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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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O'Connor - Octavianus
ein solches Bestreben haben müsse, entschloß sich zu
einer Pilgerreise nach Rom, ans der er 15. Mai
1847 zu Genua starb. Er schrieb: "^ memoir ot'
Ii-olanH, nativs anä 8^x011" (Dubl. 1843). Seine
Briefe gab heraus Fitzpatrick, "'Ik6 political anä
priviito eorregponäsnco ok vHniel 0." (2 Bde.,
Lond. 1888). Sein Leben beschrieben, außer seinem
Sohne (s. unten), L. F. Cusack in "11i6 I^idei-Htor,
I113 lila ".uä tim68" (Lond. 1872) und Lefevre, ?Lo1
and 0. (ebd. 1887).
Sein zweiter Sohn John O., geb. 1808, trat
1833 ins Parlament, wurde in die Anklage seines
Vaters verwickelt und teilte sein Gefängnis. Nach
dem Tode desselben stellte er sich an die Spitze der
Repeal-Association, die aber unter seiner Leitung
immer mehr von ihrem Einfluß verlor und 1852
sich ganz auflöste. Schon vorher hatte er sein Unter-
hausmandat niedergelegt, erhielt später von der
Negierung eine Sinekure beim irischen Kanzlei-
gencht und starb 24. Mai 1858 zu Kingstown. Als
Schriftsteller ist er dnrch eine Biographie seines
Vaters, "I^its ".nä 3p66c1i68 of Daniel 0." (2 Bde.,
Dubl. 1846-47), und "I^coliectionä anä 6xp6-
ri6NC68 änrinF a pariianiöntHr^ cai'66v lkrom 1833
to 1848" (2 Bde., Lond. 1849) bekannt.
O'Connor, alte irische Familie, die früher die
souveräne Zerrschaft über die Provinz Connaught
ausübte und noch gegenwärtig viele große Grund-
besitzer in der Grafschaft Sligo zählt. Ihr Haupt
führt den Titel O'Connor Don. - Vgl. Charles
O'Connor, II16 O'^ONNOI-Z ol (^onnHUFlit (Dubl.
1891). Von ihren Gliedern machten sich bekannt:
Feargus Edward O., engl. Parlamentarier
und Haupt der Chartisten, geb. 1796 in Connor-
ville bei Cork, schlug die jurist. Laufbahn ein,
schloß sich als angehender Advokat mit Begeiste-
rung der irischen Volkspartei an und vertrat seit
1832 die Grafschaft Cork im Unterhause. Als
1835 seine Wiederwahl für ungültig erklärt wurde,
verlieh er, mit O'Connells (s. d.) maßvoller Rich-
tnng ohnehin unzufrieden, die irische Sache, trat in
die radikale Agitation in England ein, verfocht in
glühenden Reden die Unzulänglichkeit der Parla-
mentsreform und unterstützte wesentlich den Ent-
wurf der Volkscharte und die Vereinigung der sog.
Chartisten zu einer festen Partei. (S. Chartismus.)
Unter seiner Leitung kam 6. Aug. 1838 zu Bir-
mingham eine große Chartistenversammlung zu
stände, worauf der Zusammentritt eines National-
konvents in London erfolgte, der einen allgemeinen
Aufstand vorbereiten sollte. In dem blutigen Zu-
sammenstoß zu Newport 4. Nov. 1839 unterlagen
jedoch die Chartisten. Mehrere Anführer wurden
ergriffen, vor Gericht gestellt und deportiert. O.,
die Seele der Bewegung, entging der gerichtlichen
Verfolgung. Er gründete jetzt zur Bearbeitung der
niedern Klassen das Journal "'N16 Koi-tiiErn 3wr",
das ungeheure Verbreitung fand, trat zeitweise
wieder in die irische Nepealagitation O'Connells
ein und ward 1847 wieder für Nottingham ins
Parlament gewählt. 1848 berief er einen neuen
Chartistenkonvent, überreichte dein Unterhause eine
Monsterpetition für Einführung der Volkschartc
und ließ diese durch eine Volksdemonstration unter-
stützen. O.s Reformvorfchläge wurden jedoch vom
Parlament zurückgewiesen, und das klägliche Ende
der in Irland ausgebrochenen Bewegung schreckte
auch die Chartisten von allen fernern Unternehmun-
gen zurück. Bald darauf ward O. wahnsinnig und
im Juni 1852 nach der Irrenanstalt zu Chiswick ge-
bracht, aus der er erst kurz vor seinem Tode ent-
lassen wurde. Er starb 30. Aug. 1855 zu London.
- Vgl. W. Morris, 0. NEmorieg llnä tlwu^w
0k a M6 (Lond. 1895).
Thomas Power O., irischer Agitator, geb.
1848 zu Athlone, studierte auf dem Queen's Col-
lege in Galway, wurde Journalist und kam 1870
nach London, wo er bei verschiedenen Zeitungen
thätig war. Seit 1889 dem Unterhaus angehörend,
wurde er eins der eifrigsten Mitglieder der irischen
Partei, machte 1881 sür die irische Sache eine Reise
durch die Vereinigten Staaten, beteiligte sich an
den Bestrebungen der Landliga (s. d.) und wurde
1883 Präsident der irischen Nationalliga. Nach
der Spaltung der irischen Partei schloß er sich den
Antiparnelliten an. Während der von Gladstone
geleiteten Home-Nule-Vewegung trat er begeistert sür
dieselbe ein; er leitete auch eine irische Riesenkund-
gebung im Hydepark im Mai 1893. Sein journa-
listischer Einfluß ist groß; er begründete die Halb-
penny-Vlätter "liio ^tar" und "^Q6 8un", und
leitete die "V^oeki^ 8nn"; er verfaßte: "Lei^. Dis-
raeli, I^ai-1 ok IioHconätilM" (1876) und das glän-
zend geschriebene "'II16 ^arneU Novomont" (1885).
Ocracoke-Inlet, s. Albcmarlesund.
Oct..., Artikel, die man hier vermißt, sind
unter Okt... zu suchen.
Oota.otini2., s. Oktaktinien.
Oota.nÄi'ns (arch., d. h. achtmännig) oder ok-
tandrisch, die Blüten mit acht freien Stanbge-
fäften. Die achte Klasse des Linneschen Systems,
Octlniärw, umfaßt die Pflanzen mit oktandrischen
Zwitterblüten.
Octavia, die Gemahlin des Triumvirn Marcus-
Antonius (s. d.) und die Schwester des Octavianus
Augustus (s. d.), war die jüngere Tochter des Gajus
Octavius und der Atia. Sie gilt mit Recht als das
Muster einer feingebildeten, edlen röm. Frau. In
erster Ehe war sie mit Gajus Claudius Marcellus
verheiratet. Nach dessen Tode wurde sie 40 v. Chr.
mit Antonius vermählt, um durch eine Familien-
verbindung der Versöhnung zwischen Antonius und
Octavian einen festern Halt zu geben. Sie ver-
mittelte aucb nach einem erneuten Streit im I. 37
die erneute Aussöhnung. Knrz darauf wurde frei-
lich Antonius, der auf der Fahrt nach Asien O. von
Korcyra aus nach Rom zurückgeschickt hatte, dauernd
durch Kleopatra (s. d.) gefesselt. Er vermied jedes
Wiedersehen und befahl ihr, da sie ihm (35) folgen
wollte, umzukehren. Dennoch hielt O. als Antonius'
Gattin aus, bis er ihr 32 selbst den Scheidebrief
schickte. Sie starb 11 v. Chr.; Augustus hielt ihr die
Leichenrede und erbaute in ihrem Namen auf dem
Marsfeld die heute noch in ihrem Haupteingang
erhaltene?oi'ticu8 Octavi".?.
Octavia, Gemahlin des Kaisers Nero, Tochter
des Kaisers Claudius und der Messalina, Schwester
des Britanniens. Mit Nero 49 n. Chr. verlobt,
53 vermählt, wurde sie von ihm stets vernachlässigt.
Als Nero seine Geliebte Poppäa Sabina zu seiner
legitimen Gemahlin erheben wollte, ließ er O. 62
durch ein Scheingericht wegen eines angeblichen
Ehebruchs verurteilen, zuerst auf eine Strafinsel
abführen mid bald nachher ermorden.
Octavianus, früherer Name des Kaisers Augu-
stus (s. d.).^
Octavianus, Kaiser O., der Held eines deut-
schen Volksbnches, das Wilh. Salzmann aus einer