Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

377
Nimbschen - Nîmes
(Bd. 1 u. 2, ebd. 1829 -40, mit 200 kolorierten
Tafeln) anschließen; "IliLtoi-i^ inolw^oruin 8n6-
ciao" (ebd. 1822), " ?6ti'iii(nta 8u6canH koiniHtio-
ni8 clötaceae" (Kopenh. 1827), (c^i'oäroimis ic1^>
tl^voloZiak 8canäinHvicH6" (Lund 1832). Daneben
hat sich N. auch große Verdienste nm das Studium
des vaterländischen Altertums erworben. Sein
Hauptwerk in dieser Beziehung ist "3katiäiuÄvi8kH
^0rä6N8 Hlinväiiare" (4 Tle., Kristianstad und
Lund 1838-43 u. ö.; deutsch Hamb. 1803 - 68). ^
Nimbfchen, Klostergut bei Grimma (s. d.).
Nimburg, Stadt in der osterr. Bezirkshaupt-
mannschaft Podebrad in Böhmen, am rechten Elb-
ufer, an den Linien Wien-Tetschen und N.-Iung-
bunzlan (31 ^m) der Osterr. Nordwestbahn, N.-Iicin
(46 km) der Böhm. Kommerzialbahnen und Porican- ^
N. (141cin)derÖsterr.-Ungar. Staatsbahn, Sitz eines
Bezirksgerichts (241,71 ykm, 27 938 meist czech. E.), '
hat (1890) 6659 meist czech. E., in Garnison eine Es- ^
kadron des 7. böhm. Dragonerregiments "Karl V.
Leopold, Herzog von Lothringen und Bar", alte
Wälle und Thore, Werkstätte' der Nordwestbahn;
Zuckerfabrik, Brauerei, Vieh- und Pferdemärkte und
bedeutenden Handel mit Getreide, Holz und Vieh.
Nimbus (lat.), Regenwolke, Nebelhülle; in der
Meteorologie eine dunkle Wolkenmasse, mehr oder
weniger ausgebreitet und meist so dicht, daß man
einzelne Teile nicht mehr unterscheiden kann. Als
N. kann auch Stratus (s. d.), Cumulus (s. d.) und
Stratocumulus (s. d.) auftreten. - N. ist dann der
den Kopf umgebende Heiligenschein (s. d.); ferner
überhaupt der Glanz, welcher eine Perfon umgiebt.
Nimegue (spr. nimähg'), franz. Name von Nim-
wegen (s. d.).
Nimes (spr. nihm). 1) Arrondissement im süd-
franz. Depart. Gard in Nieder-Languedoc, hat auf
1629,9 c^kin (1891) 160010 E., 11 Kantone und 74
Gemeinden. - 2) N. oder Nismes, Hauptstadt des
, Depart. Gard, zwischen Hügeln
in einem fruchtbaren, von der
Vistre durchflossenen Thale, an
den Linien Alais-Tarascon,
Remoulins-Cette, Aigues-
inortes-Aimargues-N. (40 wn)
und N.-Les Mazes le Cres
(50 km) der Mittelmeerbahn,
hat (1891) 63 625, als Ge-
meinde 71623 E., darunter etwa
20000 Reformierte, und in Garnison das 163. In-
fanterie- und das 19. und 38. Artillerieregiment
und ist Sitz der 59. Infanterie- und der 15. Artil-
leriebrigade, des Prüfekten, eines Bischofs, eines
reform. Konsistoriums, eines Appellationsgerichts,
Gerichtshofs erster Instanz, Assisenhofs, Handels-
gerichts, Schiedsgerichts, einer Handelskammer und
einer Filiale der Bank von Frankreich. Außer der
Kathedrale St. Castor hat N. noch 11 kath. und
6 reform. Kirchen. Zu den ersten gehören die roman.
St. Paulskirche (1840-50) mit schönen Fresken
von Hipp. und Paul Flandrin, die 1864 erbaute
got. Kirche St. Felicite et Perpetue auf der Efpla-
nade und die got. Kirche St. Baudile (1870-77),
dem Augustusthor gegenüber, mit zwei Türmen und
schönem Hauptaltar von weißem Marmor mit
Bronzestatuen. Der reform. Grand Temple ist in
einfachem, ernstem Stil erbaut. Sonst sind an
öffentlichen Gebäuden der Iustizpalast mit schöner
Attika und antikartigem Portal, die Präfektur, das
Theater, das neue Hötel-Dieu mit schöner Facade
und das für 1400 Sträflinge berechnete, 1687 als
Citadelle erbaute Centralgefänanis zu erwähnen.
Die Avenue Faucheres beim Bahnhof führt zur
Esplanadc, wo sich eine prächtige Fontäne befindet;
der Iardin de la Fontaine am Fuß des Mont-Ca-
valier, von einem Kanal durchschnitten, mit Bassins
und Kaskaden, trägt seit 1874 eine Statue des von
bier stammenden röm. Kaisers Antoninus Pius. N.
bat ein Lyceum, ein kath. Priester- und ein Lehrer-
seminar, ein prot. Lchrerinnenseminar, eine städtische
Bibliothek mit 65000 Bänden, 400 Manuskripten
und reicher Sammlung archäol. und naturwissen-
schaftlicher Kupferwerke, ein Museum für Kunst und
Altertümer, die ^caäkinie 6u 6arä u. a.
Die Textilindustrie ist zurückgegangen, dagegen
werden jetzt Florett-, Stick- und Nähseide, Teppiche,
Tischdecken, Tapeten, Möbelstoffe, Shawls und Tar-
tans , Foulards, Schnüre fabriziert. N. hat Ma-
schinenbau und Gießereien für Eisenbahnbedarf, für
Müblen und landwirtschaftliche Geräte, Färbereien,
Gerbereien u. s. w. und ist Hauptstapelplatz einer
reichen Getreide-, Wein-, Ol- und Gemüsebauregion,
treibt Handel mit Languedocweinen und Weingeist
(Iroig six) oder Sprit von 36°, Cocons und Seide,
Absinth, Kolonialwaren u. s. w.
Ein befonderes Interesfe verleiht der Stadt die
Menge röm. Altertümer. Dahin gehören: die Tour-
Magne slui-i'18 niHMli), ein Oktogon, noch jetzt 28m
hoch, anf dem höchsten der "sieben Hügel" (Mond
Cavalier 114 m) und die 1738 aufgefundenen, jetzt
wiederhergestellten röm. Bäder; der Dianentempel,
ein antikes Nymphaum, in der Augusteischen Zeit
aus den schönsten Quadersteinen aufgeführt; ein
zierlicher, schön erhaltener, auf korinth. Säulen
ruhender Tempel (1a Nai80u cai-röß), aus den Zei-
ten Hadrians oder der Antonine, 1820-22 restau-
riert und zu einem Altertumsmuseum bestimmt; das
wahrscheinlich unter Antoninus Pius nacb dem
Muster des Kolosseums aufgeführte Amphitheater
(168 ^i'6N68), eius der besterhaltenen Römermonu-
mente Frankreichs, in ovaler Form aus Quadern
von 6 m Länge und 2 in Höhe und Dicke obne Mör-
tel erbaut (der äußere Umfang mißt 370 in, die Höhe
21 m, der große Durchmesser 133 m). Die 35 ringsum
laufenden Sitzreiben, von denen noch 17 erhalten
sind, gewährten Platz für 24000 Zufchauer. Reiter-
spiele, Ringkämpfe und Theateraufführungen fin-
den noch darin statt, bis in die neueste Zeit auch
Stiergefechte. Ferner sind bemerkenswert das 1791
entdeckte und 1849 restaurierte Augustusthor, ein
Quaderbau aus dem I. 16 v. Chr.; die kleinere
Porta Cooperta oder La Porte de France, das röm.
Südthor, das Römerbassin, welches das Wasser des
im Thale des Gard befindlichen Aquädukts (?oiN
<1u 6^rä, s. Aquädukt) aufnahm; die Reste antiker
Stadtmanern, Bildbauerarbeiten, Mosaiken u. s. w.
N., im Altertum ^6iu^u8U8 (Name der kelt. Quell-
gottbeit), war Hauptort der kelt. Voic^s ^i-scoinici,
eine der bedeutendsten Städte in (^allia I^rdonLn-
8i8, seit Augustus röm. Kolonie latinischen Rechts.
N. teilte bis in das 8. Jahrh, das Schicksal von Sep-
timanien (s. d.). Von den Normannen wurde es
859 geplündert. Eine Zeit lang regierten Vicegra-
fen, die sich im 10. Jahrh, selbständig machten.
Wiederholt Zankapfel zwischen den Grafen von
Touloufe, Carcassoune und Veziers sowie dem Kö-
nig von Aragonien, wurde N. von diesem als Ober-
lehnsberrn ganz eingezogen, 1226 von Ludwig VIII.
eingenommen und 1258 durch Jakob I. von Ara-