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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Neckargemünd - Necker
Ncckarelz-Meckesheim der Bad. Staatsbahnen, Sitz
cines Amtsgerichts (Landgericht Mosbach), hatte
1890: 1617, 1895: 1641 E., darunter 130 Katho-
liken und 120 Israeliten, Post, Telegraph, Kreis-
Haushaltungsschule, Wasserleitung; Frucht-, Tabak-
und Hanfbau. Dabei zwei kleine Schlösser der gräfl.
Helmstädtschen Grundherrschast.
Ncckargemünd, Stadt im bad. Kreis und Amts-
bezirk Heidelberg, am Neckar, der hier die Elsenz
aufnimmt, und an den Linien Heidelberg-Würz-
burg und Heidelberg-Iagstfeld der Bad. Staats-
bahnen, hatte 1890-/1819, 1895: 1813 E., darunter
544 Katholiken, Post, Telegraph; Gerberei, Mühlen,
Sandsteinbrüche, Schisfahrt, Obstbau, Weinhandel
(besonders Import griech. Weine). N. wird als
Luftkurort viel besucht.
Neckarkreis, Kreis im Königreich Württemberg,
umsaht altwürttemb. Gebiete, einen Teil der me-
diatisierten Grafschaft Löwenstein, deutschherrliche
und reichsritterschaftliche Ortschaften und die ehe-
maligen Freien Reichsstädte Heilbronn, Ehlingen und
Weil und grenzt im W. und N. an Baden. Der Kreis,
welcher vom Neckar mit Fils, Rems, Murr, Enz,
Kocher und Jagst durchflossen wird, ist namentlich
in den Flußthälern fruchtbar und von mildem Klima,
hat bedeutende Nindviehzucht, Wein- und Obstbau
sowie in den rauhern Gegenden große Waldungen.
Der Bodenbenutzung nach sind 48,7 Proz. Acker und
Garten, 4,8 Proz. Weinberge, 12 Proz. Wiesen und
Weiden und 27,0 Proz. Waldungen. Der Kreis hat
(1890) 3326,79 hkin, 396 Gemeinden, 665049
(323006 männl., 342043 weibl.) E., 76188 be-
wohnte Gebäude, 130 870 Fanlilienhaushaltungen,
14896 einzeln lebende Personen und 250 Anstalten.
Dem Religionsbekenntnis nach sind 595212 Evan-
gelische, 59^607 Katholiken, 4767 sonstige Christen
und 5463 Israeliten. 1895 wurden 697 291 (341284
männl., 356007 weibl.) E. gezählt. Hauptstadt ist
Stuttgart, Sitz der Kreisregierung Ludwigsburg.
Der Kreis zerfällt in 17 Oberämter:
Oberämter

MW.
890

van-lische


inw. 895



^> "
W


Backnang . .
282,79
29 547
104
28478
713
21
29618
Vesiqheim

167,45
28180
168
27410
401
188
28414
Vöblingeil

236,60
26913
114
26213
682
8
26656
Vrackenhci
n
223,85
24039
107
22102
1717
91
23 342
Cannstatt

105,91
46 496
439
41807
4097
450
51005
Eßlingen

137,93
40775
296
34758
5 796
148
42 847
Heilbronu

189,39
53 972
285
44950
7 277
1043
58 673
kteonberq

286,64
32201
112
30 581
1484
3
31670
Ludwigsburg
171,02
47153
276
44125
2 642
233
50751
Marbach. . .
226,97
26 927
119
26 214
148
3
26 535
Maulbronn.
208,38
23 736
114
23313
298

23 521
Neckarsulm .
295,09
29 633
100
15 874
13420
254
29 734
Stuttgart,







Stadt. . . Stuttgart, Amt....
29,75
139517
4700
117070
18 935
2758
158 373
205,80
41818
203
40 782
915
4
44 018
Vaihingen .
191,54
22 087
115
21818
136
1
21 433
Waiblingeil.
141,81
27 133
191
26518
322
53
27 010
Weinsberg

225,87
24617
109
23199
624
203
23 686
Neckarsteinach, Stadt im Kreis Heppenheim
der Hess. Provinz Starkenburg, an der Mündung
der Steinach in den Neckar, an der Linie Heidelberg-
Würzburg der Bad. Staatsbahnen, hatte 1890:
1511 E., darunter 299 Katholiken und 53 Israe-
liten, 1895: 1493 E., Post, Telegraph, got. Kirche
(1493); Gerberei, Steinbrüche, Steinhauerei, Fabri-
kation künstlicher Blumen, Schiffahrt und Schiffbau.
N. wird namentlich von Heidelberg aus viel besucht,
Vrockhaus' Konvcrsations-Lcxikon. 14. Aufl.. XII.
besonders auch der vier Burgruinen (Vorder-,
Mittel-, Hinterburg, Schadeck) wegen, von denen
die größte, die Mittelburg, im alten Stil wieder-
hergestellt ist. N. kam 1802 von den Bischöfen von
Speyer und Worms an Hessen.
Neckarsulm. 1) Oberamt im württemb. Neckar-
kreis, hat 205,09 tikm, 1890: 29633, 1895: 29734
(14539 männl., 15195 weibl.) E. in 4 Stadt- und
30 Landgemeinden. - 2) Oberamtsstadt im Ober-
amt N., am Einfluß der Sulm in den Neckar, an der
Lmie Vietigheim-Osterburken der Württemb. Staats-
bahnen, Sitz des Oberamtes und eines Amtsgerichts
(Landgericht Heilbronn), hatte 1890: 3011, 1895:
3151E., darunter 584 Evangelische, Post, Telegraph,
3 kath., 1 evang. Kirche, ein Schloß; Fabrikation von
Strickmaschinen, Fahrrädern, Farben und Wachs-
waren, Schifjswerfte, Kesselschmiede; Weinbau.
Neckarweine, im engern Sinne die in Württem-
berg am Neckar gezogenen Weine, von denen die
besten auf den der Sonne zugewandten Thalrändern
stromaufwärts bis Eßlingen wachsen, im weitern
Sinne aber auch die Gewächse der Seitenthäler des
Neckars, wie des Enz-, Nems-, Kocher-, Jagst- und
Sulmthals sowie des Zabergäues und der Albtrauf.
Den Nebsatz bilden Elbling, Eylvaner und Trol-
linger, aber auch die edlern Sorten Clävner, Ries-
ling, Gutedel und Traminer, und man erzielt zum
Teil gute rote, weiße und blaßrote (Schiller-)Weine.
Das 'Weinareal des Neckarkreises beträgt 12089 w.
Die bessern Weinbergslagen, die einen anerkannt
guten und gewürzhaften Wein produzieren, sind:
Untertürkheim (Mönchberger), Hoheneck, Mundels-
heim (Käsberger), Besigheim (Schalksteiner), Weins-
berg (Burgberg, Weibertreu), Weiler (Hundsberg),
Cannstatt (Zuckerle), Kleinheppach (im Remsthal, be-
sonders vorzüglicher Notwein: der Greiner), Schnait,
Korb, Geradstetten, Veutelsspach, Neustädtle,
Schorndorf; Mühlhausen und Rohwag im Enzthal;
Lauffen im Zabergäu; Verrenberg am Kocher. Die
N. eignen sich zur Fabrikation von Schaumwein.
Necker, Jacques, franz. Staatsmann, geb.
30. Sept. 1732 zu Genf, wo fein Vater, ein ge-
borener Brandenburger, Professor des deutschen
Staatsrechts war, ging 1750 als Commis nach
Paris, wo er als Bankier unter Choiseuls Verwal-
tung ein großes Vermögen erwarb und nach seiner
Verheiratung 1764 sein Haus zum Sammelpunkt
der geistreichen und vornehmen Welt machte. Als
Ministerresident seiner Vaterstadt trat er auch der
Regierung näher, die er sich durch Darlehne ver-
pflichtete. 1769 gab er ein Werk heraus, in dem er
bei teilweiser Hinneigung zum Freihandel sich als
Anhänger des Merkantilsystems zeigte. Diese An-
sichten verfolgte er weiter in dem Essay "3ur 1a I6^i8-
iHtion et 1e comiuerce ä68 Fraiii8" (Par. 1775), der
außerordentliches Aufsehen machte. Im Juni 1776
wurde N. zum Finanzrat ernannt und trat im Juni
1777 mit dem Titel eines Generaldirektors an die
Spitze der Finanzen. Der Name eines Generalkon-
trolleurs wurde ihm als Protestanten vorenthalten.
Ohne auf tiefgreifende Veränderungen einzugehen,
wußte N. durch Anleihen die Bedürfnisse des amerik.
Krieges zu bestreiten, bis niemand mehr borgen
wollte. Indem er dann auf Turgots Reformen
zurückkam und auf Sparsamkeit drang, brachte er
den Hof und alle Privilegierten gegen sich auf und
wurde, als er in dem "öoinpts renäu, prösentL
au i-oi" (Par. 1781) der Nation Rechenschaft von
dem Zustande der Finanzen ablegte, 12. Mai 1781
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