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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Nopalpflanze - Nordalbinger
schön gelegen, zählt mit Noordwijkbinnen 4549 E.
und wird als Badeort viel besucht.
Nopalpflanze, s. OMiitW.
Nopälschildlaus, s. Cochenille.
stoppen, s. Appretur und Sammet. ^Linie.
Noer, Fürst und Graf von, s. Augustendurger
Norbert, der Heilige, Stifter des Ordens der
Prämonstratenser (s. d^), geb. um 1085, stammte
aus dem Geschlecht der Grafen von Gennep, ward
schon in früher Jugend Kanonikus zu Tanten und
Köln und Hofkaplan Kaiser Heinrichs V. und ergab
sich einen: üppigen Leben. Die Rettung aus einer
Todesgefahr machte anf ihn einen so tiefen Eindruck,
daß er auf seine reichen Einkünfte verzichtete, feit
1118 in Dcutfchland, Frankreich und den Nieder-
landen als Vußprediger herumzog und endlich 1121
nach der verfchärften Augustinschen Regel den Prä-
monstratenserorden gründete. 1126 wurde N. Erz-
bischof von Magdeburg und hatte als solcher wegen
seiner Strenge schwere Kämpfe mit dem Klerus zu
bestehen. Er starb 6. Juni 1134 und wurde 1582
von Gregor XIII. heilig gesprochen. Gedächtnistag:
6. Juni. - Vgl. Nosenmund, Die ältesten Biogra-
phien des heiligen N. (Berl. 1874); Mannl, Zur Lit-
teratur über den heiligen N. lim "Litterar. Hand-
weiser", 1890, S. 198-203); Leben des heiligen N.
sin den "Geschichtschreibern der deutschen Vorzeit",
Bd. 64, Lpz. 1895).
Norbertmer, geistlicher Orden, s. Prämonstra-
Norburg, Flecken auf Alsen (s. d.). genfer.
Norcia (spr. >tscha, lat. Nm-Zia), Stadt in der
ital. Provinz Perugia, Kreis Spoleto, am westl.
Fuße der Monti Eibillini, zählt (1881) 4400 (als
Gemeinde 8733) E., ist Bischofssitz, hat ein Seminar,
ein Gymnasium, eine technische Schule, bedeutende
Tuchfabriken, eine Rübenzuckerfabrik und Handel
mit Schweinen, Öl und Wein.
Nord (fpr. nohr), das nördlichste Departement
Frankreichs und nach dem Seinedepartement auch
das bei weitem volkreichste, besteht aus Teilen von
Flandern, Hennegau und CambrePs und wird von
der Nordsee im N., Belgien im N. und O. und den
Depart. Aisne im S., Somme und Pas de Calais
im W. begrenzt. N. hat auf 5680,8? cjkm (1891)
1736 341 E. (66157 mehr als 1886), also 306 auf
1 hkm, und zerfällt in die 7 Arrondissements
Avesnes, Cambrai, Douai, Dunkerque, Hazebrouck,
Lille und Valenciennes mit 65 Kantonen und 666
Gemeinden. Hauptstadt ist Lille. 20 Städte haben
mehr als 10000 (davon 4 mehr als 30000) E. und
Lille und Roubair je über 100000 E. Die Bewoh-
ner sind teils Vlämen (nördlich der Lys), teils
Wallonen, doch sprechen nur noch 10 Proz. vlämisch.
Die 35 kin lange Küste hat die zwei Häfen Dün-
rirchen und Gravelingcn, ist mit Dünenreihen besetzt,
sonst flach wie das ganze Innere, ausgenommen im
SO., wo die Ausläufer der Ardennen noch bis
266 iQ ansteigen. Im N. fließen Aa und User zur
Nordsee, die Mitte wird von der Schelde und ihren Ne-
benflüssen Lys und Scarpe bewässert und im S. fließt
der Sambre, ein Nebenfluß der Maas. Durch den
Kanal von Et. Quentin wird die Schelde mit dem
Seinebecken verbunden; überhaupt hat dieses De-
partement die meisten Kanäle (240 km), wozu noch
253 Icm schiffbare Flußstrecken kommen. Das Klima
ist kühl und die Luft meist sehr feucht; der reichlich
bewässerte Boden ist, abgesehen von den Dünen
und einigen Morästen, sehr fruchtbar (namentlich bei
Lille) und die Landwirtschaft steht auf hoher Stufe.
1894 wurden 3 259 305 Kl Weizen, 240 900 nl Rog-
gen, 1893: 10675,3 t Gerste, 69150,5 t Hafer ge-
baut, außerdem Hülfenfrüchte, Kartoffeln, Kohl,
Rüben, Gemüse, Obst (1894 wurden 19407 Iii Cider
bereitet), Hanf, Flachs im Überfluß, Colza und an-
dere Ölpflanzen, Tabak, Hopfen, Cichoricn und
viel Runkelrüben für die Zuckerfabrikation. Der
Gartenbau ist bedeutend, die Blumenzucht sorgfältig
wie in Holland und Baumfchulen sind in großer
Zahl vorhanden. Die Wälder nahmen 1888 nur
21087 kll (also nur etwa 3,7 Proz. der Oberfläche)
ein, wovon der größte der von Mormale bei Le
Quesnoy allein 9103 ka bedeckt, dafür giebt es
viel Wiesen und somit beträchtliche Viehzucht und
Milchwirtschaft. Die Fluß- und Küstenfischerei sind
sehr ergiebig, namentlich der Heringsfang, auch
gehen von den beiden Häfen etwa 130 Schiffe jähr-
lich auf den Kabeljaufang aus. Von den zahlreichen
Mineralquellen sind die von St. Amand-les-Eaur
an der Scarpe die berühmtesten. Auch Marmor-
und andere Steinbrüche, Thonlager zur Töpferei
und Ziegelbrennerei und ausgedehnte Torfstiche
werden ausgebeutet, große Steinkohlenlager mit 48
der wichtigsten Gruben Frankreichs (sie lieferten 1894:
4930020 t Steinkohlen und Anthracit), namentlich
bei Lille und Valenciennes, können den Bedarf dieses
industricreichsten aller franz. Departements nicht
decken. Die wichtigsten Industriestädte sind Lille,
Roubaix, Tourcoing, Avesnes, Cambrai, Douai,
Valenciennes und St. Amand, wo es zahlreiche
Woll-, Baumwoll-, Flachs- und Hanfspinnereien,
Färbereien und Bleichereien giebt. Außerdem sind
zahlreiche Zuckersiedereien, Hütten- und Hochöscn
für Guß- und Stabeisen sowie Stahl, ferner metal-
lurgische Etablissements, Weißgerbereien, Fabriken
für Garleder, Papier, Glas, Krystalle, Porzellan-
und Thonwaren, Seife und Salzfleisch, Töpfereien
und Ziegeleien, Bierbrauereien und Brennereien
vorhanden. In N. giebt es über 5000 Dampf-
maschinen mit mehr als 104000 Pferdestärken.
Auch mit Schiffbau und Schiffahrt beschäftigen sich
viele Einwohner. Die Ausfuhr geht hauptfächlich
über Dünkircken, das infolgedessen einen großartigen
Aufschwung nimmt. Außer den vielen Wasser- und
guten Landstraßen (1892:589,8 lim Nationalstraßen)
ist auch ein Eisenbahnnetz vorhanden, das mit den Li-
nien Valenciennes-Lille-Dünkirchen, Paris-Brüssel
und vielen Zweigbahnen 1886 im Departement eine
Gesamtlänge von 1013 km hatte. Es giebt 4 Lyceen
und 12 Colleges. - Vgl. Vrunet, Mcrdacq und Le-
cocq, (iLaFrapuiL Zen^i-Hie clu ä^artemeiit du. N.
(Lille 1888).
NordafrikanischeMifsionsgesellschaft, Mis-
sionsgesellschaft, die 1881 in England entstand, und
zwar infolge der Arbeiten mehrerer sog. Glaubens-
missionare (s. Mission) in Nordafrika. Marokto,
Algier, Tunis, Tripolis und selbst Ägypten ist
ins Auge gefaßt. Die N. M. wirkt durch Schriften-
Verbreitung, durch Hausbesuche und besonders durch
ärztliche Pflege.
Nordalbinger (Nordalbingi), Nordleute
(Nordliudi), der nördlich von der Elbe wohnende
Zweig der Sachsen (s.d.). Ihr Land Nord albin g ia
(Nordelbingcn), auch 8HX0nia. ti'^nslUdina (über-
elbisches Sachsen) genannt, zerfiel in vier Gaue, von
denen Karl d. Gr. Holstein, Stormarn und Dith-
marschen seinem Reiche einverleibt hat, während er
den vierten östl. Gau Wagrien den slaw. (wendischen)
Obotriten überließ. (S. Kolstein.)
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