schweizerischen Musikgesellschaft. Er
starb 26. Dez. 1836 daselbst. N. hat sich um das
Musikleben seiner Heimat bleibende Verdienste er-
worben. Er organisierte den Schulgesang, rief Ge-
sangvereine fürs Volk ins Leben und gründete die
Schweizer Musikfeste. N. erregte besonders Auf-
sehen durch seinen Streit mit Thibaut und durch seine
Opposition gegen Mozarts Instrumentalkompositio-
nen. Unter seinen Liederkompositionen wurde be-
sonders die Melodie zu Usteris "Freut euch des Le-
bens" populär. Biographien N.s schrieben Vierer
(1844) und A. Keller (Aarau 1849). Ein Denkmal
N.s wurde 1848 in Zürich errichtet.
Nägeli, Karl Wild. von, Botaniker, geb. 27.März
1817 zu Kilchberg, studierte in Zürich, Genf und
Berlin, habilitierte sich 1842 in Zürich, wurde hier
1848 außerord. Professor, 1852 ord. Professor in
Freiburg, 1855 am Polytechnikum zu Zürich, 1858
in München, wo er 10. Mai 1891 starb. N. hat sich
auf allen Gebieten der Botanik die größten Ver-
dienste erworben. Von seinen Schriften sind außer
vielen Aufsätzen in der "Zeitschrift für wissenschaft-
liche Botanik", die er 1844-46 mit Schleiden her-
ausgab, zu erwähnen: "Zur Entwicklungsgeschichte
des Pollens bei den Phanerogamen" (Zur. 1842),
"Die neuern Algensysteme und Versuch zur Be-
gründung eines eigenen Systems der Algen und
Florideen" (ebd.1847), "Gattungen einzelligerAlgen"
(ebd. 1849), "Pstanzenphysiol. Untersuchungen"
(mit Karl Cramer, 4 Hefte, ebd. 1855-58), "Bei-
träge zur wissenschaftlichen Botanik" (4 Hefte, Lpz.
1858-68), "Das Mikroskop" (mit Schwendener,
2 Bde., ebd. 1865-67; 2. Aufl. 1877), "Die Schran-
ken der naturwissenschaftlichen Erkenntnis" (Münch.
1877), "Theorie der Gärung" (ebd. 1879), "Unter-
suchungen über niedere Pilze" (ebd. 1882), "Me-
chanisch - physiol. Theorie der Abstammungslehre"
(ebd. 1884), "Die Hieracien Mitteleuropas" (mit
Peter, ebd. 1885 fg.). Außerdem zahlreiche und wich-
tige Abhandlungen in den "Berichten der Münche-
ner Akademie der Wissenschaften" in den 1.1861-81.
Nach seinem Tode wurde von Schwendener und Cra-
mer eine nachgelassene Abhandlung herausgegeben:
"Über oligodynamische Erscheinungen in lebenden
Zellen" (Bas. 1893). - Vgl. Wunschmann, Karl
Wilh. von N. (Berl. 1893).
Nagelkalk, Tutenmergel, spitze Kegel mer-
geligen Kalksteins, die aus vielen tutenförmig in-
einandergesteckten Schalen bestehen und, mit einer
eigentümlich quergerunzelten Oberstäche versehen,
sich in großer Anzahl dicht nebeneinander finden,
wodurch sie mehrere Zoll mächtige Platten zusam-
mensetzen. Sie finden sich namentlich im Muschel-
kalk, noch häufiger in der Liasformation, und ihre
Bildung ist noch immer nicht ganz aufgeklärt.
Nagelmafchine, neuerdings eingeführte Ma-
schine der Kistenfabrikation, die beim Zusammen-
nageln der einzelnen zugeschnittenen Bretter dicHand-
arbeit ersetzt und die letztere an Leistungsfähigkeit