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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Norwegisches Recht - Nossairier

teratur, zumal die dramatische, einen Aufschwung genommen, wesentlich hervorgerufen durch die Wirksamkeit B. Björnsons und H. Ibsens, die der jungen norweg. Litteratur einen Weltruf verschafft haben. Als Verfasser von Volksschriften sind zu erwähnen: Ole Vig, A. O. Vinje, Chr. Janson, Eilert Sundt, L. K. Daa u. s. w. Die wissenschaftliche Forschung, insofern sie sich auf die Geschichte des Vaterlandes erstreckt, förderten besonders R. Keyser, Chr. Lange und vor allem Peter Andreas Munch; ihnen haben sich neuerdings J. E.^[Johan Ernst] Sars ("Udsigt over den norske Historie", 4 Bde., 2. Aufl., Krist. 1877-91) und G. Storm würdig angeschlossen. Wie die meisten schon von diesen Forschern, so haben sich auch Keyser, O. Rygh, C. R. Unger und Sophus Bugge um die altnordische Sprache und Litteratur verdient gemacht. Seit 1881 veröffentlicht J. B.^[Jens Braage] Halvorsen ein sehr ausführliches und gründliches "Norsk Forfatter-Lexikon 1814-80" (bis 1896 4 Tle.; auf Grundlage des von J. E.^[Jens Edvard] Kraft begonnenen und von Chr. C. A. Lange herausgegebenen "Norsk Forfatter-Lexikon 1814-56"). - Vgl. P. Botten-Hansen, La Norvège littéraire (Krist. 1868); Ph. Schweitzer, Die Entwicklung der nationalen Dichtung in Norwegen (Jena 1881); H. Jæger, Illustreret norsk Litteraturhistorie (Krist. 1892-96).

Norwegisches Recht, s. Nordisches Recht.

Norwegĭum, ein noch zweifelhaftes, angeblich dem Wismut nahe stehendes Element.

Norwich (spr. nórritsch), Municipal-County- und Parlamentsborough (zwei Abgeordnete), Hauptstadt der engl. Grafschaft Norfolk, in schöner Gegend an beiden Seiten der Wensum, unweit ihrer Mündung in die für Lastschiffe fahrbare Yare und durch diese Wasserstraße mit Great-Yarmouth (s. d.) an der Küste verbunden, wichtiger Eisenbahnknotenpunkt (drei Bahnhöfe), Sitz eines anglikan. Bischofs, hat (1891) 100964 E., gegen 87842 im J. 1881 (Zunahme 14,9 Proz.). Bemerkenswert ist die dicht bei dem (1318 erbauten, jetzt umgebauten) bischöfl. Palast stehende, 1098 begonnene normann. Kathedrale, eine der größten und schönsten Kirchen Englands. Ferner bestehen ein 1453 erbautes Stadthaus, die Kirche St. Peter Mancroft am Marktplatz, östlich davon das Schloß, ein 21 m hoher normann. Burgturm, jetzt Grafschaftsgefängnis, und die St. Andrews Hall für Konzerte und Versammlungen. Die Stadt hat eine Kornbörse, ein großes Krankenhaus, eine Blindenanstalt, mehrere Versorgungshäuser, eine Lateinschule (früher Kapelle), deren Zögling Nelson war, eine Stadtbibliothek, ein litterar. Institut und eine Freibibliothek mit Museum. Schon seit 1336 war N. wegen seiner wollenen Zeuge, die nach dem 19 km entfernten Ort Worsted auch Worstedstuffs hießen, berühmt. Hier legten 4000 flamländ. Flüchtlinge unter Elisabeth den Grund zur Industrie von Tuch, wollenen Zeugen und Strümpfen in England. Jetzt ist N. längst durch Lancashire und Yorkshire überflügelt. Wichtig sind noch die Fabrikation wollener und seidener Shawls, außerdem Fransen, Gaze und Krepp, Mousselines-de-Laine, Damentuch und Damast. Bedeutender sind die Eisenwerke, Messinggießereien, Bau landwirtschaftlicher Maschinen, Fabriken für Senf (Colman's Mustard) und Stärke, Brennerei, Gerberei, Malzhäuser und Kornmühlen. Außer dem Export von Fabrikaten treibt N. bedeutenden Handel mit Getreide. Die wichtigsten Banken sind: Gurney and Co., London and Provincial Bank und Lacons Yuell and Co. Im S. bei Caistor St. Edmund ein Römerlager. N., damals Northwyk, geborte in angelsächs. Zeit zu Ostangeln.

Norwich (spr. nórritsch oder nóhrwitsch), einer der beiden Hauptorte des County New-London im südöstl. Teile von Connecticut, an dem hier schiffbar werdenden Themsefluß, am Fuße eines steilen Abhanges, hat (1890) 16156 E. Vier große Baumwollwerke und Fabriken von Wollwaren, Feuerwaffen, Papier, Eisengießereien, Maschinenwerke u. s. w. beschäftigen über 5000 Arbeiter. Die Stadt besitzt eine Free Academy.

Norwood (spr. -wudd, Upper- und Lower- oder South-Norwood), Vorort im S. von London, in der Grafschaft Surrey, Mischen Sydenham und Croydon, mit (1891) 22062 E. und einem Royal Normal College sowie einer Musikschule.

Nörz, Nerz oder Sumpfotter (Mustela lutreola L, Putorius lutreola Keys. et Blas., s. Tafel: Marder II, Fig. 6), ein kleines Raubtier von Iltisgröße, dessen Gebiß dem des Iltis ähnlich ist, das sich aber durch den langgestreckten, schlanken Leib, die kurzen Füße, die durch Bindehäute verbundenen Zehen, den dichten, glatt anliegenden, glänzenden Pelz und die Lebensweise dem Fischotter nähert. Der N., der überall braun, oben dunkler, unten heller ist, lebt besonders im östl. Europa bis zum Ural einerseits und Schlesien andererseits. Er nährt sich vorzugsweise von Krebsen. Es ist noch fraglich, ob der canadische N., Mink oder Vison eine eigene Art ist.

Die amerik. Nörzfelle (Wert 3-24 M. das Stück und darüber) besitzen ein feines, glattes hell- bis dunkelbraunes Pelzwerk, die russischen (Wert 1,5-5 M. das Stück) sind kleiner, viel kürzer und gröber im Haar. Sie werden in den bessern Qualitäten zu Garnituren und Besätzen verarbeitet, während die geringern und hellern mehr zu Futter für Herren- und Damenmäntel Verwendung finden.

Nosce te ipsum, s. Gnothi seauton.

Noseān, Mineral, s. Haüyn.

Nosēma, Pilz, s. Gattine.

Nösen, alter Name der Stadt Bistritz (s. d.).

Nosogĕnie (grch.), Entstehung der Krankheit.

Nosogeographie (grch.), die Darstellung der geogr. und klimatischen Verbreitung der Krankheiten.

Nosogrăphie (grch.), Beschreibung einer Krankheit.

Nosokŏmie (grch.), die Krankenpflege; Nosokomĭum oder Nosodochĭum, Krankenhaus, Hospital; Nosokomiālfieber, Hospitalfieber; Nosokomiālgangrän, Hospitalbrand.

Nosolŏgie (grch.), Krankheitslehre, die Wissenschaft, welche sich mit den Krankheiten an sich beschäftigt; die entwicklungsgeschichtliche Darstellung einer Krankheit; Nosomănie oder Nosophŏbie, Krankheitswahn oder Krankheitsfurcht, soviel wie Hypochondrie (s. d.); Nosonŏmie, Lehre von den Naturgesetzen, nach denen Krankheiten entstehen.

Nosowa, Ort, s. Obdorsk.

Nossairĭer (falsch Anßârier oder Ansarier), eine der arabisierten Völkerschaften Syriens, welche zugleich eine besondere schiitische Sekte bildet und viele Elemente des altsyr. Naturdienstes erhalten hat. Die N. bewohnen das nach ihnen den Namen