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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Nektarinen - Nelke
stäubung der Blüten durch Insekten sehr wichtig,
weil diese Tiere beim Sammeln des Sekrets in die
Blüte eindringen müssen, dabei den von andern
Blüten mitgebrachten Pollenstaub auf dem Griffel
abstreifen und so eine Wechselbestäubung bewirken
(s. Bestäubung). Außerdem finden sich auch häufig
N. außerhalb der Blüten' man nennt sie dann ge-
wöhnlich ertranuptiale N. Sie dienen meist
wohl ebenfalls zur Anlockung von Tieren und zwar
von Ameisen, deren Besuch für gewisse Pflanzen
manchen Nutzen darbietet. (S. Ameisenpflanzen.)
Nektarmen, s. Pfirsich.
Nektarimen MsewriniiäHs), auch Sonnen-
vögel genannt, eine aus 11 Gattungen und über
130 Arten bestehende Familie baumläuserartiger Vö-
gel, welche in den Tropen der Alten Welt durch ihre
Gestalt, Schönheit und manches in der Lebensweise
an die amerik. Kolibris erinnern, mit denen sie in-
dessendurchaus nicht verwandt sind. Unter den Arten,
welche sich durch
stark verlängerte
mittlere
Schwanzfedern
auszeichnen, ist
der nebenstehend
abgebildete Erz-
honigsauger
Mkctai-iniaiiiS'
tailica ^>'c/tt.)
...... ,-",>"'s.....- > 5" erwähnen.
^^^WW^N^^ /,'^ Bei ihm ist die
. Oberseite, Kinn,
^ Kehle und Kröpf
dunkel metall-
grün, letztern
begrenzt eine
' >^ ^ ^/^M^/.V-^ violettblaue
-5^ ^^//^^!"^,^. ^ B^de. Die üb-
rige Unterseite
ist hochgelb, Bürzel und Echwanzdecken dunkel-
purpurblau. Das Weibchen ist wie bei fast allen
N. einfach gefärbt: oberseits olivenbräunlich, unter-
seits blaßgelb. Seine Heimat ist Nordostasrika, süd-
lich vom Wendekreis des Krebses.
Nekyia (grch., "Totenbuch"), das 11. Buch der
Odyssee (s. Nekromantie).
Nekyomanteia, s. Nekromantie.
Nslaton (spr. -töng), Auguste, franz. Chirurg,
geb. 17. Juni 1807, studierte bis 1836 in Paris
Medizin, worauf er eine Anstellung als Chirurg in
verschiedenen Hospitälern erhielt und sich zu gleicher
Zeit als Privatdocent an der mediz. Fakultät der
Pariser Universität habilitierte. Nach 15jähriger
Thätigkeit wurde er im April 1851 zum ord. Pro-
fessor der chirurg. Klinik ernannt; 1866 wurde er
Leibchirurg des Kaisers. 1868 wurde er in den Se-
nat berufen. Er starb 21. Sept. 1873 zu Paris.
N. gehörte zu den vorzüglichsten Chirurgen der
Neuzeit; besonders verdient hat er sich um die
Lehre von der Steinoperation gemacht. Er ver-
öffentlichte: "^l9.it6 668 t!HU6Ur8 ^6 19. IU3.IU6116"
(Par. 1839), "?a,ra1i6i6 ä68 äiv6r8 Noä68 opera-
toii'68 äan3 1s tra.it6M6iit äs 1a cataraete" (ebd.
1850), "Ds 1'inÜii6iic6 äs 1a. p03iti0n <iHN3 168
nig.1aäi63 c1iirurFicai68" (ebd. 1851), "^i6M6nt8
<1o patkoIoFio c1iii-urßicai6" (5 Bde., ebd. 1844-
60; 2. Aufl., 6 Bde., 1867-85).
Neleus, der Sohn des Kretheus oder eigentlich
des Poseidon und der Tyro, ein Zwillingsbruder
des Pelias, Vater des Nestor, wurde nebst seinem
Bruder von seiner Mutter ausgesetzt. Pferdehirten
fanden die Knaben und zogen sie auf. Nach dem
Tode des Kretheus gerieten beide Brüder in Zwist
über die Herrschaft von Iolkos in Thessalien, und
N. zog, vertrieben, nach Messenien, wo er Pylos
erbaute. Hier kam er mit Herakles in Kampf, weil
er ihn nach der Ermordung des Iphitos nicht sühnen
wollte; dasür erschlug Herakles die Söhne des 31.,
den Nestor ausgenommen. Auch hatte N. Kämpfe
mit den Arkadiern und dem Epeierkönig Augeias
(s. d.) zu bestehen. Er starb endlich nach Pausanias zu
Korinth. Seine Nachkommen, die Nelid en, wurden
von den Herakliden aus Messenien vertrieben und
gingen zum größten Teil nach Athen.
Nelke (DiÄnt1iii8 Iv.), Pflanzengattung aus der
Familie der Caryophyllaceen (s. d.). Die Anzahl der
bekannten Arten wird sehr verschieden angegeben,
da sie leicht abändern. Es sind schön blühende, kraut-
artige Gewächse, die größtenteils in der nördlichen
gemäßigten Zone der Alten Welt vorkommen. Die
bekannteste Art ist die Gartennelke (Vig.nt1iu8
carx0ii1^11u8 _^,.), die ursprünglich im südl. Europa,
vorzugsweise in Dalmatien, zu Hause ist, sich aber
auch, zum Teil wohl verwildert, durch Norditalien
und die Schweiz, ja selbst in England auf Mauern
und Felsen findet. Wild wachsend erzeugt sie nur
wenige Blüten von dunkelroter Farbe. Die Spiel-
arten teilte man früher nach der Farbe und Zeich-
nung der Blüten in Klassen und Ordnungen ein
und nannte diese Einteilung das Nelkensystem.
Die Hauptklassen und Ordnungen desselben sind:
^.. Einfarbige, mit weißen, rosafarbenen, roten,
braunen und gelben Blumen in allen Farben-
nuancen. L. Mehrfarbige oder gezeichnete: a. Sala-
mander, mit über allen Blumenblättern verteilter
punktierter Zeichnung, d. Getuschte mit den Unter-
ordnungen: 1) Feuerfaxe, mit zwei ineinander
vertuschten Zeichnungsfarben; 2)Flameusen, mit
nur einer nach der Basis der Blumenblätter ver-
tuschten Zeichnungsfarbe, c. Gestreifte, deren Zeich-
nung aus Strichen besteht, mit den Unterordnun-
gen: 1) Pikotten, mit einer Zeichnungsfarbe auf
weißem oder gelbem Grunde, die wieder in zahlreiche
Abteilungen zerlegt wurden, wie Rand-, deutsche,
Holland., röm., franz., span. und ital. Pikotten;
2) Bandblumen mit breiter bandartiger Zeich-
nung und den Unterabteilungen: Doubletten, mit
einer Zeichnungsfarbe, und Bizarden, mit mehrern
Zeichnungsfarben in bandartigen Streifen. Das
Nelkensystem kommt seit längerer Zeit nicht mehr zur
Anwendung. Man teilt die N. nach ihren Wuchs-
verhältnissen, ihrer Blütezeit und Blütenform ein
und bevorzugt Varietäten mit einfarbigen Blumen.
Die Wiener Zwergnelke unterscheidet sich
durch einen niedrigen, dichtbuschigen Wuchs und
durch die Neigung, aus Samen eine frühzeitiger
und reicher blühende Nachkommenschaft mit minde-
stens einfarbigen, halb oder ganz gefüllten Blumen
zu erzeugen. Bei den Remontantnelken ent-
wickeln sich während des bei andern Varietäten in
den Sommer fallenden Hauptflors eine Menge kräf-
tiger Zweige mit schon erkennbaren Knospen, die in
ihrer Ausbildung nur ganz langsam vorschreiten
und während der Herbst- und Wintermonate im Ge-
wächshause und im Zimmer nach und nach auf-
blühen. Ihre Kultur wird in neuester Zeit zur Ge-
winnung von Schnittblumen für die Binderei in
großem Umfange betrieben, und man hat eine große