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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Nystagmus; Nyvel; Nyx; Nzadi; O; Ö; O.; O. A. M. D. G; O/; Oahu; Oajaca; Oakham; Oakland; Oaks; Oakum; Oasen; Oatafu; Oaxaca

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Nystagmus - Oaxaca

Frieden zu N. 10. Sept. 1721 zwischen Schweden und Rußland fand der Nordische Krieg (s. d.) seinen Abschluß.

Nystagmus (grch.), s. Augenzittern.

Nyvel, belg. Stadt, s. Nivelles.

Nyx (grch.), die Nacht, lat. Nox, wurde von den Griechen wie von andern Völkern auch als göttliches Wesen gedacht. Die Nacht ist nach der Hesiodischen Theogonie mit dem Erebos (s. d.) aus dem Chaos entsprossen; durch letztern wird sie Mutter von Aither und Hemera (Tag); aus sich selbst gebiert sie Moros (Verhängnis, insbesondere gewaltsamer Tod) und Ker, Thanatos (Tod) und Hypnos (Schlaf), sowie die Träume u. s. w. Eine wichtige Rolle war der N. in den Theogonien der Orphiker eingeräumt. Die Tragiker schildern sie bald als geflügelt, bald als auf einem Wagen fahrend.

Nzadi, Fluß in Afrika, s. Kuango.

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O.

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O, der fünfzehnte Buchstabe unsers Alphabets, ist entstanden aus dem phöniz. Ain (Auge) und hatte auf der Mesastele (etwa 890 v. Chr.) schon die Form eines geschlossenen Kreises, wie noch heutzutage. Bei den Griechen bedeutete der Buchstabe ursprünglich kurzes wie langes o. Später trennte man die Kürze als ο (omikron) von der Länge als ω (omega) und gab diesem den letzten Platz im Alphabet. Als Zahlzeichen bedeutet im Griechischen ο: 70, ω: 800. (S. Schrift.) Als Laut gehört O in die Klasse der Vokale (s. d. und Laut).

Als Abkürzungszeichen steht in geogr. Schriften und auf dem Kompaß O. für Ost, Osten. In der Chemie ist O das Zeichen für Sauerstoff (Oxygenium). O. auf Pariser Kurszetteln Abkürzung für Offert (s. Kurs, Bd. 10, S. 836 a). O' vor irischen Eigennamen, z. B. O'Connell, bedeutet Sohn.

O., offizielle Abkürzung für den Staat Ohio.

O (ungar.), alt, häufig in Ortsnamen.

O/, im Wechselverkehr Bezeichnung für Order.

Ö (skandinav.), Insel.

Oahu, die zweitgrößte, aber wichtigste und bevölkertste der Sandwichinseln (s. d.), mit 1680 qkm und (1890) 31 194 E. Die Insel wird von zwei parallelen, von NW. nach SO. streichenden vulkanischen, fast 1200 m hohen Ketten durchzogen, welche nach dem Meere steil, nach innen allmählich abfallen und hier eine breite, früher fruchtbare, jetzt als Viehweide benutzte Ebene bilden. In diese Ebene zieht sich von S. her die große Lagune von Ewa oder der Perlsee. Östlich davon, durch Korallenriffe geschützt, liegt am Hafen O. die Hauptstadt Honolulu (s. d.).

Oajaca (spr. oach-), s. Oaxaca.

Oakham (spr. óhkämm), Hauptstadt der engl. Grafschaft Rutland (s. d.).

Oakland (spr. óhkländ), Hauptort des County Alameda im nordamerik. Staate Kalifornien, am östl. Ufer der San Franciscobai (11 km breit), San Francisco gegenüber, als dessen Vorstadt es zu betrachten ist, mit einer Military und der Golden Gate Academy, einem theol. Seminar, Frauencollege, Großschlächtereien, Sägemühlen, Gerbereien und (1890) 48 632 E. gegen 34 555 im J. 1880. O. ist der Endpunkt der Centralpacificbahn; Dampffähren gehen nach San Francisco. Die Stadt ist schön gelegen und die Straßen mit immergrünen Eichen (oak, daher der Name) beschattet. Südlich, durch den Antonio Creek getrennt, liegt Alameda, 6 km nördlich Berkeleys mit 5101 E., der Staatsuniversität, Taubstummen- und Blindeninstitut.

Oaks (engl., spr. ohks), s. Derby-Rennen.

Oakum (engl., spr. óhkömm), früher viel gebrauchtes Verbandmaterial, das durch Aufdrehen und Zerfasern geteerter Tauenden hergestellt wurde. Es stellte eine bräunliche, stark nach Teer riechende, der Wolle ähnliche Masse dar und diente hauptsächlich zur Bedeckung übelriechender Geschwüre und brandiger Weichteile, deren Geruch es beträchtlich zu vermindern vermochte. Diese Wirkung wurde durch den an fäulnishemmenden Stoffen reichen Teer hervorgerufen.

O. A. M. D. G., Abkürzung von omnia ad majorem Dei gloriam (lat.), "alles zur größern Ehre Gottes)).

Oasen, die in den Wüsten, insbesondere in den Wüsten Nordafrikas vorkommenden bewohnten und anbaufähigen Stellen. Das Wort Oase stammt vom altägypt. Uah (d. h. Station), kopt. und arab. Wâh, grch. Uasis oder Auasis. Alle O. Nordafrikas sind entweder Flußthäler, Wadis, deren Wasser meist nur unter der Oberfläche befindlich ist, oder beckenartige Vertiefungen, umgeben von kleinen Bergketten und Hügelzügen, in denen sich ein Bach oder ein kleiner See von spärlichem Regenwasser sammelt, oder wo Quellen unter einer der umgebenden Hochflächen entspringen. In der algerischen Sahara wurden seit 1856 durch Erbohren artesischer Brunnen zahlreiche O. geschaffen. Das Wasser bedingt die Anbaufähigkeit der O., indem es einen regen Pflanzenwuchs hervorruft, welcher in Vergleich mit der Wüste prächtig zu nennen, an sich aber nichts weniger als üppig und dabei sehr einförmig ist. Derselbe wird hauptsächlich durch die Dattel- und die Dumpalme, die Gummi-Akazie und den Mannastrauch charakterisiert. Ausgedehnte Oasenlandschaften sind Fessan (s. d.), Tuat, Tibesti, Bilma, Air, Adrar-Tmarr, Draa. Historisch berühmt sind die fünf ägyptischen O. im Westen von Ägypten, Siwah (s. d.), die Oase des Jupiter Ammon, Barich, Farâfrah (s. d.), Dachel (s. d.) und Chargeh (s. d.), in denen sich zum Teil prachtvolle Tempelbauten befanden oder die als Verbannungsorte Berühmtheit erlangten.

Oatafu, Insel im Großen Ocean, s. Duke of York.

Oaxaca (spr. oach-) oder Oajáca. 1) Staat im südl. Mexiko, begrenzt vom stillen Ocean im S., Guerrero im W., Puebla und Veracruz im N., Veracruz und Chiapas im O., umfaßt 88 971 qkm mit (1894) 806 879 E., ist größtenteils gebirgig und wird von zwei Armen der aus dem Isthmus von Tehuantepec (s. d.) in Nordwestrichtung herübertretenden Cordilleren mit Gipfeln von 3-3400 m Höhe durchzogen. Der Norden und Westen sind vulkanisch, der Osten und Süden nicht genau bekannt, außer dem Isthmus. In die Südsee geht der breite, aber flache und reißende Rio Verde mit dem Atoyac, in den Mexikanischen Golf der Rio San Juan und Papa-^[folgende Seite]