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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Nebenlinie - Nebraska (Fluß)

Nebenlinie, Bezeichnung der Verwandten, die als jüngere Söhne oder Abkömmlinge eines jüngern Sohnes dem ältesten Sohne und dessen Abkömmlingen, als der Hauptlinie, gegenübergestellt werden.

Nebenmilz, s. Milz.

Nebenmonde, s. Halo.

Nebennieren (Glandulae suprarenales, Renes succenturiati), zwei drüsenartige Organe, welche oberhalb jeder Niere im Nierenfett zu beiden Seiten der Wirbelsäule liegen. Sie haben eine platte, halbmondförmige oder dreieckige Gestalt und lassen eine festere, gelbbräunliche äußere und eine weichere, braunrote innere Lage unterscheiden. Ihre Länge beträgt beim Erwachsenen 4-6 cm, ihre Breite 3 cm, ihr Gewicht 5-8 g. Einen Ausführungsgang besitzen die N. nicht. Ihre Bedeutung für den tierischen Stoffwechsel ist noch völlig unbekannt. Krankhafte Entartungen der N. sind ein konstantes Symptom der Addisonschen Krankheit (s. d.).

Nebennoten, in der Musik bei Verzierungen (Doppelschlag, Triller u. s. w.) die obere und die untere Sekunde des zu verzierenden Tones.

Nebennutzungen, der Teil des Rohertrags einer Waldwirtschaft, der nicht aus Holz oder Rinde (s. Hauptnutzung) besteht, sondern aus andern Waldprodukten, z. B. Streu, Gras, Früchten, Erträgen von Waldfeldern, Bestandteilen des Grund und Bodens, Jagd u. s. w., und aus Rechten, wie Flößereirecht u. s. w.

Nebenplaneten, Monde, Trabanten oder Satelliten, diejenigen Himmelskörper, die sich um einen Hauptplaneten bewegen und denselben bei seinem Laufe um die Sonne begleiten. Außer bei Merkur und Venus sind bei allen großen Planeten N. aufgefunden worden, und zwar kennt man deren bei der Erde 1, Mars 2, Jupiter 5, Saturn 8, Uranus 4, Neptun 1. Nur der Erdmond ist mit freiem Auge sichtbar, alle andern N. sind nur im Fernrohr wahrzunehmen und erscheinen wegen ihrer Kleinheit und großen Entfernung auch da nicht als Scheibchen, sondern wie meist sehr schwache Fixsterne. Wahrscheinlich sind noch mehr N. in unserm Sonnensystem vorhanden, namentlich werden bei Neptun und Uranus noch weitere N. vermutet; sie entziehen sich aber wegen ihrer Lichtschwäche der Wahrnehmung. Alle N. bewegen sich um ihren Hauptplaneten in Ellipsen, in deren einem Brennpunkte der letztere steht, und zwar von Westen nach Osten, jedoch mit Ausnahme der Monde des Uranus und des Neptuns, die sich in entgegengesetzter Richtung bewegen. Die Abstände der einzelnen N. von ihren Hauptplaneten sind sehr verschieden und schwanken zwischen 10 000 km und 3½ Mill. km. Wie bei den Hauptplaneten sind bei allen Monden die Bahnen wenig gegen die Ekliptik geneigt; nur die der Uranusmonde stehen auf der Ekliptik fast senkrecht. Endlich stimmen wahrscheinlich alle N. darin überein, daß ihre Rotationszeit der Dauer eines Umlaufs um den Hauptplaneten gleich ist, so daß sie diesem immer dieselbe Seite zukehren.

Nebenreiser, soviel wie Wasserreiser, s. Ast.

Nebensatz, s. Satz.

Nebenschlußlampe, s. Bogenlicht.

Nebenschlußmaschine, s. Dynamomaschinen.

Nebensonnen, s. Halo.

Nebenstrafen, s. Strafe.

Nebentöne, s. Obertöne.

Nebenweg, in der deutschen Zollverwaltung jede Straße, welche dem zoll- und kontrollpflichtigen Warenverkehr gesetzlicher Bestimmung zufolge verschlossen ist, im Gegensatz zur Zollstraße, auf welcher er sich frei bewegen darf.

Nebenwinkel, Winkel, die einen Schenkel gemeinsam haben und deren andere Schenkel eine gerade Linie bilden; sie betragen zusammen 180 Grad.

Nebenwort, s. Adverbium.

Nebenzollamt, s. Zollbehörden.

Nebe-Pflugstaedt, August, Unterstaatssekretär im preuß. Justizministerium, geb. 23. Juli 1828 zu Cleve, studierte in Heidelberg, Bonn und Berlin Rechtswissenschaft, erhielt, nachdem er Staatsprokurator beim Landgericht in Düsseldorf, dann Obergerichtsrat beim Oberappellationsgericht in Celle, Kronanwalt beim Obergericht in Hannover gewesen war, 1870 einen Ruf in das Justizministerium, um an der Ausarbeitung der Entwürfe zur Deutschen Civilprozeß- und Strafprozeßorduung teilzunehmen. 1871 wurde er zum Geh. Justizrat und vortragenden Rat im Justizministerium ernannt und zugleich dem Reichskanzleramt aggregiert, in dem er mit gesetzgeberischen Arbeiten für Elsaß-Lothringen beschäftigt war. 1879 wurde er zum Ministerialdirektor, 1883 zum Unterstaatssekretär im Justizministerium und 1887 zum Wirkl. Geheimrat ernannt; seit 1884 ist er Mitglied des Staatsrats. 1888 erhielt er von der jurist. Fakultät in Bonn die Doktorwürde honoris causa.

Nebiim (hebr.), soviel wie Propheten (s. d.).

Ne bis in idem (lat.), s. Rechtskraft.

Neb-Neb, Gerbmittel, s. Bablach.

Nebo, im Alten Testament Name einer Stadt und eines Berges im Ostjordanlande. Die Stadt wird zum Gebiete des Stammes Ruben gerechnet, jedoch von dem moabitischen König Mesa (s. d.) erobert. Der Berg gehört zu dem "jenseitigen Gebirge" (Abarim) und ist nach 5 Mos. 34, 1 fg. der Ort, von dem aus Gott dem Moses das Land der Verheißung zeigte und wo dieser starb. Noch heute heißt eine Höhe östlich vom Toten Meere und südlich von den Mosesquellen Neba, 806 m. In der Nähe Dolmen und andere Steindenkmäler.

Nebo, der babylonische, in der Bibel (Jes. 46) neben Bel genannte Gott der Weisheit, Prophetie, und besonders der Tafelschreibekunst, wird gewöhnlich als Sohn des Gottes Merodach genannt. Seine Gemahlin ist Taschmitu, die "Erhörung". Auf allen längern Tafelunterschriften aus der Bibliothek Sardanapals wird er als Gott "offener Ohren und weiten Sinnes" besonders genannt. Sein Haupttempel befand sich zu Borsippa. Im Britischen Museum befinden sich eine Reihe von Hymnen und Gebeten zu N., auch zwei große Statuen desselben mit einer ihn verherrlichenden Keilinschrift.

Nebra, Stadt im Kreis Querfurt des preuß. Reg.-Bez. Merseburg, an der Unstrut und der Nebenlinie Naumburg-Artern der Preuß. Staatsbahnen, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Naumburg), hatte 1890: 2769 E., darunter 30 Katholiken, 1895: 2780 E., Post, Telegraph, Schloßruine, Sparkasse; Dampfsägewerk, Sandsteinbrüche, Steinhauerei und Steinhandel.

Nebraska oder Platte-River, Fluß in Nordamerika, entspringt in Colorado im Felsengebirge, windet sich mit Stromschnellen durch Wyoming, nimmt in Nebraska unter dem Namen N. oder North-Fork den südl. Quellarm, den Paduca oder South-Fork, auf und fließt, fruchtbare Inseln und einen Bottom bildend, dem Missouri zu, den