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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Nemours (Stadt in Algerien) - Neograd
lieh Ludwig Philipp seinem zweiten Sohne (s. Ne-
mours, Prmz Louis von Orleans) den Titel eines
Herzogs von N.
Nemours (spr. -muhr), Dschema Rashnat,
Stadt in Algerien, Provinz Oran, westlich von der
Tasnamündung, nahe der Grenze von Marokko,
init 2727 E., war lange Zeit ein. Schlupfwinkel der
Korsaren. Die benachbarten Berge sind reich an
Eisen- und Manganerzen. In der Nähe ergab sich
1847 Abd el-Kader.
Nemours (spr.-muhr), Prinz Louis Charles
Philippe Naphael von Orleans, Herzog von, geb.
25. Okt. 1814, zweiter Sohn des Königs Ludwig
Philipp,betratnachderThronerhebungseinesVaters
die militär. Laufbahn. 1831 wurde ihm von dem
belg. Nationalkongreß die Krone Belgiens ange-
tragen, doch lehnte sein Vater den Antrag ab. N.
wohnte den beiden franz. Expeditionen nach Belgien
bei und beteiligte sich 1836 und 1837 in Algerien
an den Zügen gegen Constantine. Nach Ausbruch
der Revolution 24. Febr. 1848 begab er sich mit sei-
ner Familie über Boulogne nach England, von wo
aus er 1871 wieder nach Paris zurückkehrte. N.
trat hierauf als Divisionsgeneral in die franz. Armee
und ging 1879 zur Reserve über. Auf Grund des
Gesetzes vom 23. Juni 1886 wurde N. aus der
Armeeliste gestrichen (s. Frankreich, Geschichte). Er
starb 26. Juni 1896 in Versailles. Am 27. April
1840 hatte er sich mit der Prinzessin Victorie Auguste
Antoinette (geb. 14. Febr. 1822, gest. 10. Nov. 1857),
Tochter des verstorbenen Herzogs Ferdinand von
Sachsen-Coburg-Gotha, vermählt. Aus dieser Ehe
entsprangen vier Kinder: Prinz Louis Philippe,
Graf von Eu (s. d.), Prinz Ferdinand Philippe
Marie von Orleans, Herzog von Alencon, geb.
12. Juli 1844, Prinzessin Marguerite'von Or-
gans, geb. 16. Febr. 1846, gest. 24. Okt. 1893, ver-
mählt 15. Jan. 1872 mit dem Fürsten Wladislaw
Czartorysti, und Prinzessin Blanche von Orleans,
geb. 28. Okt. 1857.
Nemrüd-Dagh, bis 2230 m sich erhebender Ge-
birgszug am obern Euphrat, ein Teil des alten Tau-
rus. Er wurde bekannt durch das von O. Puchstein
hier entdeckte Grabmal des Königs Antiochus I.
von Kommagene. - Vgl. Humann und Puchstein,
Reisen in Kleinasien und Nordsyrien (Berl. 1890).
lislnist ("Nation"), ungarische, täglich zweimal
in Budapest erscheinende Zeitung, Organ der libera-
len Regierungspartei. Auflage: 10000; Verlag:
Athenäum, litterar, und typogr. Aktiengesellschaft;
Herausgeber: Maurus Iokai; Hauptredacteur:
Edmund von Gajari. Das Blatt entstand 1882
durch Vereinigung der beiden liberalen Zeitungen
"Hon" und "Niienör".
Neu, Fluß in England, 113 km lang, entspringt
in der Grafschaft Northampton bei Daventry, wird
bei Northampton schiffbar, berührt Peterborough
und mündet in den Wash.
Nena-Sahib, unrichtig für Nana-Sahib (s. d.).
Nenetta, der 289. Planetoid.
Nengons-Insel, s. Loyalty-Inseln.
Nenie, Trauerlied, s. Nänie.
Nenndorf oder Bad N., Dorf und (seit 1796)
tönigl. Bad im Kreis Rinteln des preuß. Reg.-Vez.
Cassel, in 71 iu Höhe, am Galenberge und an der
Nebenlinie < Hannover-)Weetzen-Haste der Preuß.
Staatsbahnen, hat (1895) mit dem nahen Groß-
Nenndorf 877 meist evang. E., Post, Telegraph,
vier kalte salinische Schwefelquellen, die zu den
kräftigsten Schwefelquellen gehören, eine 6 Proz.
Chlornatrium enthaltende Sole. Das Wasser wird
zum Trinken und Baden benutzt, auch werden
Schlammbäder, die ältesten in Deutschland, in dem
neuen Schlammbadehause (1892), Schwefelgas-In-
halationen, Dampf- und Douchebäoer gegeben
gegen Gicht, Rheumatismus, Hautkrankheiten, Ka-
tarrhe der Atmungsorgane, chronische Metall- und
Blutvergiftungen, Neuralgien, Skrofeln u. s. w. -
Vgl. Rigler, Bad N. (Hannov. 1893); Ewe, Bad N.
(9. Aufl., Verl. 1893).
Nenner, s. Bruch (mathematisch).
Nennig, Dorf im Kreis Saarburg des preuß.
Reg.-Vez. Trier, an der Mosel und der Linie Trier-
Diedenhofen der Preuß. Staatsbahnen, hatte 1890:
741,1895: 733 meist evang. E., Postagentur, Tele-
graph und ist bekannt durch die 1853 ausgegrabenen
Überreste einer röm. Villa mit prachtvollem Mosaik-
fußboden. Spätere Funde erwiefen sich als Fäl-
schungen. - Vgl. Wilmowsky, Die röm. Villa zu
N. und ihr Mosaik (Bonn 1865); E. aus'm Weerth,
Die Fälschung der Nenniger Inschriften (in den
"Jahrbüchern des Vereins von Altertumsfreunden
im Rheinlande", Heft 49, Bonn 1871).
Nennwert, s. Nominalwert.
Neo... (grch.), Neu.... "md Niksar).
Neocäsarea, späterer Name von Kabira (f. d.
Neocom (in Deutschland auch Hils genannt),
die unterste marine Schichtengruppe der Kreide-
formation (s. d.). Im nordwestl. Deutschland be-
steht das N. aus Kalksteinen und darüber aus
Thonen, die z.V. im Teutoburger Walde durch Sand-
steine ersetzt werden; in England und dem nördl.
Frankreich aus Grünsanden. Während das N. eine
marine Faunaformation enthält, ist die Wealden-
formation (s.d.) eine mit ihm gleichzeitig abgela-
gerte Brack- und Süßwasserbildung. In den Alpen
wird das N. vielfach durch Hippuritenkalke (s. d.) ver-
treten. (S. die Abbildungen einiger Leitfossilien auf
Tafel:PetrefaktenderMesoZoischenForma-
tionsgruppe IV, Fig. 1-3, beim Artikel Meso-
zoische Formationsgruppe.)
Neodym, ein chem. Element, das neben Pra-
seodym durch Zerlegen von Didym entstehen soll.
Neogen, eine besonders in Osterreich gebräuch-
liche Bezeichnung der obern Stufen der Tertiär-
formationen, des Miocäns mit dem Pliocän.
Neograd, ungar. M^i-aä, Komitat im König-
reich Ungarn, grenzt im N. an das Komitat Sohl,
im O. an Gömör und Heves, im S. an Pest,
im W. an Hont und hat 4355,18 ^m und (1890)
214444 meist magyar. kath. E. (59 440 Slowaken,
4044 Deutsche), darunter 53259 Evangelische und
9439 Israeliten. Mit Ausnahme einiger ebener
Flächen ist N. durchgehends bergig und vereinigt
die schärfsten klimatischen Gegensätze. HauyHWe
sind die Eipel und die Zagyva. Bedeutend ist der
Holzhandel und die Schafzucht. Auch wird von den
Slowaken treffliches Thongeschirr gefertigt und aus-
geführt. Das Komitat umfaßt die Stadt mit ge-
ordnetem Magistrat Losoncz und sieben Stuhlbe-
zirke. Hauptort ist Valassa-Gyarmat, Groß-
Gemeinde und Zauptort eines Stuhlbezirks (35216
E.), am linken Ufer der Eipel und an der Linie Csata-
Balassa-Gyarmat (81 km) der Ungar. Staatsbahnen,
mit (1890) 7738 E., altem Bergschloß, Musterge-
fängnis und bedeutendem Obst- und Weinbau. Sei-
nen Namen verdankt das Komitat der in früherer
Zeit sehr bedeutenden Festung N. (Klein-Ge-