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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Nelkennüsse - Nelson
Zahl schöner Varietäten, mit dicht gefüllten rein-
weihen, rosafarbenen, leuchtend- bis dunkelroten
und gelben Blüten aus Samen erzogen, die im
Winter und Frühjahr durch Stecklinge vermehrt,
während des Sommers im freien Lande kultiviert
und im Herbst in Töpfe gepflanzt werden. Die M ar -
garetennelken, zeitig im Frühjahr aus Samen
gezogen, blühen bereits im Herbst bis zu Anfang
des Winters im Gewächshause. Die Vaumnelke
(Vi3,ntliu8 flutic08N8 ^.), eine bis 1 m hohe strauch-
artige Form mit holzigen Stengeln und 2^ ciu
langen, fast cylindrischen Blättern und zahlreichen,
wiederholt gabelig geteilten Blütenstengeln, blüht
fast den ganzen Sommer hindurch und in geschütz-
ten Räumen auch im Winter. Die Bart- oder
Studentennelke (Di^ntliuZ d^rdawZ ^.) ist
zwei- oder mehrjährig, bildet Büsche von 39 bis
40 cm Höhe und trägt auf den beblätterten knotigen
Stengeln zahlreiche Blumen in Doldensträußen, die
ein vollkommenes Bouquet bilden. Der Kelch ist
von langen linienförmigen, zwischen den Blumen-
blättern stehenden und sie überragenden Deckblätt-
chen begleitet. Die Blumen sind fleischfarbig-rosa,
rot bis zum dunkelsten Blutrot, karmcsin, purpurn,
violett, weiß, sehr oft dunkler gestreift oder punktiert
oder mit Flecken bezeichnet, die zu einem Ringe
zusammentreten. Die Chinefernelke (viantliuz
edin6N8i8 _^.) ist eine einjährige, reich blühende Art,
von der zahlreiche einfach und gefüllt blühende For-
men gezüchtet worden sind. Die Kaisernelke (var.
impei-ialis), eine bloß spannenhohe Form, hat dicht
gefüllte, sehr verschiedenartig gefärbte und mannig-
faltig gezeichnete Blumen vom reinsten Weiß bis
zum dunkelsten Purpur, die den Sommer hindurch bis
zum Spätherbst in fast ununterbrochener Folge auf-
treten. Einer großen Beliebtheit erfreuen sich zwei an-
dere Abarten der Chinesernelke, dieHedwigsnelke
(var. llLädsni^i), eine 20-30 cm hohe graugrüne
Pflanze mit Blumen von 5 bis 8 cm Durchmesser, mit
regelmäßig ausgebreiteten, am Rande gefransten
Blumenblättern, und die Schlitznelke (var. laci-
niata),von etwas höhermund wenigerdichtemWuchs,
aber mit größern Blumen. Die Federnelke (vian-
tku8 plumariuZ ^.) ist eine der volkstümlichsten, be-
sonders zur Einfassung von Rabatten verwendeten
Ziergewächse. Sie bildet dichte, grasartige, blaugrau
bereifte Büsche und ist dieser Wachstumsweise we-
gen als Beeteinfasjung sehr beliebt. Die zahlreichen,
sehr wohlriechenden, einfachen oder gefüllten Blumen
haben gefranste Blumenblätter und erscheinen von:
Ende Mai oder Anfang Juni an in unaufhörlicher
Folge bis in den Juli hinein; sie sind weiß oder rosa,
oft mit Karmesin, Kirschrot oder Braun schattiert,
oder haben wohl auch ein purpurrotes oder braunes
Auge und einen ebensolchen Rand. Die sog. schot-
tischen Federnelken haben größere, meist ein-
fache oder nur halb gefüllte Blumen, in der Mitte
mit einem großen purpurnen Auge, das mit der
weißen Grundfarbe angenehm kontrastiert; bisweilen
sind die Blumenblätter weiß mit einem purpurnen
Rande oder einem in der Mitte liegenden Ringe von
derselben Farbe. Diese mit Duft und Farbe so reich
ausgestattete Pflanze erfordert fast gar keine Pflege
als die, daß man sie alle drei Jahre teilt. - Die Sa-
men der N. werden im April warm ausgesät, die
Pflanzen auf befondere Beete pikiert und später zum
Bleiben gepflanzt. - Unter den in Deutschland wild
wachsenden Arten verdienen besonders die auf Feld-
rainen und grasigen Hügeln wachsendeHeid enelkc
oder Blutströpfchen tviautku8 ä6it0iä68 ^.) we-
gen der brennendroten, mit einem dunkeln Querstrei-
fen und Hellern Punkten verzierten Blumen, und die
auf trocknen, sandigen Wiesen, Triften und Hügeln
häufige Karthäusernelke (vikmtkuz cln-tlinLia-
noruN ^., s. Textfigur 4, beim Artikel Centrospermen)
mit kopfförmig gehäuften Blumen, mit zahlreichen
gefüllt und einfach blühenden Gartenformen, die
Pslaumennelke (Viant1iu8 8up6i-du8 Iv.) mit gro-
ßen, gefransten, hochrot oder lila gefärbten Blu-
men, die Alpennelke (Vikmtku8 alpinu8 ^.,
s. Tafel: Alpenpflanzen, Fig. 10), sowie die
graugrüne N. (I)iant1iu8 ca.68iu8 >3m.) mit dunkel-
roten Blüten, auf Felfen und steinigen Gebirgen
in Mitteldeutschland wachsend, genannt zu werden.
Nelkennüffe, s. Il^v6N8^ra.
Nelkenöl, s. Gewürznelke.
Nelkenpfeffer, s. rimenta.
Nelkensäure, s. Eugenol.
Nelkenwurz, Pflanze, s. (^sum.
Nelkenzimmet, s. Dic^iMWiu.
Nellemann, Johannes, dän. Rechtsgelehrter und
Staatsmann, geb. 1. Nov. 1831 in Kopenhagen,
ward 1859 Professor der Rechte an der Universität
daselbst. Er ist Verfasser mehrerer Werke über den
dän. Prozeß, unter andern: "Foreläsninger over
den ordinaire civile Procesmaaoe" (4. Ausg. 1887),
"Civilprocessens almindelige Del" (2. Ausg. 1877),
"Om mundtlig Rettergang i civile Sager" (1877).
1870wurde N.Mitglied des Landstings, 1875-96
war er Iustizminister und Minister für Island.
Nellenburg, Ruine bei Stockach (s. d.).
Nellerto, M., Pseudonym des span. Geschicht-
schreibers Llorente (s. d.).
Nelson (spr. nells'n), Fluß in Britisch - Nord-
amerika, Ausfluß des Winnipegsees, ist 650 km
lang, aber wegen der Wasserfälle nur für kleinere
Fahrzeuge fchiffbar. An seiner Mündung liegt die
Dork Factory der Hudsonbaicompagnie; als Ver-
kehrsweg wichtiger ist der Hayes.
Nelson (spr. nells'n), Municipalborough in der
engl. Grafschaft Lancashire, am Calder, im N. von
Burnley, hat (1891) 22 700 E., gegen 10381 im I.
1881, und bedeutende Baumwollspinnereien.
Nelson (spr. nells'n), Stadt auf der Südinsel
von Neuseeland, unweit der Tasmanbai der Cook-
straße, Bischofssitz, hat (1891) 6626 E., Leder-,
Seifenfabrikation und Brauerei. Eine Bahn führt
nach Belgrove.
Nelson (spr. nells'n), Horatio, Viscount, engl.
Admiral, geb. 29. Sept. 1758 zu Burnham-Thorpe
in der Grasschaft Norfolk als Sohn eines Pfarrers,
wurde schon im Alter von 12 I. von seinem Oheim
mit auf ein Linienschiff genommen, machte 1773
eine Polarexpedition mit und bestand 1777 die
Prüfung als Schiffslieutenant. In dem Seekriege
gegen die aufständischen amerik. Kolonien that er
sich so hervor, daß er 1778 den Befehl über eine
bewaffnete Brigg und 1779 den Rang eines Kapi-
täns zur See erhielt. Nach verschiedenen größern
Fahrten verheiratete er sich 1787 und zog sich ins Pri-
vatleben zurück, bis ihn 1793 der Krieg gegen Frank-
reich wieder auf den Schauplatz rief. Er wurde im
Aug. 1793 mit Aufträgen an den brit. Gesandten
nach Neapel und noch in demselben Jahre zur Auf-
rechthaltung der brit. Sache nach Corsica geschickt,
wo er das Unglück hatte, bei der Einnahme von
Calvi das rechte Auge zu verlieren. 1795 zum
Kommodore ernannt, nahm er in der Schlacht beim