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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Neu-Eberstein - Neuenburg (Kanton)
Neu-Gberstein, bad. Schloß, s. Ebersteinburg.
Neue Glde, s. Elde und Tabelle beim Artikel
Echiffahrtskanälc.
Neue Freie Presse, täglich zweimal in Wien
erscheinende polit. Zeitung, das hervorragendste
Blatt Dentschösterreichs, Vertreterin des liberalen
Deutschtums und deutsch-österr. Centralismus. Auf-
lage: 44000; Verlag: Österr. Journal-Aktiengesell-
schaft; Herausgeber: Eduard Bacher, Moritz Bene-
dikt (Hauptredacteure) und Adolf Werthner (Ad-
ministrator); für das Feuilleton: Ludw. Speidel,
Eduard Hanslick (s. d.) u.a. Die Zeitung wurde
1864V0N Max Friedländer ls.d.) und Atichael Etienne
(s. d.) im Verein mit Adolf Werthner gegründet.
Neue Freie Volksbühne, s. Freie Bühne.
Neue Hebrlden (Neuhebriden), zu Mela-
nesien gehörige Inselgruppe im Stillen Ocean,
nordöstlich von Neucaledonien, zwischen 13 und
22^" südl. Br., erhielten ihren Namen 1774 von
Cook, der den größten Teil entdeckte. Die Inseln
sind gebirgig, teils Korallenbauten, teils mit thäti-
gen Vulkanen (auf Ambrym, Matthew und Tanna)
und mit üppiger Vegetation bedeckt; namentlich
produzieren sie Sandelholz in großer Menge. Das
Klima ist ungesund, Europäer und selbst Polynesier
leiden an Ruhr und Fieber. Das Areal der N. H. be-
trägt 13227 <ikin, die Bevölkerung wird auf 85000
Köpfe geschätzt. Die Bewohner sind kannibalische
Papua; noch 5. April 1890 wurden 30 Arbeiter von
den Eingeborenen niedergemetzelt. Die größern
Inseln sind von S. nach N. Aneityum oder Aneitum,
Tanna, Eromanga, Efat oder Sandwich (auch Vat"i),
Ambrym, Mallicollo (Malicolo),Tierra delEspiritu-
Santo (Merena), Pentecoste (Araga), Aurora
iMaivo) und die Banks-Inseln (s. d.). ^1886 wurden
dieselben unter dem Vorwande des Schutzes der
franz. Ansiedler auf diesen Inseln gegen die Feind-
seligkeiten der Eingeborenen von den Franzosen
besetzt. Die Haltung der brit. Regierung in dieser
Streitsrage sowie der auftrat. Kolonien hatte indes
Zur Folge, daß Frankreich seine Beamten und Sol-
daten zurückrief; seitdem wird nur Futuna oder
Erronan zu Ncucaledonien gerechnet.
Neu-Glda, span. Stadt, s. Novelda.
Neuenahr, Gemeinde und seit 1859 Badeort
im Kreis Ahrweiler des preuß. Reg.-Bez. Koblenz,
früher aus den Ortschaften Hemmessen, Wadenheim
nnd Beul bestehend, an der Ahr und am Fuße des
Basaltkegels N. (326 m), an der Linie Remagen-
Adenau der Preuß. Staatsbahnen, hatte 1890:
2265,1895: 2597 E., darunter 365 Evangelische und
35 Israeliten, Post, Telegraph, kath. und evang.
Kirche, eiserne Hängebrücke über die Ahr, Kurhaus,
Trinkhalle. Die fünf warmen Quellen (30-40° c.),
zuerst 1854 erbohrt, sind schwache, aber gasreiche
Natronwasser mit Beimischungen von kohlensaurem
Kalk und Magnesia, Phosphorsäure und Litbium.
Die bedeutendste, der Große Sprudel (1861), ist die
einzige alkalische Therme (40° (^.) Deutschlands und
bat einen beträchtlichen Gehalt an Arsen und Li-
thion. Das Wasser wird verwendet gegen Diabetes,
Gries, Gallenstein und chronische Leiden der Ver-
dauungs-, Respirations- und Harnorgane. - Auf
dem Basaltkegel befinden sich die Trümmer der um
1226 erbauten, 1371 zerstörten Burg N. - Vgl.
Schmitz, Altes und Neues über Bad N. (Ahr-
weiler 1893); Öfele, Bad N. (Münch. 1894).
Neuenburg, frz. Neuchätel, Neufckätel.
1) In der bistor. Rangordnung der 21., dem Flächen-
inhalt nach der 14., der Einwohnerzahl nach der
9. Kanton der Schweiz, bestebt aus dem ehemaligen
Fürstentum N. und der Grafschaft Valangin, grenzt
im N. und O. an den Kanton Bern, im SO. an den
Neuenburger See, im S. an den Kanton Waadt,
im W. an das franz. Depart. Doubs und hat
807,8 hkm Flächenraum.
Oberflüchengestaltung. Von SW. nach NO.
wird das Land von den parallelen Kalkketten des
Jura durchzogen, in denen sich der Creux du Van
(1465 m), die Tete de Ran (1423 m) und der Chau-
mont (1175 m) erheben. Zwischen den Ketten liegen
einförmige langgestreckte Hochthäler mit rauhem
Klima, ausgedehnten Vergweiden und Nadelwäl-
dern. Die fruchtbarsten Landstriche sind das Val-
de-Ruz und das Gelände zwischen Jura und See,
das im Gegensatz zur Montagne, dem Gebirgsland,
als Vignoble oder Weinland bezeichnet wird. Der
größte Teil des Kantons gehört zum Flußgebiet der
Aare, welche den Abfluß des Neuenburger ^ees auf-
nimmt, der westlichste zum Gebiet des Doubs, wel-
cher an der franz. Grenze den See von Brenets und
den Wasserfall Saut du Doubs bildet.
Bevölkerung. Der Kanton hatte eine Wohn-
bevölkerung von 1880: 103 732, 1888: 108153
(51741 männl., 56412 weibl.) E., d. i. 135 E. auf
1 ykin und eine Zunahme (1880-88) von 0,6 Proz.,
darunter 94449 Evangelische, 12 456 Katholiken,
770 Israeliten und 508 andere oder ohne Kon-
fession; ferner 10288 bewohnte Gebäude mit 22 746
Haushaltungen. Im Kanton geboren sind 74197, in
der übrigen Eidgenossenschaft 26724, im Auslande
7232; Bürger der Wohngemeinde sind 20571, einer
andern Gemeinde des Kantons 27 915, eines andern
Kantons 49 815, Ausländer 9852. Der Mutter-
sprache nach sind 83 762 Franzosen, 22579 Deutsche
und 1498 Italiener. Die Zahl der Geburten (ein-
schließlich der Totgeburten) betrug (1891) 3464, der
Eheschließungen 869, der Sterbefälle 2115. 1894
betrug die Einwohnerzahl 114 996. Der Kanton bat
64 polit. Gemeinden und zerfällt in 6 Bezirke:
Bezirke
j Eiu- Evan-
wohncr gelischc
Boudry.........12985
La Chaux-de-Fonds. . . . 29164
Le Locle.........17 698
Neuenburq........2263?.
Rudolfsthal (Val de Ruz) . 9 074
Traversthal (ValdeTravers)I 16549
12199
24 353
15 639
18 626
8 585
15 047
tho-
litcn
730
4021
1985
3838
451
143 l
Is- X
rae-
liten
49
182
50
124
33
70
Land- und Forstwirtschaft, Bergbau. Von
der Fläche sind 572,3 qkm, d. i. 70,85 Proz., produk-
tives Land: 162,6 ykm Waldungen, 12,3 Weinland,
397,2 ykm Acker-, Garten-, Wiesen- und Weideland.
Von dem unproduktiven Lande sind 95,5 qkm Seen,
4 ykni Städte, Dörfer und Gebäude, 2,2 Flüsse und
Bäche, 7,2 Schienen- und Straßenwege und 126,6 ykm
Felsen und Schutthalden.
Neben dem Ackerbau, der hauptsächlich im Vi-
gnoble und im Val de Ruz betrieben wird, ist der
Weinbau eine Haupterwerbsquelle der Bevölkerung
und liefert namentlich bei Cortaillod (s. d.), Neu-
chätel, Boudry und Gorgier vorzügliche Rotweine.
Die bebaute Fläche betrug (1893) 1233,48 w, der
Ertrag 105355 kl Weiß- und 12 660 Iii Notwein.
In der Montagne wird Viehzucht und Alpenwirt-
schaft betrieben. Am 21. April 1886 zählte der
Kanton 3072 Pferde, 22230Rinder, 4345 Schweine,
2363 Sck,afe, 2500 Ziegen und 4589 Bienenstöcke.