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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Njassaland – Noah

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Njassa'

den Eingeborenen den Händen der Sansibar-Araber zu entreißen, was ihr aber nach vielfachen Kämpfen einigermaßen erst dann gelang, als England 1891 über die Länder am N. die Schutzherrschaft erklärte.

Njassaland, die Schire-Hochländer, früher Makolololand (s. d.), seit 1893 Britisch-Centralafrika-Protektorat genannt, grenzt im O. und S. an die portug. Kolonie Mozambique in Ostafrika, liegt auf beiden Seiten des Schireflusses vom Südende des Njassasees bis zum Einfluß des Ruo bei Tschiromo, zwischen dem Schirwasee und den Kirkbergen. Es ist ein welliges, reich bewässertes Hochland (1000–1800 m ü. d. M.) mit tiefgründiger Humusschicht, über welches sich die Mikolongo-, Tschoro- und Milandschiberge (2440 m) erheben und welches den Schirwasee (593 m ü.d.M., Flächeninhalt 1640 qkm) im NO. umschließt. Das Klima ist selbst für Europäer ziemlich günstig; Mitteltemperatur 17°C; die heißesten Monate Oktober bis Dezember (23°C., die kühlsten Juni und Juli (15°C.). Der Boden ist außerordentlich fruchtbar: im Thal des Moansa wächst Reis in Menge, auf dem Plateau gedeihen Kaffeeplantagen vortrefflich. Die unschiffbare Strecke des Schire von Katunga bis Mpimbi wird durch eine Straße, welche hoch über die Berge führt, umgangen. Die eingeborene Bevölkerung gehört zum Stamme der Yao. Die Englische Seengesellschaft und die Englisch-Südafrikanische Gesellschaft legen jetzt großartige Kaffeeplantagen an, welche dem Lande eine blühende Zukunft versprechen. Der Aufschwung in den europ. Ansiedelungen ist beträchtlich; 1891 gab es erst 57 Weiße, 1894 schon 265. 1890 betrug die Ein- und Ausfuhr nicht ganz ½ Mill. M., 1895 über 2 Mill. M. N. steht unter einem Commissioner, dem gleichzeitig das Gebiet der Südafrikanischen Gesellschaft nördlich vom Sambesi unterstellt ist, und zerfällt in 12 Distrikte. Regierungssitz ist Somba; Haupthandelsplatz und Station der schott. Mission Blantyre (1070 m ü.d.M., 4000 E.); die Schutztruppe (Sikh) garnisoniert in Fort Johnston und Maguire. In Port-Herald, Tschiromo und Katunga befinden sich die übrigen europ. Niederlassungen. Man braucht 6–8 Tage, um per Dampfer von der Meeresküste bei Tschinde auf dem Sambesi und Schire bis zur Mündung des Ruo zu gelangen. 1896 bildete sich eine Gesellschaft zum Bau einer Eisenbahn vom untern Schire nach Blantyre und dem obern Schire, die später bis Tschiromo und Somba fortgesetzt werden soll. – Vgl. Johnston, British Central Africa (Lond. 1895).

Njegoŝ (Njegosch), Name der in Montenegro (s. d., Geschichte) seit 1697 regierenden Familie.

Njegoŝ (Njegosch), serb. Dichter, s. Peter II., Petrović Njegoŝ von Montenegro.

Njeman, Fluß, s. Niemen.

Njemez (Nĕmec), slaw. Bezeichnung der Deutschen.

Njeshin (Něžin), weniger richtig Neschin. 1) Kreis im südl. Teil des russ. Gouvernements Tschernigow, im Gebiet der Desna und Sula, hat 2857 qkm, 130493 E., bedeutenden Tabak- und Getreidebau. –

2) Kreisstadt im Kreis N., an beiden Seiten des zur Desna gehenden Oster und an der Eisenbahn Kiew-Woronesch, Sitz des Kommandos der 5. Artilleriebrigade, hat (1890) 24242E., darunter 23 Proz. Israeliten, in Garnison 2 Batterien der 5. Artilleriebrigade: 12 russ., 1 kath. Kirche, Synagoge, 8 israel. Bethäuser, 2 Mönchsklöster, das histor.-philol. Institut des Fürsten Besborodko (80 Schüler) zur Heranbildung von Gymnasiallehrern, Knaben-, ↔ Mädchengymnasium, Gewerbe- und Gartenbauschulen; Einlegen von Früchten, Bierbrauerei, Gerbereien, Seifensiedereien, Ziegeleien und Handel.

Njommelsaska, Wasserfall, s. Luleå-elf.

Njong, Fluß in Kamerun (s. d.).

Njördhr, eine altnord., speciell norweg.-isländ. Wassergottheit, vielleicht ursprünglich dieselbe wie Nerthus (s. d.), da N. auch als Gott der Fruchtbarkeit aufgefaßt wird. Nach nord. Mythus war er Vane und kam als Geisel zu den Äsen. Hier herrschte er zu Nóatun (Schiffsstätte) und heiratete die Göttin des Eises, die Schlittschuhläuferin Skadhi. Er wurde Gott des Meers und der Schiffahrt. Seine Kinder sind Freyr und Freyja.

Nkole, Land in Afrika, s. Ankori.

N'krân, brit. Stadt an der Goldküste, s. Akkra.

Nkutu, afrik. Strom, s. Kassaï.

N. N., Abkürzung, die irgend einen Namen ersetzen soll und erklärt wird durch lat. nomen nescio («den Namen weiß ich nicht») oder notētur nomen («der Name werde [hier] notiert»).

N. N., bei Höhenangaben Abkürzung für Normalnullpunkt (s. d.).

No (No-Ammon), im Alten Testament Bezeichnung für Theben (s. d.) in Ägypten.

NO., Abkürzung für Nordost; vgl. auch NE.

No., Abkürzung für Numero (ital., Nlummer), zuweilen auch für netto.

Noack, Aug., Maler, geb. 27. Sept. 1822, zu Darmstadt, besuchte 1839–42 die Düsseldorfer Akademie als Schüler von Sohn, Lessing und Schadow, verweilte dann längere Zeit in München und auf der Antwerpener Akademie und ließ sich, nachdem er Studienreisen nach Holland, Belgien, Frankreich und Italien unternommen hatte, 1855 dauernd in Darmstadt nieder, woselbst er großherzogl. Hofmaler und 1871 Professor an der Technischen Hochschule wurde. Von seinen Gemälden sind zu nennen: Besuch Philipps des Großmütigen bei Luther (Galerie zu Rostock), Religionsgespräch zu Marburg (1870; Galerie zu Darmstadt und im Besitz der Stadt Marburg), Paulus vor dem Hohen Rat in Jerusalem; ferner: Christus am Ölberg und Der auferstandene Christus (Altarbilder für die Kirche des Klosters Sacré-Coeur zu Santiago in Chile), Der auferstandene Christus am Ostermorgen den beiden Marien erscheinend (für die Friedhofskapelle in Darmstadt), Eines ist not (in der Stadtkapelle daselbst), Christus in Gethsemane und die Bekehrung Pauli (in der neu erbauten Johanniskirche daselbst). Auch als Porträtmaler hat sich N. einen Namen gemacht.

Noah, nach der israel. Sage der zweite Stammvater der Menschheit, wird als Sohn Lamechs und als ein besonders frommer Mann dargestellt, den Gott bei der Sintflut verschont habe. Auch wird er als Urheber des Weinbaues bezeichnet. Als seine Söhne nennt die Sage Sem, Ham und Japhet, doch ergiebt eine nähere Untersuchung des von N.s Erfindung des Weinbaues Erzählten, daß in diesem Abschnitte als die drei Söhne N.s ursprünglich Sem, Japhet und Kanaan genannt gewesen sind. Diese drei sind die Repräsentanten der drei wichtigsten Teile der Bevölkerung des alten Palästinas, der Israeliten (Sem), der Phönizier (Japhet) und der diesen unterworfenen kanaanäischen Urbevölkerung (Kanaan). N. scheint daher ursprünglich eine specifisch palästinische Sagenfigur gewesen zu sein, die erst später zum Helden der Sintflutsage und zum Stammvater der gesamten Menschheit geworden ist

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 394.