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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Nagy-Megyer - Nähen
Nagy-Mcgyer, Groß-Gememve, s. schütt.
Nagy-Röcze (spr. naddj röhze), deutsch Groß
Rausche ubach, Vcrgstadt mit geordnetem Ma-
gistrat im uugar. Komitat Gömör, an eiuem Zufluß
des Sajö und an der Linie Pelsöcz-Murauy i:u
Betriebe der Ungar. Staatsbahnen, hat (1890)
1817 meist slowak. evang. E., Bürger- und Handels-
schule; Eisen- und Sägewerke.
Nagy-Szeben (spr. naddj ßebben), ungar. Name
von Hcrmannstadt (s. d.).
Nagy-Szent-Miklös (spr. naddj ßent mi-
klohsch). 1) Serbisch- (Szerb-) oder Raiczisck-
Szent-Miklös, Groß-Gemciudo und Hauptort
eines Stuhlbezirts (47188 E.) ini ungar. Komitat
Torontäl, hat (1890) 10340 E., Weberei. In dcr
Nähe wurde 1799 ein reicher Fund von goldenen
Geräten, angeblich Tafelgeschirr des Königs Attila,
gemacht, die jetzt im Antikenkabinett zu Wien aus-
bewahrt werden. - 2) Ne" met - Na gy - Szent -
Miklös oder Deutsch-Nagy-Ezeut-Mitlös,
Groß Gemeinde ebenda, rechts am Arankaflüßchen
und an den Linien Temesvar-Iosesstadt-N. (63 ^in)
und Valkäny-Varjas der Ungar. Staatsbabnen, hat
(1890) 1971 E. und eine landwirtschaftliche Lehr-
anstalt. Beide Orte betreiben vorwiegend Acker-
bau und Viehzucht (Pferde, Schafe und Schweine).
Nagy-Szöllös (spr. naddj siöllösch), Groft-Ge-
meindc, s. Ugocsa. ^Großwardein (s. d.).
Nagy-Vürad (spr. naddj wä-), ungar.Name von
Naharro, Vartolome de Torres, einer der
Begründer der span. Bühne, geb. zu La Torre
bei Badaioz, gehorte dem geistlichen Stande an.
Durch Scyiffbruch kain er in algicrische Gefangen-
schaft; nach seiner Befreiung hielt er sich in Rom
auf als Kaplan des Feldherrn Fabricio Colonna
und folgte 1517 einer Einladung nach Neapel.
Eeiue spätern Lebensschicksale sind unbekannt. Die
"^i'OMillclilv), das einzige von ihm erhaltene Werk,
erschien, von N. selbst besorgt, 1517 zu Neapel und
wiederholt zu Sevilla, Toledo und, gereinigt von
den Ausfällen gegen den röm.Hof, zu Madrid und
Antwerpen 1573. Andere Schriften, die er in Rom
veröffentlicht hatte, sind verloren. Die "?i'0Mlaäiau
enthält außer lyrischen und satir. Gedichten in den
beiden ersten Ausgaben secbs, dann sieben (1520),
später acht Komödien (1526), die zu den wichtigsten
Urkunden für die Geschichte des span. Dramas ge-
hören. N. bat seine Komödien in fünf Akte abgeteilt,
die er zuerst "^oi-na^as", d. i. Tagereisen, nannte;
und vor jeder Komödie findet sich ein "Introito" (ent-
sprechend der "I^ow)), worin ein Lustigmacher das
Publikum zur Aufmerksamkeit auffordert, und ein
"/Vr^uinento" oder kurzer Abriß derHandlung. Vier
seiner Stücke sind in Bohl de Fabers "leati-o L8-
pHuoi" (Hamb. 1832) abgedruckt, die "I^oMwäiN"
ist von Cancte neu herausgegeben (Madr. 1881).
Nahe (lat. Nava), linker Nebenfluß des Rheins,
entspringt 306 in hoch bei Sclbach im S. des Fürsten-
tums Virkenseld, fließt meist uord östlich, zuerst bis
Oberstein durch eiue raube Hochfläche (viele Achat-
schleifereien), dann mit starkem Gefalle in tiefem,
malerischem, von Melaphyrfelsen überragtem Thale,
das weiterhin reich an Weinpflanzungen und frucht-
baren, trefflich bebauten Feldern (befonders bei
Kreuznack) ist, und mündet nach 111,8 km bei Bin-
gen. Links fließen der N. nur kleinere Bäche, reckts
Glan, Alsenz u. s. w. zu; das Flußgebiet umfaßt
3932 qlcm. Die Rbein-Nahe-Bahn begleitet die N.
mittels vieler Anschnitte, Brücken und Tunnel von
Bingerbrück bi5 Türkiönulhle. - Vgl. Schnccganc',
Geschichte des Nabcthals (3. Aufl., Kreuznach 1889);
ders., Kreuznach, Münster am Stein und das Nahe-
tbal (5. Aufl., ebd. 1892); Voigtläuders Bad Kreuz-
nach , Bad Münster am Stein und das Nahethal
(13. Aufl. von von Geiscnheyner, ebd. 1892).
Nahe Inseln, s. Aleuten.
Nähen, mit Hilfe von Nadel und Faden Stosf-
tcile verbinden oder verzieren, wonach man die
Verbindungsnaht oder kurzweg Naht und dieVer-
fchönerungsnaht oder Ziernaht unterfcheidet, die
je nach ihrer.herstellungsweise Hand- oder Maschi-
nennähte sind. Das Charakteristische dcr Hano-
näh erei bcsiebt darin, daß ein Faden von geringer
Länge mit Hilfe einer, an einem Ende zugefpitzten,
am andern mit einem Ohr zur Fadenbefestigung
versehenen Nadel in solcher Weise in die Stofsteile
eingeschlungen wird, daß sowohl auf der Ober- als
Unterseite derselben flott liegende Fadenlagen
(Stiche) entsleben, die sich linienartig aneinander
reiben und die Naht bilden. Herstellung und Ge-
stalt geben den Sticbcn und Näbten den Namen
und bedingen die Festigkeit der letztern. Zu den
Verbindungsnädten gehört die überwendlings-
oder überwendliche Naht, die zur Vereinigung
zweier übereinandcr gelegter Webkanten oder Säume
dient; die Vorderstich naht zum flüchtigen Zu-
sammensetzen zweier Webkanten in dünnen Stof-
fen, beim Putzmachen, beim Heften, sowie zum
Faltcnzicben, dabcr auch Reihnaht genannt; die
von allen Verbindungsnäbten am häufigsten ange-
wendete Steppnaht, die besonders an Tuchklei-
dern, Schürzeu, Einfassungen u. s. w. vorkommt;
die der letztern ähnliche, aber schneller herzustellende
Hinterstich naht, die niemals in Leinen, sondern
nur bei leichter Näherei und in ältern Stoffen An-
wendung findet; die Musselin- oder franzö-
sische Naht, aus einer Vorderstich- und einer
Hintcrstick^nabt bestebend und für leichte Stoffe, wie
Musfeliu, besonders geeignet; die Flanell- oder
Herennaht zum N. und Flicken von Flanell, so-
wie zum Herunternähen umgelegter Teile in tuch-
äbnlichen Stoffen; die holländische, Gegen-
stich- oder Kreuzuaht, zum Flicken in Leinen-
und grobem Baumwollzeug vorzüglich geeignet,
weil sie dem Gewebe ganz ähnlich ist und nicht eine
so scharfe Kante bildet wie die überwendliche Naht;
die Kappnaht, die schwierigste aller Nähte, meist
zur Verewigung zweier Schnittkanten dienend; die
Seitenstichnaht, besonders beim Ausbessern
der Wäsche vorkommend. Zu den Verschönerungs-
nähten, die teils in geraden, teils in schwungvoll
gewundenen Linien auf einer Stofffläche ausge-
führt werden, gebort mit einigen der genannten
Verbindungsnähte, wie der Feston, namentlich die
Steppnaht, die alsdann auf der rechten Seite
gearbeitet wird, und die Kettenstichnaht; ferner
die Näbte mit H exenstich, Spitzcnsti ch, Kreuz -
stich, dem sog. Minutenstich, sowie das Auf-
näben von Soutach e. (S. auch Stickerei.)
In der Maschinennäherei (s. Nähmaschine)
wird der Näbfaden von Spulen entnommen. Die
zwangläufige Fübrung der Nadcl erfordert die An-
wendung anderer Stich- und Nahtarten als die in dev
Handnäderei üblichen. Man unterscheidet Einfa -
den- und Z w eifadenn ä h t c. Zu den erstern gehört
die Reihnabt znr vorübergehenden Vereinigung
von Stoffstücken (in Färbereien, Zeugdruckcreien
u. s. w.) und die Ein faden kettennaht zur Her-