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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Ochrolechia - Ocimum
Bischofs, hat etwa 12 000 zur Hälfte christliche E.,
meist Vulgären, Albanesen, Türken, daneben Makedo-
rurnänen und Griechen, welche Seilerwaren, Leder,
Fischnetze, Strumpfwirkerwaren und Töpfergeschirr
fertigen. Die Stadt war im 10. Jahrh. Residenz
bulgar. Herrscher und bis 1767 Sitz eines autokepha-
len Erzbischofs oder Patriarchen.
Vokroieokia., Flechte, s. I^canoi-a.
Ookronla. Fn., B al s a b aum, Pflanzcngattung
aus der Familie der Malvaceen (s. d.) mit nnr einer
Art, O.ia^OML ,3?li. (Zomdllx p^ramiäHis Otn.), im
tropischen Amerika. C's ist ein Baum mit gelappten
Blättern, großen Blüten und sehr wenig festem
Holz, das sich wie Kork schneiden läht (Korkholz,
frz. dois ä6 1ieF6). Es dient zur Herstellung von
Flaschenkorken. Die Eingeborenen Westindiens fer-
tigen aus den Baumstämmen Kähne. Die Frucht-
wolle kommt als Uäreäon v^FLtai oder ?Htt6 (1e
Iievi'6 in den Handel und dient zu Polstern u. s. w.
Ochs oder Nind (I'>03), Gattung der Wieder-
käuer (Gruppe der Hohlhörner), ist ausgezeichnet
durch einen sehr breiten Kopf, halbmondförmige,
nach außen gebogene, stielrunde, glatte Hörner bei
beiden Geschlechtern, vier Zitzen und den Mangel
der Thränenspalten, Drüscngruben zwischen den
Zehen und in den Weichen. Die über die ganze
Erde, mit Ausnahme Australiens, verbreiteten Ar-
ten sind schwerfällig gebaut, stark, am Halse mit
einer herabhängenden Hautfalte (Wamme) ver-
sehen, von wildem Natnrell und geringer In-
telligenz. Sie sind gesellig und bilden unter Lei-
tung der Bullen weidende Herden. Man hat nach
der Struktur des Schädels, der Hörner u. s. w. ver-
schiedene Untergattungen unterschieden (s. Rinder).
Zuden eigentlichen Rindern (Los) gehört außer
unsern Hausrindern der Gayal (L03 li'ont^iig ^)e-
?e5F6?-t) in Indien und Ceylon, der Gaur (V08 Fau-
rüg 2>a?A.) im Himalaja, der Baut eng (Lo3dHii-
tonF .lindes) auf den Sunda-Inseln, und von zahmen
derZeb u (s. d.) oder Buckel 0 chse. Manche rechnen
auch noch den Arni und den Kerabau (s. Büffel)
zur Gattung O. - Im gewöhnlichen Sprachge-
brauch nennt man O. das kastrierte männliche Rind.
Oo/i.<?., hinter der wissenschaftlichen Benennung
von Schmetterlingen Abkürzung von Ferdinand
Ochsenheimer, geb. 1765 zu Mainz, gest. 1822
zu Wien, deutschen Entomologen und Schauspieler.
Er schrieb: "Die Schmetterlinge von Europa" (fort-
gesetzt von Treitschke, 10 Bde., Lpz. 1807-35).
Ochsenauge (frz. wi1-ä6-dwut), in der Archi-
tektur eine runde oder ovale Öffnung, die in einer
Wand, in einem Dache oder in einer Kuppel zur
Lichtgebung angebracht ist. Auch die kleinen run-
den Fenster auf Schiffen werden O. genannt. -
Nber O. in der Medizin s. Buphthalmus; in der
Meteorologie f. Seetornado.
Ochfenbrech, Pflanzenart, f. OuoniL.
Ochsenfeld, s. Sennheim.
Ochsenfrofch (I^ua. inugi6ll8 Mei-,-.), engl. Viüi
li og-, ein in Amerika einheimischer, 17 - 21 ein
langer Frosch von olivengrüner Farbe, der eine
starke, weithinschallende Stimme besitzt, weshalb er
auch Brüllfr 0 sch genannt wird. Er frißt Insekten,
kleine Fische, Frösche und junge Schwimmvögel.
Ochsenfurt. 1) Bezirksamt im bayr. Reg.-Bez.
Unterfranken, hatte 1890: 25 893, 1895: 26118
(12477 männl., 13 641 weibl.) E. in 53 Gemeinden
mit 85 Ortschaften, darunter 4 Städte. - 2) Be-
zirksstadt im Bezirksamt O., links am Main und
an der Linie München-Würzburg der Bayr. Staats-
bahnen, Sitz des Bezirksamtes, eines Amtsgerichts
(Landgericht Würzburg) und Rentamtes, hatte 1890:
2647,1895: 2797 C'., darunter 408 Evangelische,
Posterpedition, Telegraph, roman. Pfarrkirche, spät-
got. Michaeliskirche, gor. Rathaus' Pappdeckel-,
Malz - und Geldschrantfabrikation, Brauerei, Obst-
Ochfengalle, s. Galle. ^und Weinbau.
Ochsenhausen, Dorf im Oberamt Viberach des
württemb. Donaukreises, an der Rottum, Sitz eines
Kameralamtes, hatte 1890: 2053, 1895: 2090 E.,
darunter 94 Evangelische, Post, Telegraph, Fern-
sprecheinrichtung, große ehemalige Klosterkirche,
kath. Staatswaisenhaus und eine Äckerbauschule in
der ehemaligen 1089 gestifteten, bis 1803 reichs-
unmittelbaren Benediktinerabtei, später fürstl. Met-
ternichschem Schlosse. O. hat Korsettfabrikation,
Mufselinftickerei, Branntweinbrennereien und Preß-
hefenfabrik, Brauereien, Kunstmühlen, Molkerei,
Buttcrversand, Frucht-, Kram- und Viehmürkte.
Ochsenherz, s. Herzhypertrophie.
Ochseuhnnger, s. Heißhunger.
Ochsenklaue, beim Pferd Bezeichnung für eine
am vordern (Zehen-) Teile des Hufes vorkommende
Hornspalte (s. d.).
Ochfenknie, bei Pferden Bezeichnung für die
knieenge Stellung der Vorderbeine.
Ochfenkopf, der zweithöchste Gipfel des Fichtel-
gebirges (s. d.), 1023 in hoch, wird von Bischofs-
grün oder von Warmensteinach aus bestiegell.
Ochsenkreuzpflaster, falfche, im Publikum ver-
breitete Benennung des Orycrocenmpflasters (s. d.).
Ochsenmaul, Fußbekleidung, s. Kuhmaul.
Ochsenzunge, Pflanzenart,'s. ^ncliuLa.
Ochsenzunge, s. Dachdeckung.
Ochfenzungenwurzel, r 0 t e, s. Alkannawurzel.
Ochta, rechter Nebenfluß der Newa im russ.
Gouvernement Petersburg, entspringt an der Grenze
Finlands und mündet nach 65 km bei Groß- und
Klein-Ochta, jetzt Vorstadt von Petersburg.
Ochte, s. Ochtum.
Schtland, s. üchtland.
Ochtum, Ochte, linker Nebenfluß der Weser,
entspringt im preuß. Reg.-Bez. Hannover und mün-
det, 75 km lang, kanalisiert, unterhalb Bremen.
An Zuflüssen nimmt sie links den Mühlenbach und
die Delme mit dem Vareler Bach auf.
Ooiiniun I,., Pflanzengattung aus der Familie
der Labiaten (s. d.) mit gegen 40 in den wärmern
Gegenden verbreiteten Arten, krautartige Gewächse
oder niedrige Halbsträucher mit gewürzhaftem Ge-
ruch. Ihre Blätter sind klein, meist rötlich oder weiß
gefärbt. Die bekannteste Art ist das Basilien-
kraut oder Basilikum, 0. VaLilicum ^,., das
häufig seines Geruches wegen als Topfzierpflanze
in Zimmern gezogen wird; außerdem wird noch ().
millimum ^. mit weißen Blüten kultiviert; sie stam-
men aus dem tropischen Asien. Diese beiden ein-
jährigen Arten, oder wenigstens eine derselben,
scheinen in Altägypten kultiviert worden zu sein,
da man in Totenkammern der Pyramiden aus Ba-
silikum gebundene Kränze gefunden hat. Von der
erstgenannten Art hat man mehrere Varietäten, so
vln-. Iiulilttum mit großen blasig aufgetriebenen
Blättern und weißen Blumen, var. ci-is^uni mit
großen, krausrandigen, oft bräunlich gesteckten
Blättern und rötlichen Blüten, und vai'. violHceum,
das sich von der Stammart nur durch die violett-
purpurne Färbung aller ihrer Teile unterscheidet.