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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Napier (John) - Napoleon I.

selben Jahre wesentlichen Anteil an dem Kriegszuge gegen Mehemed Ali. Diese Ereignisse beschrieb er selbst in dem Werke "The war in Syria" (2 Bde., Lond. 1842). 1846 wurde er zum Konteradmiral befördert. In einer Reihe von Briefen an die "Times" deckte er die Mißbräuche in der Verwaltung der engl. Marine auf (gesammelt u. d. T. "The navy, its past and present state", Lond. 1851), avancierte 1853 zum Viceadmiral der Blauen Flagge, wurde nach Ausbruch des Orientkrieges 1854 zum Oberbefehlshaber der brit. Flotte in der Ostsee ernannt, vermochte aber nur wenig auszurichten. 1858 zum Admiral der Blauen Flagge erhoben, starb er 6. Nov. 1860 in Merchiston-Hall (Hampshire). - Vgl. Elers Napier, Life and correspondence of Sir Charles N. (2 Bde., Lond. 1861) und die Biographie N.s von Butler (ebd. 1890).

Napier (spr. nehpĭer), John, auch Neper genannt, Mathematiker, geb. 1550, war der älteste Sohn des schott. Barons Archibald von Merchiston. Nachdem er in St. Andrews seine Studien vollendet und Frankreich, Italien und Deutschland bereist hatte, wählte er in in seiner gelehrten Muße die Mathematik zu seinem Hauptstudium. Am berühmtesten machte er sich durch seine Entdeckung der sog. natürlichen oder Neperschen Logarithmen, auf welche er durch die Bemühungen, eine kürzere Berechnung der Dreiecke zu finden, geführt wurde. Auch ist er bekannt als Erfinder der Neperschen Rechenstäbchen, welche die Vielfachen der einzelnen Ziffern bis zum Neunfachen enthalten und mittels deren man auf eine leichte Art multiplizieren und dividieren kann. Ein Ergebnis seiner eifrigen Beschäftigung mit der Offenbarung Johannis war seine "Plaine discovery of the whole revelation of St. John" (Edinb. 1593; 1611; Lond. 1611 u. ö.). Er starb auf seiner Baronie zu Merchiston 4. April 1617. Seine Hauptwerke sind die "Mirifici logarithmorum canonis descriptio" (Edinb. 1614; vermehrt 1618) und "Rabdologiae, seu numerationis per virgulas libri duo" (ebd. 1617 u. ö.). - Vgl. Memoirs of John N. of Merchiston, hg. von M. Napier (Lond. 1834), der auch ein hinterlassenes Werk desselben, "De arte logistica" (Edinb. 1839), veröffentlichte.

Napier of Magdăla and Caryngton (spr. nehpĭer), Robert Cornelius, Baron, brit. Feldmarschall, geb. 6. Dez. 1810 auf Ceylon, trat 1828 als Lieutenant in das Geniekorps der Armee von Bengalen, kämpfte 1845-46 als Major gegen die Sikh am Satladsch und leitete 1848 die Belagerungsarbeiten von Multan. Während des ind. Aufstandes leitete er als Chef des Geniekorps die Belagerung von Lakhnau (1858) und führte eine Brigade vor Morar und Gwaliar. 1860-61 focht N. mit Auszeichnung unter Sir Hope Grant als Commandeur der 2. Division gegen China, namentlich bei den Operationen, welche die Einnahme der Takuforts und von Peking herbeiführten, und stieg zum Generalmajor auf. 1861-65 bekleidete er den Posten eines Mitgliedes des ind. Staatsrats und wurde 1865 Obergeneral der Armee von Bombay. Im Okt. 1867 wurde N. die Leitung der Expedition gegen den Kaiser Theodor von Abessinien (s. d., Bd. 1, S. 37 b) übertragen. Die Umsicht und Entschlossenheit, mit der N. das schwierige Unternehmen fast ohne Verluste durchführte, hatten seine Ernennung zum General in der Armee und seine Erhebung zur Peerswürde zur Folge. 1870 ging er als Oberbefehlshaber der ind. Armee und Mitglied des Staatsrats wieder nach Ostindien. Von dort wurde er 1875 als Gouverneur nach Gibraltar versetzt und kehrte 1882 unter Beförderung zum Generalfeldmarschall nach England zurück. 1886 wurde er zum Befehlshaber des Tower ernannt und starb 14. Jan. 1890 in London.

Napó, 700 km langer Nebenfluß des Amazonenstroms, entspringt an der Ostseite des Cotopaxi, bildet eine bequeme Straße von Ecuador nach dem Atlantischen Ocean und wird bis La Coca (320 km aufwärts), von flachen Schiffen bis Sta. Rosa befahren. Nebenflüsse sind: Curaray von rechts, Coca und Aguarico von links.

Napoleon I., Kaiser der Franzosen, geb. 15. Aug. 1769 zu Ajaccio auf der Insel Corsica, war der zweite Sohn des Patriciers Carlo Bonaparte (s. d.) und der Maria Lätitia Ramolino. Der junge N. erhielt durch Protektion des franz. Gouverneurs Grafen von Marbeuf 1779 eine Freistelle in der Militärschule zu Brienne, dann 1784 in der Militärschule zu Paris, wo er sich namentlich in der Mathematik auszeichnete. Mit Patent vom 1. Sept. 1785 trat er als Lieutenant in das Artillerieregiment Lafère, das zu Valence und Auxonne garnisonierte. Bald darauf brach die Revolution aus, und N. suchte die Bewegung zu benutzen, um auch auf Corsica die demokrat. Grundsätze zu verbreiten, sich einen persönlichen Anhang und der Insel vielleicht die Unabhängigkeit zu verschaffen. Er wurde auch während eines längern Urlaubs zum zweiten Kommandanten des Freiwilligenbataillons von Ajaccio gewählt, verlor aber wegen Urlaubsüberschreitung seine Stelle in der franz. Armee, die er jedoch im Juli 1792, und zwar als Hauptmann, wiedererlangte. Nach dem Emporkommen der radikalen Elemente in Paris trat N. auf Corsica der Partei Paolis (s. d.) entgegen, die sich gegen die republikanische Regierung in Paris erklärte, und warf sich ganz in die Arme der Franzosen, während er noch kurz zuvor ein national gesinnter Corse gewesen war. Er wurde deshalb von den Aufständischen nebst seiner Familie geächtet und flüchtete mit ihr nach Frankreich (Juni 1793), wo er als eifriger Anhänger des Konvents und Gegner des Föderalismus auftrat. Als er 19. Okt. 1793 als Bataillonskommandant im 2. Artillerieregiment den Oberbefehl über einen Teil des Belagerungsgeschützes vor Toulon übernahm, erhielt er die erste Gelegenheit, sein Feldherrntalent zu bethätigen, indem namentlich durch seine Dispositionen die Engländer und Spanier zur Räumung Toulons und die Stadt zur Kapitulation (18. Dez.) gezwungen wurde. Nachdem er 6. Febr. 1794 zum Brigadegeneral der Artillerie befördert worden war, diente er in der Armee von Italien, wo er bei den Konventskommissaren im Hauptquartier, besonders bei Robespierres Bruder, als militär. Ratgeber großen Einfluß gewann. Die Folge war, daß er sich in Robespierres Sturz verwickelt sah. Er wurde nach der Katastrophe vom 9. Thermidor (27. Juli 1794) verhaftet und angeklagt, und wenn er auch schon nach acht Tagen seine Freiheit wiedererhielt, ward ihm doch bald das Artilleriekommando in Italien entzogen, er selbst zur Infanterie versetzt und zur Westarmee geschickt. Er folgte diesem Befehl nicht, sondern ging, indem er Krankheit vorschützte, nach Paris, wo er im Bureau für Armeedirektion und Kriegspläne jenen großen Operationsplan entwarf, den er im folgenden Jahre zum größten Teile durchführte. Damals aber wurde N. 15. Sept. 1795 wegen Ungehorsams zum zweitenmal aus der Armeeliste ge-^[folgende Seite]