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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Oletzko – Olgaorden

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Olette'

78°C. (Cascade), welche gegen rheumatische und nervöse Leiden angewandt werden, mit modernen Badeeinrichtungen versehen und als les Graus d'Olette (oder de Thuès) bekannt sind.

Oletzko, Kreis im preuß. Reg.-Bez. Gumbinnen, hat 841,21 qkm und 1890: 40401, 1895: 40220 (19167 männl., 21053 weibl.) E., 1 Stadt, 103 Landgemeinden und 50 Gutsbezirke. Sitz des Landratsamtes ist Marggrabowa (s. d.).

Olĕum (lat.), Öl. Offizinell sind: O. Amygdalārum, Mandelöl; O. Anīsi, Anisöl; O. Cacao, Kakaobutter; O. Calămi, Kalmusöl; O. Camphorātum, Kampferöl; O. cantharidātum, Spanischfliegenöl; O. carvi, Karvol; O. Caryophyllōrum, Nelkenöl; O. Cinnamōmi, Zimmetöl; O. Citri, Citronenöl; O. crotōnis, Crotonöl; O. Fuenicŭli, Fenchelöl; O. Hyoscyāmi, Bilsenkrautöl; O. Jecŏris Aselli, Leberthran; O. Junipĕri, Wacholderöl; O. Lauri, Lorbeeröl; O. Lavandŭlae, Lavendelöl; O. Lini, Leinöl; O. Macĭdis, Macisöl; O. Menthae piperītae, Pfefferminzöl; O. Myristĭcae s. O. Nucistae, Muskatbutter; O. Olivārum, Olivenöl; O. Olivarum commūne, gemeines Olivenöl; O. Papavĕris, Mohnöl; O. Ricĭni, Ricinusöl; O. Rosae, Rosenöl; O. Rosmarīni, Rosmarinöl; O. Sināpis, Senföl; O. Terebenthīnae, Terpentinöl; O. Terebenthinae rectificātum, gereinigtes Terpentinöl; O. Thymi, Thymianöl. Nicht offizinell sind u. a.: O. Anēthi, Dillöl; O. animāle aetherĕum, O. anamale foetĭdum oder O. Dippelĭi, Dippels Öl; O. infernāle, s. Brechnuß; O. martis, Eisenöl; O. pini, Fichtennadelöl; O. ovōrum, Eieröl.

Olĕum et opĕram perdĭdi (lat.), «Öl und Mühe habe ich verschwendet», Citat aus Plautus' «Poenulus» (1, 2, 119), wo die Worte von einer Dirne gebraucht werden, die sich vergebens putzen ließ.

Olevăno Romāno, Stadt in der ital. Provinz und im Kreis Rom, an einem Bergabhange, hat (1881) 1569, als Gemeinde 3814 E., Reste einer alten Ringmauer und Burg und berühmte Aussicht auf der Höhe. Nördlich von O. R. der von deutschen Künstlern 1873 angekaufte und dem Deutschen Kaiser geschenkte kleine Eichenhain Serpentara, wo 1895 eine Büste Kaiser Wilhelms I. aufgestellt wurde.

Oleviānus, Kaspar, Reformator, geb. 10. Aug. 1536 zu Trier, studierte seit 1550 in Paris, Orleans und Bourges, wo er für die Reformation gewonnen wurde, die Rechte und seit 1558 in Genf Theologie. Er wurde 1559 Lehrer an der höhern Schule in Trier und sammelte hier eine evang. Gemeinde um sich. Der Erzbischof erzwang 1560 seinen Weggang, worauf er Lehrer, 1561 Professor der Theologie und Hofprediger in Heidelberg wurde. Mit Zacharias Ursinus (s. d.) arbeitete dann O. an der Einrichtung des pfälz. Kirchenwesens nach Calvinischen Grundsätzen, vor allem auch durch Abfassung des Heidelberger Katechismus (s. d.) und der kurpfälz. Kirchenordnung. 1576 wurde O. seiner Ämter entsetzt und des Landes verwiesen, führte dann die Reformation nach Calvinischem Muster in den Gebieten der Grafen von Nassau-Siegen, von Solms und von Wied durch und begründete die Schule zu Herborn, wo er 15. März 1587 starb. – Vgl. Sudhoff, Kaspar O.' und Zacharias Ursinus' Leben und ausgewählte Schriften (Elberf. 1857); Cuno, Blätter der Erinnerung an O. (Barm. 1887).

Olfactus (lat.), s. Geruch.

Ölfarben, Farben, die, mit trocknenden Ölen, wie Leinöl, Nußöl, Mohnöl oder Ölfirnis, versetzt, ↔ zur feinen Kunst- oder Ölmalerei (s. d.) oder zu gewöhnlichem Anstrich verwendet werden. Es sind durchgehends Deckfarben (s. d.), namentlich außer den verschiedenen Rußarten und einigen Lackfarben fast nur mineralische Pigmente, wie Zinnober, Kadmiumgelb, Bleiweiß, Zinkweiß, Eisenoxyd u.s.w. Anstrichfarben reibt man mit Leinölfirnis an und verdünnt sie, wenn nötig, durch Terpentinöl. Die Ö. kommen meist in breiigem Zustande in den Handel, früher in kleinen Beuteln von Schweinsblase (Blasenfarben), neuerdings in Zinntuben.

Ölfarbendruck, s. Lithographie.

Ölfirnis, s. Firnis.

Ölflüsse, Gebiet der, seit 1893 Nigerküstenprotektorat, Landschaft in Nordwestafrika, umfaßt die Küstenstrecken an der Mündung des Benin, Forcado, Braß, Bonny, Opobo und die Landstriche am Old-Calabar- und Croßfluß bis zum 6.° nördl. Br. Im Bereich der Nigercompagnie dehnt sich, gemäß einer Vereinbarung vom Okt. 1891, die Machtsphäre landeinwärts zwischen der Mündung des Nun- (Niger) und Braßflusses bis zu dem 130 km entfernten Orte Idu aus. Das Klima gleicht jenem an der Goldküste, doch ist es gesünder; die Temperatur schwankt gewöhnlich zwischen 23,5° und 30°C., steigt aber auch bis zu 32°C. und sinkt bis 18°C. an einzelnen Tagen herab. Die Gegend unmittelbar an der Küste ist flach und morastig; im Innern breiten sich mächtige Waldungen von Ölpalmen (daher die Bezeichnung Ölflüssegebiet) bis zu dem noch wenig erforschten Grassavannenplateau aus. Die Bevölkerung besteht aus den Sekri am Benin und Forcado, den Idjo, mit einer von den Nachbarstämmen vollkommen verschiedenen Sprache, zwischen den Mündungen des Nun und Bonny und den Akpa am Calabar; es ist eine ziemlich tief stehende, dem Kannibalismus geneigte Negerrasse. Eine etwas höhere Kulturstufe haben die Ibo (s.d.) am Opobo und die Efik am Croßfluß erreicht. Haupthandelsplätze sind: Duke Town (Old-Calabar), zugleich Sitz des Gouverneurs und Garnison der 250 Mann starken Schutztruppe, und Creektown am Old-Calabar; Bonny mit 5000 E., seit Febr. 1893 durch Kabel mit Kamerun verbunden, Twon am Braßflusse und Okrika (nördlich von Bonny im Innern). Den fast ausschließlichen und wichtigsten Handelsartikel bilden Ölpalmfrüchte und Palmkerne. Die Einfuhr betrug 1894: 14,8, die Ausfuhr 16,5 Mill. M. (S. Karte: Guinea.)

Olga, Name des 304. Planetoiden.

Olga, die Heilige, die Gemahlin des russ. Großfürsten Igor von Kiew, der sie als Bäuerin auf einer Jagd im Pskowschen kennen gelernt haben soll. Nach der Ermordung ihres Gatten (945) führte sie bis 955 für ihren minderjährigen Sohn Swjatoslaw die Regierung und ging dann nach Konstantinopel, wo sie sich von dem Patriarchen Theophilaktes taufen ließ. Obgleich sie bei der Taufe den Namen Helena empfing, wurde sie doch nach ihrem Tode (969) von der griech. Kirche unter dem Namen O. heilig gesprochen und der 11. Juli a. St. zum Tage ihrer Feier bestimmt. Sie war die erste Großfürstin, welche die christl. Religion annahm; die röm. Kirche hat sie nicht unter ihren Heiligen. Nach neuern Forschungen soll O. eine bulgar. Fürstin gewesen sein, geboren in der bulgar. Stadt Plisk.

Olgaorden, württemb. Orden, vom König Karl I. 27. Juni 1871 als Zeichen der Anerkennung für Handlungen freiwilliger Nächstenliebe, besonders

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 573.