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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Oberwachtmeister - Objekt
des deutschen Privatrechts, Bd. 4 (2. Aufl., Verl.
1884), ß. 266; Noth, System des deutschen Privat-
rechts, Bd. 2 (Tüb. 1880-81), ß. 180.
Oberwachtmeister, s. Wachtmeister.
Oberwaldenburg, Dorf bei Waldenburg (s. d.)
in Schlesien.
Oberweibig, s. ^pi^^nus.
Oberweißbach, Flecken im Landratsamt König-
see des Fürstentums Schwarzburg-Rudolstadt (Ober-
herrschaft), am Weißbach, auf dem Thüringer Wald,
Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Rudolstadt),
hatte 1890: 1946, 1895: 2097 evang. E., Postamt
zweiter Klasse, Telegraph; Porzellan-, Perlen- und
Thermomcterfabrikation; Herstellung von Heilmit-
teln. Zum Andenken an den hier geborenen Fröbel
wurde auf dem Kirchberg der Fröbelturm errichtet.
Oberwerftdirektor, s. Werft.
Oberwesel, Stadt im Kreis St. Goar des preuß.
Reg.-Bez. Koblenz, links am Rhein und an der
Linie Köln-Bingcrbrück der Preuß. Staatsbahnen,
Station der Rheindampfer, hatte 1890: 2521,1895:
2666 E., darunter 83 Evangelische und 37 Israeliten,
Post, Telegraph, Reste der alten Stadtmauern mit
16 Türmen, Rathaus (1849), schöne got. Frauen-
oder Stiftskirche (1307-31) mit wertvollen alten
Gemälden, einem prachtvollen Altar(15. Jahrh.) und
spätgot. Lettner, frühgot. MartiiiMrche mit Gemäl-
den, got. Wernerkapelle auf der Stadtmauer an der
Rheinseite; Weinbau (besonders in der Engehöll an
der Schönburg) und in der Umgebung Schiefer-
brüche. Auf einem steilen Felsen die Trümmer der
1689 durch die Franzosen zerstörten Schönburgmit
vier mächtigen Bergfrieden, die Wiege eines 1713
erloschenen Geschlechts, welchem Graf Friedrich
Hermann von Schomberg, Marschall von Frank-
reich (gest. 1690), entstammte. - Vgl. Vuy, Ge-
schichte des Trechirgaues und von O. (Lpz. 1885).
Oberwesterwaldkreis, Kreis im preuß. Neg.-
Bez. Wiesbaden, hat 325,oi ykm und 1890: 23562,
1895: 23827 (11689 männl., 12138 weibl.) E.,
1 Stadt und 84 Landgemeinden. Das Landratsamt
befindet sich in Marienberg.
Oberwiesenthal, Stadt in der Amtshaupt-
mannschaft Annaberg der sächs. Kreishauptmann-
schaft Zwickau, an der böhm. Grenze, die höchste
Stadt Deutschlands (914-924 m), zieht sich vom
AbHange des hintern Fichtelbergs herab bis zur
Mündung des Iungsernbachs in die Pöhl und grenzt
hier an Ünterwiesenthal und Böhmisch-Wiesenthal,
ist Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Chemnitz)
und hatte 1890:1947,1895: 2031 E., darunter 134
Katholiken, Post, Telegraph, Oberförsterei; Spitzen-
tlö'ppelei, Gorlnäheres, Nadlerei sowie Fabrikation
von Steinnußknöpfen und Glacehandschuhen. O.
hieß ursprünglich die Neustadt über Wiesenthal.
Oberwinz, deutscher Name von Felvincz (s. d.).
Oberyfsei oder Oberijssel (spr. -cisiel), nieder-
länd. Provinz zwischen Drenthe, Friesland und Gel-
dern, den preuß. Provinzen Hannover und Westfalen
und dem Zuidersee, hat ihren Namen von dem Flusse
Hssel (s. d.), welcher die Südwestgrenze bildet, hat
3345 ykm und (1892) 302508 E., d. i. 90 auf 1 ykm.
Vieh- und Bienenzucht, Torfstich und Ackerbau sind
die Hauptbeschäftigungen; Weide und Wiese sind 32,
Ackerland 18, unbebaut 34 Proz. des Bodens.
Baumwollspinnerei und Weberei ist in der Landschaft
Twenthe (Enschede, Oldenzaal u. s. w.) stark ent-
wickelt. Bedeutend sind Stein- und Ziegelbrennerei
an der Mcl. Hauptstadt ist Zwolle (s. d.).
Oberzell, Prämonstratenserkloster ((^611^ Lupe-
ii0i') bei Zell im Bezirksamt Würzburg des bayr.
Reg.-Bez. Unterfranken, gehörte ehemals zum Bis-
tum Würzburg und beherbergt seit 1817 dieSchnell-
pressenfabrik von König & Bauer (s. d.).
Oberzug, im Bauwesen, s. Unterzug.
Oberzündung, s. Zündloch.
H-Besenyö, ungar.Groß-Gemeinde, s.Besenyö.
0dV8ita.8 (lat.), Obesität, die Fettsucht (s.d.).
Obidos (spr. -dusch), Stadt im brasil. Staate
Para, unterhalb der Mündung des Rio Trombetas
in den Amazonas, ist wichtig als Dampferstation.
Odiit (lat.), "ist gestorben" (Inschrift auf Grab-
Obischer Meerbusen, s.Ob. Denkmälern).
L)bisfelde, Stadt im Kreis Gardclegen des
preuß. Reg.-Vez. Magdeburg, an der Aller und den
Linien Berlin-Stendal-Hannover, Magdeburg-Ö.
(64,2 km) und den Nebenlinien O.-Lüchow (75,i km)
und Helmstedt-Ö.(35,5 km) der Preuß.Staatsbahnen,
Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht Stendal) und
Steueramtes, hatte 1890 (nebst der Kolonie Buch-
horst) 1962,1895: 2106 E., darunter47 Katholiken,
Postamt zweiter Klasse mit Zweigstelle, Telegraph,
eine großhcrzoglich Hess. Domäne, Reste der alten
Befestigungen, Katharinenkirche (14. Jahrh.), altes
Rathaus, 1892 restauriert, Rolandsstatue, Rekto-
ratsschule, Filiale der ständischen Sparkasse der Alt-
mark; Branntweinbrennerei, Ackerbau, Vieh- und
Obiskrug, s. Nobiskrug. ^Schafmärkte.
Obit (lat. odiw8), in der kath. Kirche der feierliche
Gottesdienst vor einer Beerdigung; auch das jähr-
liche Totenamt am Sterbetage einer um die Kirche
verdienten Person.
Oditua.riu.in (mittellat.), Verzeichnis derer, für
die ein Totenamt (Obit) zu halten ist, Seelenmehbuch.
Obj, Strom in Sibirien, s. Ob.
Objökt (lat.) oder Gegenstand, in der Philo-
sophie der Gegenstand des Vorstellens, der
Erkenntnis, das Vorstellbare oder zu Erkennende.
Bei den Scholastikern hieß so die Vorstellung selbst,
ihrem unmittelbaren Inhalt nach, im Unterschied
von der an sich gegebenen Sache, auf die sich die
Vorstellung bezieht oder der sie entsprechen will und
die in dieser Entgegensetzung das Subjekt (Unter- .
liegende) hieß. Bei den neuern Philosophen ist der
Gebrauch der Ausdrücke O., Subjekt, objektiv, sub-
jektiv beinahe der umgekehrte; sie nennen vielmehr
subjektiv die Vorstellung als solche, indem sie unter
dem Subjekt der Vorstellung den Vorstellenden ver-
stehen; O. oder Gegenstand dagegen die Sache, der
die Vorstellung gemäß sein muß, um wahr zu sein.
In dem Begriff des von der Vorstellung unter-
schiedenen Gegenstandes liegt nun ein Problem.
Der Gegenstand wird zunächst als gänzlich unab-
hängig von unserer Vorstellung oder Erkenntnis
betrachtet; aber eben dann ist es nicht zu verstehen,
wie die letztere sich überhaupt ihrer Übereinstim-
mung mit dem Gegenstande soll versichern können,
da wir doch nichts außer unserer Vorstellung oder
Erkenntnis haben, womit wir sie vergleichen könnten.
Die Lösung (durch die kritische Philosophie Kants,
s. Kritik) beruht darauf, daß der Gegenstand aller-
dings in der Erkenntnis erst erzeugt werden muß,
in derselben aber von dem bloß Subjektiven der
Vorstellung, nämlich der Erscheinung (s. Phänomen)
scharf und bestimmt unterschieden ist. Die Grund-
gesetze der Erkenntnis, auf denen die Konstitution
des Gegenstandes in der Erkenntnis beruht, sind
eben damit die Gesetze der objektiven Gültigkeit der