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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Néo-grec - Nepal
meinde mit 1507 E.), die 1685 teils durch Angriffe
der Türken, teils durch das Einschlagen des Blitzes
in den Pulvertunn zerstört wurde.
Xeo-Frso (8t^i6 Q60-3r6e), in der Französi-
schen Kunst (s. d., Bd. 7, S. 152 a) der Stil, der eine
Fortbildung des Empirestils (s. d.) als eines röm.
Klassicismus zu den edlern, reichern und bildsamern
griech. Kunstformen darstellt. Er blühte nament-
lich unter dem zweiten Kaiserreich.
Neokastro, griech. Ort, s. Navarino.
Neolithische Periode, s. Steinzeit.
Neolögie (grch.), Sprachneuerung, besonders
im tadelnden Sinne, wenn man ohne dringende
Veranlassung neue Wörter, Redensarten und Wen-
dungen (Neologismen) einführt. Im abgeleite-
ten Sinne nennt man N. auch jede andere Neue-
rung, gewöhnlich mit einer Nebenbedeutung des
Gefährlichen und Verderblichen: so bezeichneten in
der Mtte des 18. Jahrh, die orthodoxen Theologen
mit N. die Meinungen der Heterodoxen und nann-
ten diese Neolo gen. Theorie.
Neo-Malthusianismus, s. Bevölkerungs-
Neomelie (grch.), die Brutpflege <s. Brüten).
Uvopkron, s. Geier; ^. pii6aw8 F^-c/^,
s. Kappengeier.
Neophyten (grch., d. i. Neugepflanzte), in der
alten Kirche die Neugetauften. Sie trugen nach
der Taufe acht Tage lang weiße Kleider und legten
dieselben am Sonntage ^uHLimoäo^niti ab. Spä-
ter nannte man auch die in einen Mönchsorden Neu-
aufgenommenen N.
Neopläsma (grch.), Neubildung.
Neoptolemos oder Pyrrhos, der Sohn des
Achilleus (s. d.). Da die Griechen von dem troischen
SeherHclenos erfuhren, daß ohneN. undPhiloktetes
die Eroberung Trojas nicht möglich sei, wurde N.
von der Insel Skyros geholt. Er erhielt nach der
Eroberung Trojas Andromache und kam dann nach
Epirus, wo später das Geschlecht, zu dem der König
Pyrrhus gehörte, in N. seinen Ahnherrn verehrte.
Nach einer andern Sage lebte N. nach dem Troja-
nischen Krieg in Thessalien, wo ein Sohn von ihm
und Andromache, Molossos, der Stammheros
der Molosser in Epirus wurde, während seine Ge-
mahlin Hermione ihm keine Kinder gebar. N. fand
den Tod in Delphi, wo er Apollon wegen des Todes
seines Vaters hatte zur Rechenschaft ziehen wollen.
Nach andern wurde er wegen der Hermione von
Orest selbst oder unter dessen Mitwirkung erschlagen.
Er ist nicht selten auf Bildwerken, welche die Zer-
störung Trojas schildern, dargestellt, wie er den
Knaben Astyanax über die Mauer hinweg von der
Burghöhe schleudert.
Neorama (grch.), zum Unterschied von Diorama
(s. d.) und Panorama (s. d.) eine vom Franzosen
Allaur 1827 erfundene Einrichtung, die das Innere
eines von Figuren belebten Gebäudes in einem
Rundgemälde, in dessen Mitte sich der Beschauer be-
findet, darstellt.
Neoskulptur, ein von Aug. Guattari in Asnieres
(Depart. Seine) eingeführtes Verfahren der Holz-
bearbeitung zur fabrikmäßigen Nachahmung von
Holzschnitzereien. Die in Formen gebrannten Holz-
flächen werden in heißem Wasser der Einwirkung von
notierenden Bürsten ausgesetzt, hierauf getrocknet,
nochmals gebürstet und dann in einer Preßvorrich-
tung fertig gepreßt. (S. auch Pyrotypie.)
Neoterifch (grch.), neuerungsbeflissen, neue-
Lungssüchtig; Neoterismus, Neuerungssucht.
Neotropifche Region, s. Tiergeographie.
Neovulkanische Gesteine, s. Gesteine (Bd. 7,
S. 948a) und Gesteinsbildung (Bd. 7, S. 949a).
Nepal (enal. Nepaul, eigentlich Nijampal,
d. h. heiliges Land), Reich in Ostindien, das sich auf
der Südseite des Himalaja in einer Breite von 113
bis 241 km (bei 824 km größter Länge) zwischen
26° 25' und 30° 17' nördl/Br. und zwischen 80° 6'
und 88° 14' östl. L. hinzieht und den Naum zwi-
schen der Waldregion und der höchsten Schnee-
gebirgskette des Gebirges einnimmt, dessen höchste
Spitzen (der Mount-Everest sowie der Kanoschin-
dschanga und der Dhawalagiri) hier gelegen sind.
N. wird im N. von Tibet, im W. von Kumaon, im
S. von Bengalen und den Nordwestprovinzen be-
grenzt, im O. durch Sikkim von Vhotan getrennt und
ist größtenteils Alpenland, das 140-150000 qkm
bedeckt. Seine Bewohner, deren Zahl 3-4 Mill.
beträgt, sind zwar größtenteils hinduischen Ur-
sprungs, aber mit mehr oder weniger mongol.-
tibetan. Blute gemischt, weshalb der Unterschied
der Sprachen und Religionen sehr groß ist. Be-
sonders treten die Gorkha (s. d.), der herrschende
Stamm, und dieNewar (s.d.), die ältesten Bewoh-
ner, hervor, daneben die Magar, Gurung, Limbu,
Leptscha, Kahwar, Denwar, Tharu sowie die Vhot
(s.d.), welche in N. die Ureinwohner in den höchsten
Gegenden des Himalajas bilden. Hauptgegenstände
des Ackerbaues in den fruchtbaren Thälern der
mittlern Regionen des Himalajas sind Reis, Weizen,
Gerste, Mais, Baumwolle, Zuckerrohr und Ingwer.
Von Fruchtbäumen werden am meisten Pfirsich-,
Walnuß- und Maulbeerbüume gezogen. Von Haus-
tieren ist besonders das Schaf häufig; auf den weide-
reichen Alpen des Hochgebirges betreiben die Bhot
auch die Zucht der Kaschmirziege. Auf den niedri-
gern Bergen und imTarai (Marschland) finden sich
zahlreiche Elefanten, Rhinocerosse, Tiger, Leopar-
den; Rotwild ist überall häufig, desgleichen finden
sich prächtige Vögel. Das Gebirge liefert Kupfer,
Eisen, Blei und Schwefel, Jaspis und Marmor, und
in den Flußbetten findet man Goldsand. Im Betrieb
der technischen Gewerbe zeichnen sich die Nepaler be-
sonders in der Verarbeitung der Metalle aus; ein-
heimische Gewehrfabriken versorgen das Heer mit
Waffen. Reis, Ölfamen, geklärte Butter, Ponies,
Bauholz, Vorar und Moschus werden nach Indien
ausgeführt; von dort bezieht man Baumwolle, Twist,
Wollwaren, Salz, Tabak, Thee und Kupferplatten.
Die Einfuhr aus Indien betrug 1894/95:12726301,
die Ausfuhr nach Indien 18417974 Rupien. Ein-
heimische Münzen sind der Silber-Muhr (- Mohär),
nominell 80,1887,1896 jedoch ^ 46,4273558 Pfennig,
sowie verschiedene Kupfermünzen. Daneben kursiert
überall die ind. Rupie. Die Hauptstadt ist Kat-
mandu (s. d.). Das Heer zählt 17000 Mann, wozu
noch 25000 Irreguläre kommen. Was die geistige
Kultur anbelangt, so war früher der Buddhismus
vorherrschend; es ist aber nur eine Frage der Zeit,
daß er vom Hindutum verdrängt werden wird.
(S. Vhatgaon.) - Die frühere Dynastie wurde
1768 von dem Radscha der Gorkha (s. d.) vertrieben,
der nun seine Dynastie und mit ihr seinen Stamm
zum herrschenden machte; seit der Zeit ist die Re-
gierungsform die Militäroligarckie. Die Einfälle
der Gorkha 1784 und 1790 in Tibet hatten einen
unglücklichen Krieg mit China zur Folge (1791-92),
dem sie tributpflichtig wurden. Auch mit den Eng-
ländern gerieten sie in Streitigkeiten, die 1815/16