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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Nischân - Nishnij Nowgorod
zen errichteten, in denen sich 19. Mai Stephan
Smd^elitsch mit den stürmenden Türken in die Luft
sprengte. Im Kriege 1876 war N. Hauptplatz für
die türk. Operationen. Im Zweiten türk.-serb. Kriege
wurde N. nach dreitägigem Kampfe 28. Dez. 1877
von den Serben besetzt.
Nifchän (pers.), Zeichen; von den Türken wird N.
in zwiefacher Bedeutung gebraucht, 1) als Orden,
ä'ii0nii6ui', Nischän-Imtijäz, Ausnahms- oder
Vorzugsorden, und 2) als Namenszug oder Ziffer
des Sultans auf Diplomen und sonstigen Staats-
urkunden. Die kunstvolle Ausführung des N. liegt
einem Pfortenbeamten ob, der davon den Titel
N ischandschi führt. Horden (s. d.).
Nifchane-schirre-churschid, der pers. Sonnen
Nischapür, Stadt der pers. Provinz Chorassan,
m 1219 in Höhe, westlich vom Vinaludgebirge, nüt
10000 E., jetzt in Verfall; wichtig ist nur der Verkehr
auf der Straße Astrabad-Meschhed. Die früher be-
rühmten Türkisgruben befinden sich 50 kin nord-
westlich bei Maadan.
Nische (vom frz. nidie), eine halbrunde Erweite-
rung eines Naumes oder eine Vertiefung in einer
Mauer, die im Grundriß halbrund, viereckig oder
in Gestalt eines halben Polygons, nach oben balb-
tuppelförmig oder wagcrecht geschlossen ist. F e n st er -
uischen sind die bei Fensteröffnungen in stärkern
Mauern entstehenden Vertiefungen.
Nischengewölbe, f. Kuppel. ^Nowgorod.
Nifchnij' Nowgorod, Nifhegoroo, s. Nishnij
Nishne-Kolymsk, s. Sredne-Kolymsk.
Nishnetägilsk, richtiger Nishnetagilskii
Sawod, Hüttenwerk im Kreis Werchoturije des
russ. Gouvernements Perm, am Tagil und an der
Uraleisenbahn, erzeugt Gußeisen (1892: 885191
Pud), Eisen (543 067 Pud), Stahl, Kupfererz, auch
Platina (83^/. Pud) und Gold (über 13 Pud). Die
Ansiedelung dabei hat (1892) 29860 E., 5 Kirchen,
8 Schulen, 1 Bergschule, große Kaufhalle; Anferti-
gung von Kisten, Tabletten u. a., und bedeutenden
Handel. N. wurde 1725 von Demioow gegründet.
Nifhnij Lomow. 1) Kreis im westl. Teil des
russ. Gouvernements Pensa, im Gebiet der Mokscha,
hat 3613,3 hivni, 165 629 E.; Getreide-, Hanfbau,
Pferdezucht, Wagenbau, Wollschlägerei, Seilerei. -
2) Kreisstadt im Kreis N. L., am Lomow, hat
(1890) 8375 E., Post, Telegraph, 6 Kirchen, Stadt-
dank, Kreditgesellschaft; Zündhölzchenfabrik, Glocken-
gießerei, Handel mit Getreide und Wolle, Acker-,
Obst- und Gemüsebau. In der Nähe ein Mönchs-
uno ein Nonnenkloster.
Nifhnij Nowgorod, zusammengezogen Nishe -
gor od. 1) Gouvernement im europ. Rußland, zu
den Wolgagouvernements gehörig, grenzt im S.
an die Gouvernements Tambow, Pensa, im O. an
Simbirsk,Kasan,Wjatka, Kostroma, imN.und im W.
an Wladimir und hat 51273,0 ^in mit 1438 605 E.,
d. i. 28 auf 1 ykin. Der kleinere Teil des Gou-
vernements, links an der Wolga, ist wenig frucht-
bar, sumpf- und waldreich; der größere Teil, rechts
an der Wolga und Oka, ist hügelig und geht all-
mählich in die Steppe über. Seen sind zahlreich,
aber klein. Das Klima ist gemäßigt, doch feucht
und unbeständig. Die Bevölkerung besteht aus
Großrussen, Mordwinen (111000), Tscheremissen
(etwa 2000) und Tataren (34000 Seelen). In kirch-
licher Beziehung bildet N. N. die Eparchie Nishnij
Nowgorod-Arsamas mit einem Bischof an der Spitze.
Außer den Orthodoxen sind 80000 Raskolniken
und 34000 Mohammedaner vorhanden. Ackerbau,
Viehzucht und Fischerei sind in einigen Kreisen
blühend; stellenweise wird auch Obst- und Garten-
bau betrieben. Es giebt 338 Fabriken mit 16,2 Mill.
Nubel Produktion; am wichtigsten davon sind Müh-
len, Branntweinbrennereien, Maschinen-, Leder-
fabriken, Brauereien. Besonders bedeutend ist die
Hausindustrie in Bearbeitung von Holz, Eisen,
Wolle und in der Herstellung von Leder. Den
Handel fördert sehr die günstige Lage des Gou-
vernements an den Grenzen der Äckerbau treibenden,
holzreichcn und industriellen Gouvernements, und
an den schiffbaren Flüssen Wolga und Oka. An
Eisenbahnen sind nur 63 km vorhanden. Es giebt
7 Mittelschulen für Knaben, 4 für Mädchen, 3 Spe-
cial- und 690 niedere und Elementarschulen. N. N. be-
steht aus 11 Kreisen: N. N<, Ardatow, Arsamas, Ba-
! lachna,Gorbatow,Knjaginin,Lukojanow, Makarjew,
! Semenow, Sergatsch und Wassilsursk. - 2) Kreis
! im mittlern Teil des Gouvernements N. N., rechts an
der Wolga und Oka, hat 3655 ^m, 137 657 E. -
3) Hauptstadt des Gouvernements und des Kreises
N. 3t., in 148m Höhe an der Mündung der Oka in die
Wolga und an der Linie Moskau-N. N. der Großen
Russ. Eisenbahn, ist Sitz des Gouverneurs und des
Bischofs und hat (1894) 70412 E., darunter viele
Tataren. N. N. besteht aus drei Teilen: 1) Die obere
^tadt liegt am rechten Ufer der Wolga und Oka,
! 90 -120 in über dem Niveau der letztern beiden,
> auf drei Hügeln, auf deren einem, dem Tschassowoj,
l sich der Kreml erhebt. In letzterm finden sich Gärten,
Kirchen, der Palast des Gouverneurs, das Arsenal,
das Denkmal Minins (eine Säule). Er ist von einer
4-20 m hohen Mauer (mit 11 Türmen) umgeben,
um die sich Boulevards an Stelle des frühern Gra-
bens ziehen. Die andern Hügel heißen der Iljiusche
und der Buschewsche. 2) Die niedere Stadt am
Fuße der Hügel und am Ufer der Wolga und Oka,
mit der Roshdestwenskaja als Hauptstrafte. Von hier
führen aufsteigende Hohlwege, wie die Pochwalinfkij-,
! Selenfkijauffahrt u. a. nach der obern Stadt. 3) Der
Meßplatz sowie südlich davon der Makarjewsche Teil
(früher Slobode Kunawino genannt) mit dem Bahn-
hof, die auf der niedern Landzunge (Strjelka) liegen,
welche von dem rechten Ufer der Wolga und dem
linken Ufer der Oka gebildet wird, und während der
eisfreien Zeit mit der Stadt durch eine Schiffbrücke
(900 in lang, 25 in breit) über die Oka verbunden
sind. An dem Makarjewschen Teil mit diesem durch
mehrere Brücken verbunden, liegt die Insel Pjeski,
mit den Landungsplätzen für Eisen und Fische. Von
den 40 orthodoxen Kirchen sind die wichtigsten die
Kathedralen Preobrashenskij (mit dem Grabmal
Minins), Archangelskij und Blagowjeschtschenskij
(mit wertvollen alten Bildern und andern Alter-
tümern); außerdem sind vorhanden 2 Kirchen der
Altgläubigen, 1 kath., 1 evang., 1 armenische Kirche,
8 Hauskapellen, 1 Synagoge und 2 Moscheen,
! 2 Mönchs- (darunter das Petschorskijkloster) und
1 Nonnenkloster. An Unterrichtsanstalten: 1 Kna-
ben-, 1 Mädchengymnasium, das adlige Institut
(Gymnasium) Kaiser Alexanders II., 1 Mädchen-
! institut, Realschule, technische Schule, Kadettenkorps,
! geistliches Seminar; ferner ein Gewerbemuseum,
! 2 Theater, 6 Zeitungen, große Salzmagazine, zahl-
^ reicke Kreditinstitute (darunter die Nishnij Nowgo-
rodscheKaufmännische Bank); 40Fabriken, darunter
2 Maschinen-, 2 Gußstahl-, 2 Eisenbahnschienen-