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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Nil admirari - Nilsson
saus dem Engliscken, 2 Bde., Lpz. 1864); von Heuglin,
Reise in das Gebiet des Weißen N. und seiner lvestl.
Zuflüsse (ebd. 1869); Marno, Reisen im Gebiet des
Blauen und Weißen N. (Wien 1874); Chavanne,
Afrikas Ströme und Flüsse (ebd. 1883); Hart-
mann, Die Nilländer (Lpz. 1884); Baumann,
Durch Massailand zur Nilquelle (Berl. 1894).
Uii 2.Hlnira.ri (lat.), "nichts anstaunen", über
nichts sich wundern, soll nach Plutarch ("über das
Hören") ein Ausspruch des Pythagoras gewesen
sein; die lat. Fassung hat Horaz ("Episteln", 1, 6, i).
Nilbarsch, s. Barsch.
Nilblau, ein zu den Orazinen gehöriger Farb-
stoff, der durch die Einwirkung von salzsaurem Ni-
trosodimethylamidophenol auf Naphthylamin ent-
steht, gewöhnlick als schwefelsaures Salz in den
Handel kommt und Seide und Wolle direkt, Baum-
wolle nach dem Beizen mit Tannin und Brechwein-
Nilgans, s. Gans. ^stein blau färbt.
Nilgau (?ortax i)icw8 ^a?/"6, s. Tafel: Anti-
lopen I, Fig. 2), eine schöne, nur im männlichen
Geschlecht gehörnte Art der Antilopen von 2 in
Länge und 1,5 m Höbe, von kräftigem, aber zier-
lichem Bau. Das Männchen ist durch seine grau-
blaue Färbung, die schwarze Nackenmähne und einen
schwarzen Haarschopf an der Halswamme sowie
durch die Hörner von dem rostroten Weibchen auf-
fällig verschieden. Die bunten Ringe um das Fessel-
gelenk sind beiden Geschlechtern eigen. Das N. be-
wohnt Indien, namentlich die Dschungelgebiete von
Dehli, und wird daselbst eifrig gejagt, wobei die
Tiere stch oft mutig zur Wehr setzen und gefähr-
liche Angriffe auf den Jäger machen sollen. Man
sieht die schönen Tiere jetzt häusig in den zoolog.
Gärten, wo sie sich regelmäßig fortpflanzen, meist
Zwillinge bringend. Die Tragzeit dauert 250 Tage.
Der Preis für das Paar schwankt um 1000 M. In
der Haltung macken die N. wenig Ansprüche, balten
z. B. in Köln Sommer und Winter im Freien aus.
NUgiri (d. h. Blaue Berge, engl. Nellgbcrry -
Hills), Gebirgskette im südl. Teile von'Vorder-
indien, welche sich zwischen 11° 10 ^ und 11° 35 ^
nördl. Br. in westöstl. Richtung erstreckt. Ibr westl.
Anfang, wo ihre Gipfel den Namen derKunda tra-
gen, ist mit den westl. Ghat verbunden; ebenso ban-
gen sie im Osten mit den Ostghat zusammen, so
daß die N. mit den beiden Ghat (s. d.) und dem
Windhja im Norden das Hochland des Dekan ganz
einschließen. Der hochgelegene Ort Utakamand
ist beliebte Sommerfrische. Der böchste Gipfel ist
der Dodabetta (2630 m). Die Flora ist dadurch
von Interesse, daß hier ein Hochgebirge mit An-
klängen an den Himalaja mitten in der reichsten
ind. Umgebung sich erhebt. Ebenso zeigt die Tier-
welt einen gemischten Charakter von Formen, die
für Vorderindien eigentümlich sind, und solchen von
echtem Himalajatypus.
Nilhecht, s. (^)iunarcliu8 und ^loimviiäae.
Nilhitze, s. Röter Hund.
Nilkiesel oder ägyptischer Jaspis, im Nil
(auch im Sande der ägypt. Wüste) häufig vorkom-
mende rundlicke Geschiebe von Jaspis mit konzen-
trischen lichtern ockergelben und dunklern kastanien-
braunen Farbenstreifen.
Nilkrätze, s. Roter Hund.
Nilkrokodil (Oocoäiw" vnlssaii^ <7l,r., s. Tafel:
Kr olodile, Fig. 3), eine 7-10in lange, oben dun-
kelgrün und schwarz gefleckte, unterseits schmutzig-
gelbe Art der Krokodile (s. d.), die früber in ganz
^ Afrika und auf Madagaskar vorkam, gegenwärtig
" in Ägypten aber völlig ausgerottet ist. Es besitzt
^ 15 Zähne im Unterkiefer, der vierte sog. Eckzahn
paßt in einen Ausschnitt des Oberkiefers hinein;
die Zehen der Hinterfüße sind durch Schwimmbäute
verbunden. Das N. ist ein gefürchtetes Raubtier,
das im Wasser den Menschen keck angreift und jähr-
lich viele Opfer fordert. Es wird deshalb eifrigst
mit der Büchse gejagt (daß Flintenkugeln von seinem
Panzer abprallen sollen, ist durchaus übertrieben)
und an Angeln gefangen. Die Männchen besitzen
in der Leistengegend jederseits zwei Drüsen, die ein
durchdringend nach Moschus riechendes Sekret lie-
fern, das bei den Eingeborenen als kostbares Parfum
gefucht ist; Fleisch und Eier werden gegessen. Die
größten Feinde des N. sind der Ichneumon (s. IlLl-
p68t63) und die Nileidechse, die die Eier und Jungen
der N. verzehren. In Freundschaft leben die N. unt
einem kleinen Vogel, dem Krokodilwächter (s. d.), der
ihnen allerhand Parasiten abliest. Die alten Ägypter
erwiesen dem N. göttliche Ebre und hielten es in bei-
ligen Tümpeln; in alten Grabmälern findet man
es häufig einbalsamiert.
Nilmesser, Nilometer sarab. Mikyas),
Brunnen auf der Südfpitze der Nilinfel Roda bei
Kairo, der durch einen Kanal mit dem Nil in Ver-
bindung steht und in seiner Mitte eine achteckige
Säule bat, worauf die altägypt. Maße eingegraben
sind. An dieser Säule wird die Höhe des Wasser-
standes des Nils vom 1. Juli ab täglich festgestellt
und in Kairo ausgerufen.
Nilometer, s. Nilmesser.
Nilpferd, s. Flußpferd.
H^66., dinter lat. Tiernamen Abkürzung für
Sven Nilsfon (s. d.).
Nilsfon, Christina, schwed. Sängerin, geb.
3. Aug. 1843 im Kirchspiel Wederslöf bei Weriö,
studierte feit 1859 in Stockholm unter Franz Ber-
wald und gab hier 28. Febr. 1860 ihr erstes öffent-
liches Konzert. Den Grund zu ihrer Bedeutung
legte sie dann durch ein einjähriges Studium bei
Pariser Gesangmeistern, das 1864 mit einem
Engagement am liieatrs I^i'i^uß seinen Abschluß
fand. Von hier aus ward sie bald durch ganz Europa
und durch Amerika als eine der ersten Kunstsänge-
rinnen bekannt. 1872 heiratete sie den Pariser
Bankier Rouzeaud, nach dessen 1882 erfolgtem Tode
sie die Bühne wieder öfter betrat. Seit 1887 ist sie
in zweiter Ehe mit dem span. Kammerherrn Grafen
Miranda vermäblt. Ihre Stimme ist ein sehr hoch-
gehender Sopran. Von den dramat. Partien der
Sängerin ragen die Ophelia im "Hamlet" von A.
Thomas und Margarete in Gounods "Faust" hervor.
Nilsfon, Sven, schwed. Zoolog und Altertums-
forscher, geb. 8. März 1787 unweit Landskrona in
Schonen, studierte in Lund und wurde daselbst 1812
Docent der Naturgeschichte, 1819 Vorsteher de^
Zoologischen Museums und folgte 1828 einem Rufe
nach Etockbolm als Vorstand des Zoologischen Mu-
seums der Akademie der Wissenschaften, das er nack
dem Muster der Berliner Sammlung ordnete. 1831
kebrte er als ord. Professor der Zoologie und Di-
rektor des Zoologischen Museums nach Lund zurück,
wurde 1856 emeritiert und starb 30. Nov. 1883 in
Lund. N.s Hauptwerke sind: die "OrnitkoloZia. 3ue-
cicii" (2 Bde., Kopenh. 1817-21) und die "3kan-
äinaviZk ^Äuna" (4 Bde., Lund 1820-55; Bd.
1-3 in wiederbolten Auslagen), an die sich die
"Illuluinei'acle ^'i^urer til 8kaMinkV6N8 I^un^"