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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Nicosia - Niebuhr (Barthold Georg)
brechendes Mittel, weshalb er bei p derart total '
reflektiert wird, daß er nicht in das bei 8 befindliche
Auge gelangen kann. Letzteres findet dagegen bei !
dem außerordentlichen oder extraordinären Strahl
n8 statt, der bei 0 durch die Balsamschicht bindurch
in den andern Teil des Prismas gelangt, denselben
bei 1' verläßt und zum Auge bei 8 geht. Die N. P. !
lassen also nur die extraordinären Strahlen, deren
Schwingungen parallel zu seinem Hauptschnitte
9. eä ^ sind, durch und sind undurchsichtig für die
ordentlichen Strahlen, deren Schwingungsrichtung
senkrecht gegen jenen Hauptschnitt erfolgen. Zur
Herstellung von N. P. müssen statt der Flächen ae, 3 ä,
die am Spaltstück mit der Kante 6 ä Winkel von 71°
bilden, andere unter 68° angeschliffen werden, und
der Schnitt e d muß senkrecht gegen diese erfolgen.
Für Mineralog, und petrographische Untersuchungen
sind die N. P. (in Verbindung mit dem Mikroskop)
ein unentbehrliches Hilfsmittel geworden.
Nicosia, Hauptstadt von Cypern, s. Levkosia.
Nicosia, Stadt (und Kreis, 94783 E.) in der
ital. Provinz Catania auf Sicilien, zwischen den
beiden Quellflüssen des Salso, in wilder Gebirgs-
gegend, 867 m hoch, auf dem jäh abstürzenden Monte-
San Giovanni gelegen, ist Bischofssitz, zählt (1881)
14941, als Gemeinde 15460 E. und hat eine Salz-
mine und mehrere Schwefelquellen.
Nicot lspr. -koh), Jean N., Sieur de Villemain,
franz. Diplomat und Gelehrter, geb. 1530 zu Nimes, !
stand bei Heinrich II. und Franz II. in großer Gunst.
N. wurde 1560 in diplomat. Eigenschaft an König >
Sebastian von Portugal gesendet. In Lissabon i
lernte er die Tabakspflanze kennen und brachte sie !
von dort nach Frankreich. N. starb 5. Mai 1600. !
Von seinen litterar. Arbeiten ist der "^i680r äe 1a >
IanFU6 fiHN9HI86" (Par. 1606; Rouen 1618) als das !
erste ausführliche franz. Wörterbuch hervorzuheben. !
Nicotera, Hafenstadt im Kreis Monteleone der
ital. Provinz Catanzaro in Ealabrien, am Golf von !
Gioja und an der Linie Reggio-Tropea, ist Bischofs- !
sitz und hat (1881) 5189, als Gemeinde 6978 E. ,
Nicotera, Giovanni, ital. Staatsmann, geb.
9. Sept. 1828 zu Sambiafe (Provinz Catanzaro),
studierte die Rechte und beteiligte sich, noch ganz
jung in die Umtriebe des Jungen Italiens (s. d.)
hereingezogen, 1848 an dem Aufstand Calabriens,
1849 als Offizier an dem Verteidigungskampf von
Rom und 1857 an der gegen die Bourbonen gerich-
teten Unternehmung nach Sapri, die ihm die Ga-
leere eintrug. Von Garibaloi 1860 befreit, trat er
zur Verjagung der Bourbonen aus Neapel, dann
im Krieg von 1866 und bei der Unternehmung auf
Rom 1867 unter dessen Fahnen. Seit 1860 war er
als Vertreter von Salerno Mitglied der Kammer,
gehorte zuerst der äußersten Linken an, entwickelte
sich aber immer mehr zu einem Manne der Ord- !
nung. Unter Depretis Minister des Innern (März >
1876) geworden, machte er sich namentlich um Si-
cilien verdient durch Unterdrückung der Mafia (s. d.),
aber auch verhaßt durch seine durchgreifende Art
und mußte schon im Dez. 1877 zurücktreten, um nun
zum gefurchtsten Gegner der folgenden Ministerien
zu werden, bis Crispi ans Nuder kam. Unter Nu-
dini (Febr. 1891 bis Mai 1892) war er wieder Mi- i
nister des Innern. Er starb 13. Juni 1894. N. war
ein echter Vertreter der hochstrebenden neuern Demo-
kratie. - Vgl. Giordano, ^ vita eä i äiscolLi äi
ttiovanni N. (Salerno 1878); Mauro, I. N.s Leben
(deutsch Lpz. 1886).
Xiooti2.na, s. Tabak.
Nicotin, s. Nikotin.
Nicoya, Halbinsel an der westl. Küste der Re-
publik Costa-Nica, bildet mit den: Festlande den Golf
von N. mit dem trefflichen Hafen Punta-Arenas.
Xiotatlo (lat.), das Blinzeln (s. d.).
Nictheroy, Hauptstadt des brasil. Staates Rio
de Janeiro, am Eingang der Bai von Rio, diesem
gegenüber, Ausgangspunkt der Eisenbahn N.-Nova-
Friburgo-Areas und N.-San Antonio-Campos, hat
etwa 20000 E.
Nicus, soviel wie Glühwein (s. d.).
Nidda, rechter Zufluß des Mains, kommt vom
Taufstein im Vogelsgebirge in Oberhessen, fließt
südwestlich durch Öberhessen und mündet nach 98km
bei Höchst, 8 km westlich von Frankfurt. An größern
Zuflüssen hat die N. rechts Horloff und Wetter und
links Nidder, fämtlich im Vogelsgebirge entstehend.
Nidda, Stadt im Kreis Vüdingen der Hess. Pro-
vinz Oberhessen, an der N., der Linie Gießen-Geln-
hausen und der Nebenlinie N.-Schotten (14,2 km)
der Oberdess. Eisenbahn, Sitz eines Amtsgerichts
1781, 1895:1822 E., darunter 49 Katholiken und
91 Israeliten, Postamt zweiter Klasse, Telegraph,
Fernsprecheinrichtung, Vorschuß- und Kreditverein;
Rot- und Weihgerberei, Papierfabriken und bedeu-
tende Kunsttischlerei. 4 km westlich das Solbad
Salzbausen mit Saline, Eol-, Schwefel-, Lithion-
und Etahlquellen und ein Braunkohlenbergwerk.
Niddui (hebr.), f. Kirchenbann.
Nideck, Burgruine bei Niederhaslach (s. d.).
Nideggen, Stadt bei Düren (s. d.).
Nidelbad, Bad im Bezirk Horgen des schweiz.
Kantons Zürich, 8 km südlich von Zürich, 1 km
westlich vom Züricher See, hat eine erdig-salinische
Stahlquelle und eine Badeanstalt.
Nidle, schweiz. Bezeichnung für Rahm (s. d'.).
Nidwalden, Halbkanton von Unterwalden (s. d.).
Nieborow, Schloß bei Lowitsch (s. d.).
Niebuhr, Varthold Georg, Geschichtsforscher,
Kritiker und Philolog, Sohn des folgenden, geb.
27. Aug. 1776 zu Kopenhagen, wurde von seinem
Vater, besonders aber durch eigenes Studium vor-
gebildet, kam 1793 nach Hamburg zu I. G. Busch,
dem Vorsteher der Handelsakademie, und studierte
1794-96 in Kiel die Rechte und Philosophie. 1796
wurde er Privatsekretär des dän. Finanzministers
Ernst Schimmelmann, setzte 1798 seine Studien in
London und Edinburgh fort, trat 1800 in den dän.
Staatsdienst und erhielt 1804 die Direktion der
Bank. 1806 trat N. in den preuß. Staatsdienst
über, wo er Mitdirektor der Seehandlung wurde.
Vom März bis April 1809 verhandelte er in Holland
wegen einer preuß. Anleihe. Nach seiner Rückkehr
wurde er Staatsrat und Sektionschef für das Staats-
schuldenwesen. Mit den Finanzplänen Hardenbergs
nicht einverstanden, erbat er 1810 seinen Abschied
und hielt als Mitglied der Akademie der Wissen-
schaften an der Berliner Universität Vorlesungen über
röm. Geschichte; 1813 trat er wieder in den Staats-
dienst und wurde 1816 zum preuß. Gesandten am
päpstl.Hofe ernannt, wo er die Unterhandlungen über
die Organisation der kath. Kirche in Preußen führte,
infolge deren die Cirkumskriptionsbulle v6 33,Iut6
iniimÄi-um 1821 erlassen wurde. 1823 ging N. an die
Universität nach Bonn. Er starb 2. Jan. 1831.
N.s Hauptwerk ist die "Nöm. Geschichte" (Bd. 1-3,
Verl. 1811-32 u. ö.; neue Ausg., ebd. 1873), die