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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Nöldeke - Nomen et omen
Hier starb Kaiser Augustus und wurde Giordano
Bruno geboren, dessen Denkmal 1888 erneuert wurde.
Nöldeke, Theod., Orientalist, geb. 2. März 1836
zu Harburg, widmete sich zu Göttingen, Wien, Lei-
den und Berlin orient. Studien, habilitierte sich 1861
in Göttingen, wurde 1864 auherord., 1868 ord. Pro-
fessor in Kiel, 1872 in Straßburg. Seine "Geschichte
des Korans" (Gott. 1860) ist eine von der Pariser
^c3.ä6mi6 ä68 Iii8ci'iptioii3 gekrönte Preisschrift.
Unter seinen vielen Schriften sind besonders zu nen-
nen: "Über die Mundart der Mandäer" (Gott. 1862),
"Die Gedichte des Urwa ibn Alward" (ebd. 1863),
"Das Leben Mohammeds" (Hannov. 1863), "Bei-
träge zur Kenntnis der Poesie der alten Araber" (ebd.
1864), "Über die Amalekiter und einige andere Nach-
barvölker der Israeliten" (Gott. 1864), "Die alt-
testamentliche Litteratur" (Lpz.1868), "Grammatik
der neusyr. Sprache" (ebd. 1868), "Untersuchungen
zur Kritik des Alten Testaments" (Kiel 1869), "Die
Inschrift des Königs Mesa von Moab" (ebd. 1870),
"Mandäische Grammatik" (Halle 1875), "Geschichte
der Perser und Araber zur Zeit der Sassaniden" (aus
dem Arabischen des Tabari übersetzt, Leid. 1879),
"Geschichte des Artachschir i Papakan" (aus dem
Pehlewi übersetzt, Gott. 1879), "Syr. Grammatik"
(Lpz.1880), "Die semit. Sprachen. Eine Skizze" (ebd.
1887), "Aufsätze zur pers. Geschichte" (ebd. 1887),
"Die ghassanischen Fürsten aus dem Hause Gafnas"
(Berl. 1887), "Pers.Studien" (Bd. 1 u.2, Wien 1888
-92), "Beiträge zur Geschichte des Alerander-
romans" (ebd. 1890), "Orient. Skizzen" (Berl. 1892)
sowie zahlreiche Abhandlungen und kritische Aufsätze
in der "Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen
Gesellschaft", den "Göttinger Gelehrten Anzeigen",
der "Wiener Zeitschrift für die Kunde des Morgen-
landes" und andern Sammelschriften.
Xoisns voiens (lat.), "nicht wollend (oder)
wollend", gutwillig odeh nicht.
XoU ms ta.nFsrV (lat., "rühre mich nicht an"),
die wilde Valsamine oder das Springkraut (s. Iin-
patikng), dessen reifende Kapseln bei gelindem Druck
elastisch zerspringen.
Inder Malerei wird nach Joh. 20, i? mit X.in. t.
(oder Christus als Gärtner) die Darstellung der
Scene bezeichnet, in der Christus nach seiner Auf-
erstehung der Magdalena erscheint. Treffliche Ge-
mälde dieses Inhalts schufen: Correggio (Madrid,
Museum), Tizian (London, Nationalgalerie), F.
von Uhde (München, Neue Pinakothek).
Noliffement (spr. -lihmäng), in den franz. Häfen
des Mittelmeers gebräuchliche Bezeichnung für den
Seefrachtvertrag; dort heißt die Fracht nolis, in den
Häfen des Atlantischen Oceans aFi-Ewment.
Xoli tnrdllrb oiroüio" inso" l (lat., eigentlich
noii, 0^)86cro, igtuin scirculuin^ äi3tui'dlli'6!), nach
Valerius Maximus (8, ?) Worte desArchimedes (s. d.).
Nolla, Zufluß des Hinterrheins (s. Rhein).
Nollen, der höchste Gipfel des Titlis (s. d.).
Nollendorf, Dorf im Gerichtsbezirk Karbitz der
österr. Bezirkshauptmannschaft Aussig in Böhmen,
hat (1890) 400 E. und ist bekannt durch das Gefecht
vom 30. Aug. 1813, in dem der preuß. General
Kleist die Schlacht bei Kulm (s. d.) entschied.
Nollendorf, Kleist von, s. Kleist (von Nollen-
dorf). s(s. d.).
Nollichtoder Nollin gen, Burgruine bei Lorch
Noma(grch.),Wasserbrand, Wangenbrand
oder Wasser krebs ((-^nFi-aEiia 01-13), eine eigen-
tümliche Fornr des Brandes, welche auf der innern
Wangenfläche beginnt und rasch zur brandigen Zer-
störung der Wangen, der Lippen, des Zahnfleisches
und der benachbarten Gesichtsteile führt. Die Krank-
heit ist besonders in den Küstengegenden Hollands,
des nördl. Deutschlands und Englands, in denen ein
feuchtes Klima herrscht, heimisch und befällt fast
ausschließlich Kinder, welche infolge ungenügender
Ernährung oder ungesunder Wohnungen oder in-
folge überstandener schwerer Krankheiten (Masern,
Scharlach, Skrofulöse) elend und kachektisch geworden
sind. Der Wasserkrebs führt häufig durch Er-
schöpfung zum Tode; tritt Heilung ein, so bleiben
fast immer furchtbar entstellende Narben und Ver-
wachsungen zurück.
XoniäHa., s. Wespenbiene.
Nomaden (grch., "Hirtenvölker"), Völkerschaften,
die, hauptsächlich mit der Viehzucht beschäftigt, keine
festen Wohnsitze haben, sondern zur Aufsuchung von
Weideland für ihre Herden von einem Ort zum
andern ziehen. Doch giebt es auch ackerbauende N.,
besonders in Nordamerika und Hinterindien. Die
Notwendigkeit, die neuen Gebiete mit dem Schwert
erobern und verteidigen zu müssen, schuf eine straffe
Organisation und macht die N. kriegerisch und zu
Raubzügen geneigt, wodurch sie gefährliche Nach-
barn der sehhaften Nationen werden. - Vgl. Gri-
gorjew, Die N. als Nachbarn und Eroberer civili-
sierter Staaten (Petersb. 1875).
Ilo iua.n'3 iHnü (engl., spr. mä'nns land),
s. Indianerterritorium und Pondoland.
Nomürch (grch. n0iuHi'ck68), der von der Re-
gierung eingesetzte Verwaltungsbeamte, Vorsteher
^ eines Nomos im Königreich Griechenland.
Nomarchie, s. Nomos.
Xouidrs (frz., spr. nongbr), Zahl.
Uoln üb Fusrrs (frz., spr. nong de gähr),
s. Anerrs.
Iloin üs plulne (frz., spr. nong de plühm), so-
viel wie Pseudonym (s. d.).
Nomen (lat., "Name", Mehrzahl nomina.), gram-
matische Bezeichnung der Klasse von Wörtern, die
entweder ein Ding benennen (noinina Lndztantiva.)
oder die Eigenschaft eines Dinges angeben (nomina.
aHsctiva). Im weitern Sinn wird zum N. auch
das Fürwort (Pronomen) gerechnet. Gewöhnlich
sind die Nomina durch besondere Sussire abgeleitet;
geschieht diefe Ableitung unmittelbar aus einer
Wurzel, so heißt das N. ein primäres, 3. B. Biß,
Fall, Träger: geschieht sie aus einem schon fertigen
N., fo heißt das neu gebildete ein sekundäres N.,
z. B. bissig, fällig. Nomen actioniZ, grammatischer
Kunstausdruck für eine substantivisch ausgedrückte
Handluug, z. B. Führung; ^omen HFsntiL für den
Vollzieher einer Handlung, 3. B. Führer; ^omLii
collectivem für Substantiva, die eine Menge oder
Masse von Dingen bezeichnen, z. B. Gebirge, Ge-
wässer. - Vgl. Schleicher, Die Unterscheidung von
N. und Verbnm in der lautlichen Form (Lpz. 1865).
Nl'olnenoin.tor (lat., "Namennenner"), bei den
Römern ein Sklave, der dem Herrn bei Ausgängen
die Namen der Begegnenden nannte; dies war be-
sonders wichtig, wenn der Herr sich um ein Amt
bewarb und, um Stimmen zu gewinnen, manchen
auf der Straße anreden mußte. Jetzt ist ^. Titel
von Büchern, welche die in einem Gebiet ausgezeich-
neten Männer namhaft machen.
Xoinon bt oiusn (lat., eigentlich: Mui6n athu"
onien), "Namen und (zugleich) Vorbedeutung",
Citat aus Plautus' "I^i-Za" (IV, 4,74).